kollegen …

es braucht nur einen einzigen kollegen auf der arbeit, den man nicht leiden kann, und schon ist der tag versaut …

gestatten: jan, ca. 20 jahre alt, knapp 2 meter gross. war beim bund und will wieder hin. und genauso redet er auch mit uns. wobei man einen feldwebel sicher besser versteht als diesen typen. er redet so abgehackt und unverständlich, dass unsere coaches immer nachfragen mussten, wenn er was gefragt hat. und so emotionslos. wenn der einem einen schönen feierabend wünscht, kommt das so richtig vom herzen *augenroll*  und wenn wir uns z.b. auf dem gang begegnen, guckt er mich nicht an, sondern guckt irgendwo an die decke. wie freundlich. kein lächeln, kein nicken, irgendwas höfliches, nichts. und ich scheine ihn immer wieder aufzuregen. einmal fuhr er mich an, ich würde schmatzen oder mit vollen mund reden, es sei eklig. heute waren meine geräusche – ich habe vor mich hingeqiekt – nervig. das kann ja durchaus sein, dass ich mal nerve. aber man kann einem kollegen doch auch halbwegs höflich sagen, dass man damit aufhören soll. nicht wie er. „kannst du das mal lassen“ in einem tonfall, ohne respekt oder taktgefühl. oder es irgendwie abmildern, indem man noch was nettes sagt. nichts. kein ton der freundlichkeit. und selbst wenn er nichts direkt zu mir sagt, hört man, wenn er sich gestört fühlt. dann seufzt er. oder wenn ich zum xten mal sagen muss, bitte mach das fenster zu, dann springt er genervt auf und knallt es zu. es ist zum kotzen.

und dieser mensch sitzt nun, wie anfangs bei uns im büro, wieder mir gegenüber. zum glück gibt es eine trennwand, sonst hätte ich schon gekündigt. zwischenzeitlich mussten wir umziehen, und er sass dann hinter mir. schon viel besser. seltsamerweise sass neben ihm ein anderer junge, der immer schnell fror, und dort hatte jan kein einziges mal das fenster auch nur berührt. komisch, was? aber nun, da der weg ist und wir wieder auf hawaii sitzen, reisst er munter das fenster auf. nimmt keinerlei rücksicht. unser coach sandro sagte uns allen erst am dienstag, wir sollen doch einfach stosslüften statt die ganze zeit die fenster auf kipp zu stellen, damit eben die frostbeulen nicht immer so frieren müssen. die meisten halten sich mehr oder weniger dran, aber jan ist das egal. wenn es nach ihm ginge, wäre das fenster stundenlang komplett auf, denn ihm ist immer warm und er findet die luft stickig und miefig. tja, grossrausmbüro halt. geh doch zurück in die kaserne. was macht er überhaupt in einem büro?

ich kriege jedesmal schlechte laune, wenn er kommt. wir können uns echt überhaupt nicht ab. ich hasse seine taktlosigkeit und dieses benehmen. selbst andere finden ihn komisch. unfreundlich. er findet fast alle doof. außer wenigen leuten dort. zu seiner kollegin neben ihm ist er immer netter, da gibt er richtig mühe, normal zu reden. keine ahnung, warum er die meisten von uns nicht mag. wir sind ihm wohl zu alt. und frauen. er hält sich mehr an sein geschlecht.

dieser komische kauz vergiftet meinen arbeitsalltag. ich frage mich, warum ich mich über ihn aufrege. sowas sollte mir egal sein. ist es aber nicht. ich kann einfach nicht gelassen bleiben. und ich traue mich kaum noch, in zu bitten, das fenster zu schließen.

ich kann nur hoffen, dass er vielleicht in eine anderes büro kommt. denn zur zeit sitzen alle, die die online-bearbeitung machen, in diesem büro. und er ist so schnell und intelliegent, dass er sicher auch die schwierigeren fälle machen könnte. bleibt zu hoffen, dass die da vielleicht noch unterstützung brauchen und ihn dann woanders hinsetzen. dann wären wir den vogel endlich los. aber da er auch trotz angebot nicht übernommen werden will, da er ja zum bund zurück will, werden die sich für die paar monate nicht die mühe machen, ihn auf die „02“ zu schulen, denke ich mal. die haben so schon kaum zeit, uns was neues beizubringen.

ich habe auch keine zeit, mir was neues zu suchen. ich bin nur noch am arbeiten und schlafen. ich muss schon längst im bett sein, bin hundemüde. die nachbarn oder die heizung  stören mich auch, ich kriege nie 8 stunden schlaf ab unter der woche. ich fühle mich wie ein aufziehmännchen. immer weitergehen … und dann dieser ungehobelte kollege … puh.

11 euro …

… fahrgeld habe ich umsonst verfahren, um zu diesem beschissenen einsatzort in essen zu kommen. oder auch nicht, denn ich habe in diesem pampa-industriegebiet den weg nicht gefunden! da sollte ein weg (ein unbenannter, also eine art schleichweg) links von der bushaltestelle abgehen, dann wieder links und dann rechts. aber da war kein solcher weg. oder ich habe ich nicht gesehen, denn es war dort stockdunkel und auch einsam. ich habe mich sehr unwohl gefühlt, zwar bin ich kein angsthase, aber ich fühle mich verloren und unsicher. ich will nicht jeden morgen in so einer gegend herumlaufen müssen!

gestern  teilte mir randstad mülheim mit, ich solle heute um 5:30 uhr (!!!) in essen bei so ’ner „plastic omnium“ firma sein. die stellen autoteile her. also: aufstehen um 3:30 uhr, losfahren um 4.25 uhr … drei mal umsteigen, mit u-bahn, zug und bus fahren. beginn dann um 5:45 uhr und vollzeit, also 8 stunden. insgesamt also über 11 stunden für arbeitsweg und -zeit. habe genau 1,5 stunden geschlafen. juchu!

