zwei geschenke

hätte ich gestern abend nicht in den briefkasten geguckt, hätte ich das konzert von the wedding present verpasst. puh, das war knapp! ich wollte gerade mit meiner mutter zum einkaufen gehen und habe vorher nachgesehen, ob ich post habe.  wir bekommen so wenig post, dass ich manchmal erst zwei tage später gucke, ob noch was anderes ausser flugblätter gekommen sind. der brief mit der nachricht, dass ich 2 freikarten gewonnen habe, lag da wohl schon seit vorgestern drin. ab heute sehe ich doch lieber wieder täglich nach. ich sprintete also nochmal schnell in die wohnung und rief meinen bruder an, damit er bescheid weiss. juchu, ich habe gewonnen!!!

dann bin ich erstmal einkaufen gewesen,  und um 21 uhr sind mein bruder und ich also ins atomic cafe gefahren. und wer sass da auf den stufen an der bühne? norman, mein alter freund, den ich seit jahren nicht mehr gesehen habe. damals gab es einen streit, als ich ihn zum geburtstag einlud. unter den personen, die ich einlud, war jemand dabei, mit dem norman ein problem hatte, weil er bei ihm abgeblitzt war. und er fragte mich damals, wie ich das nur tun kann, wo ich doch weiss, was er für ein problem mit dem hat… tja mit diesem telefongespräch war dann auch funkstille. ich lasse mir nicht vorschreiben, wen ich zu MEINEM geburtstag einlade. ich möchte alle meine freunde dabeihaben, so wahnsinnig viele waren es eh nie, und wenn jemand nicht kommen möchte, kann er das gerne tun, aber dann beleidigt sein auf immer und ewig… sein problem.

tja, und nun sass er da, und weil ich ja auch direkt auf ihn zusteuerte, sah er mich auch, und ich sagte „hi“, aber er reagierte nicht darauf. als mein bruder ihm dann die hand hinstreckte,  begrüsste norman ihn freundlich. und ich habe gehofft, dass er vielleicht doch auch mir die hand geben würde, aber er guckte mich nicht an. na gut, wenn er nicht will… die beiden haben sich dann unterhalten, und auch als mein bruder mal rausging, um eine zu rauchen, sassen wir nur schweigend nebeneinander und keiner sagte ein wort. mir war das aber egal, ich dachte mir, wenn du das so willst, norman, spielen wir halt das dumme spiel „wir ignorieren uns und sind bockig“.

die vorband hatte ein paar gute momente, ein paar songs waren ganz nett, das mädchen am keyboard hatte ein horn und das klang dann sehr nett, der rest war irgendwie nicht besonders einfallsreich, typische moderne musik, schon xmal gehört… der sänger war ein englischer, etwas freakiger typ, der rest war wohl deutsch, oder zumindest teilweise. keine ahnung wie der name dieser band war und wo die her sind.

the wedding present live zu sehen macht immer wieder soviel spass 🙂 man wird zwar nicht jünger, aber david gedge hat sich noch ganz gut gehalten und hat immer noch power, der ist einfach knuffig 🙂

das set bestand aus alten und neueren stücken, schön gemischt und für meine geschmack gut ausgewählt. dass ich „dalliance“ nochmal live hören werde, wer hätte das gedacht…

fotos habe ich leider keine gemacht, mit meiner kamera ist das immer so frustrierend, das ergenbis scheisse. aber nach dem gig hab‘ ich mir die setlist stibitzt, sowas ist ja auch ganz interessant.

the-wedding-present-setlist

MFD heisst my favorite dress 😉 hach, ich liebe dieses geschrammel, das war ein toller gig, den ich dank des besten prgrammmagazins IN münchen sehen durfte. vielen dank!

ach ja, und jetzt geht’s weiter mit norman. nach dem gig sind wir drei sogar gemeinsam zur u-bahn gelaufen. wie in alten zeiten, nur dass wir nicht miteinander geredet haben… ich habe trotzdem was gesagt, hehe. und irgendwann fragte er „wie geht’s denn eurer mama?“ das fand ich nett. und er hat ja doch ein oder zweimal zu mir hingeblinzelt. und als wir uns verabschiedet haben, habe ich ihm einfach die hand hingestreckt, und tschüss gesagt 😀 er hat auch, wenn auch etwas wiederwillig oder schüchtern, den handschlag erwidert und gelächelt.

ist doch gar nicht so schwer, über seinen schatten zu springen, oder, norman?

das war doch sehr amüsant. immer diese nachtragenden zwillinge… ob ich nach 10 jahren matze auch dazu bringe, dass er wenigstens hallo oder tschüss sagen kann?

gossenbrüder besuchen (the gutter twins 20.08.08)

damit mein leben nicht komplett an mir vorbeigeht, bin ich heute zum konzert der gutter twins gegangen. meine letzten „notgroschen“, nämlich meine ausländischen euro-münzen, die ich gesammelt habe, habe ich dafür ausgegeben. was soll’s, ich kann nicht immer alles verpassen und 21 € sind ja fast ein schnäppchen für eine konzertkarte heute. vor allem wenn man eine band sieht, die eins der besten alben in diesem jahr herausgebracht haben, wenn nicht sogar das beste (okay, ein paar monate hat dieses jahr ja noch). und mark lanegan wollte ich schon immer mal live sehen, und in dieser wunderbaren kollaboration mit greg dulli war es für mich einfach pflicht, hinzugehen.

der gig fand im ampere statt, als ich ankam war noch nicht viel los, aber als die band anfing war es doch richtig voll geworden. insgesamt ein überwiegend erwachsenes publikum ü30, würde ich sagen, paar jüngere studenten waren aber auch dabei.

leider stand ich ganz vorne in der mitte, was ich schnell bereute, denn die band war viel zu laut, ich hab im grunde nur sound von der bühne gehört, was aus der PA kam, kam bei mir gar nicht mehr an. hab die ganze zeit überlegt ob ich nach hinten gehen soll, aber ich hatte den eindruck, dem rest des publikums geht das ähnlich mit den sound, und weil ich befürchtete, dann gar nichts mehr zu sehen, blieb ich halt doch vorne. viel zu sehen gab es aber ohnehin nicht, denn die bühne war sehr dunkel gehalten, bis auf den drummer standen alle im indirekten licht. damit man die alten säcke nicht so sieht. mark lanegan machte auf mich nicht gerade den eindruck, als ob er gerne auf der bühne steht. den ganzen abend hielt er sich mit beiden händen am mikro fest und verzog keine miene. da ich genau unter ihm stand, hatte ich oft das gefühl, er blickt düster auf mich herab und denkt sich, was für eine dumme kuh da mit ’nem madonna t-shirt aufkreuzt.

ein song wurde an den nächsten gekettet, viel geredet wurde nicht, mark hat überhaupt nur einmal greg dulli“ gesagt, als die band vorgestellt wurde. kein „thank you“ und nix. für’s entertainment ist greg zuständig, der sich auf der bühne im gegensatz zu seinem gossenbruder sichtlich wohl fühlt. ein kleiner poser war er ja schon immer. aber besser als wenn gar keiner was sagt.

mir hat das ein bischen gefehlt, dass sie mehr auf’s publikum eingehen, anstatt das set so runterzuspielen. der versuch perfektion auf die bühne zu bringen ist mir nicht genug.

aber bevor ich noch mehr zu meckern habe, muss ich sagen, war trotzdem sehr geil. ich bin eben sehr kritisch, wenn ich eine band sehe, und habe meinen anspruch. ich schätze in einer grösseren halle wäre das alles viel besser gewesen, die muffathalle nebenan wäre ideal gewesen, aber leider zu gross für den bekanntheitsgrad, den sie hier momentan haben. vielleicht nächstes mal.

als die band das erste mal von der bühne ging, musste ich fast lachen. mark war der erste, der weglief. und auch nach den 3 zugaben hatte er gerade die letzte note gesungen und ist schon wieder geflüchtet. ein wunder dass er überhaupt auf tour geht. aber mir war das irgendwie schon wieder sympatisch, dass er seine introvertierte art auch auf der bühne beibehhält.

schön war’s.