ich bin verrückt, dass ich den job überhaupt angenommen habe. aber sie hatte mich auch nicht gefragt, sondern gesagt, sie gehen da morgen hin. fertig. keine rückfrage, ob das okay für mich ist, oder irgendeine alternative angeboten … sie meinte, das gute daran wäre halt, da könne sie mich jederzeit wieder rausnehmen. aber sie hatte mir auch gesagt, es gäbe durchaus kurze befristete einsätze. warum also ausgerechnet sowas??? und ich sage halt nicht gleich, wenn mir was nicht passt, ich habe ohnehin schon das gefühl, die wollen mich bald rauswerfen, da möchte ich nicht noch was ablehnen oder rummeckern. dachte, vielleicht passt es ja, wobei ich gestern noch geheult hatte deswegen. aber man muss ja aufpassen, was man sagt, wenn man seinen job nicht verlieren will, also habe ich nichts gesagt. wie immer macht mir meine sozialphobie und die damit verbundene unfähigkeit zu kommunizieren zu schaffen. ich hab das schon früher nie gekonnt, und ich kann es bis heute nicht.

wenn die mich rausschmeissen, auch egal. ich habe zwar gute hoffnung, endlich eine wohnung in hamburg zu kriegen, die rückmeldung kann jederzeit kommen, und da sollte man nicht arbeitslos werden. aber vielleicht brauche ich das ja gar nicht erwähnen. ich habe auch noch genug geld um ein paar monate ohne job überbrücken zu können, und außerdem gibt es sicher auch in hamburg call-center wie sand am meer. irgendwas kriege ich da bestimmt.

trotzdem ärgert es mich, das man mir überhaupt sowas anbietet. immer erstmal das unattraktivste von allen jobs, so habe ich das gefühl. das, was keiner gerne machen will. ich hatte auch zweifel, wie das mit den autoteilen ist, ob es da nach plastik stinkt und ich fast umkippe von den dämpfen … so stelle ich mir das jedenfalls vor. aber sie hatte nicht erklärt, was genau meine aufgabe dort wäre. vergiften lasse ich mich jedenfalls nicht!

 

telephone-phobia

ich telefoniere seit über einem jahr jeden tag beruflich 6 stunden lang ununterbrochen mit fremden menschen! und nun, wenn ich einmal privat telefonieren muss, werde ich wieder nervös wie sonst auch immer früher … isn’t it strange?

(ich versuche gerade beim notar durchzukommen, wegen der erbausschlagung).

meine sozialphobie ist noch da. die treue seele, die. juchu.

loslassen

mein ex ist heute nach dortmund zu einer demo gefahren. und die startete um 14 uhr.

nun ist es bald 20 uhr und er ist noch nicht wieder zu hause. und ich denke schon wieder, warum ruft er nicht an, wenn er noch was anderes macht. die demo ist ja wohl längst vorbei.

ich möchte schon wieder anrufen und hören, ob er ok ist. ich muss endlich mal loslassen. schrecklich.

belastung

gestern hatte ich mit meiner mutter telefoniert. ich rufe sie in regelmässigen abständen an, damit sie weiß, dass ihre tochter sich um sie kümmert. und damit ich weiß, ob sie noch ok ist.

wenn elterneteile altern und man als „kind“ wahrnimmt, dass man nun an der reihe ist, sich zu kümmern, das ist ganz schön schwer. für mich jedenfalls. denn meine mama hat ja niemanden, der in ihrer nähe ist, ihr hilft, nach ihr sieht. und sie ist zudem noch so ein dickkopf und lässt sich nicht helfen, also von fremden.

es sind so alltägliche dinge, die sie nicht mehr schafft. den staubsaugerbeutel austauschen z.b.. neulich rief sie an, weil sie ihren beutel wechseln wollte. ihn herauszunehmen, das konnte sie noch, aber den neuen beutel wieder richtig einlegen, da war sie nun überfragt. und ich bin 250 km von ihr entfernt und kann ihr nicht erklären, wie es geht. ich sehe das modell nicht vor mir. habe den kundendienst der herstellerfirma per web kontaktiert, warte aber immer noch auf rückantwort. meine mutter will direkt einen neuen staubsauger kaufen. ich habe ihr abgeraten. auch wenn es eine beutelloser wäre, wird sie vielleicht nicht wissen, wie man den zusammenbaut oder bedient.

nun waren das klo und die badewanne verstopft. ich sehe schon vor mir, wie sie einfach nur dasitzt und nichts tut. dem vermieter mal bescheid geben vielleicht. es ist wirklich das blanke grauen. warum ist meiner mutter so inaktiv? hat sie schon keinen lebensmut mehr?

und sie merkt nicht, was sie schon wieder für einen druck auf mich ausübt. diese belastung, zu wissen, ich muss mich um sie kümmern. und ich fühle mich überfordert mit der situation. ich bin froh, dass ich selber halbwegs mit meinem leben klarkomme. ich wollte auch nie kinder, weil ich mich dazu in der lage fühle, mit der verantwortung umzugehen. ich möchte mich nicht um andere kümmern müssen. das lähmt mich und drückt meine stimmung in den keller. ich bin überfordert. aber sie ist meine mutter. soll sie ich sie ihrem schicksal überlassen?

es ist auch so schwierig herauszufinden, wie es ihr geht. sie sagt wenig, klagt wenig und ich weiß nicht, wie es tatsächlich geht. ich versuche ihr klarzumachen, dass sie sich selber kümmern muss. drohe mit dem pflegedienst, den ich vorbeischicken muss, wenn sie nicht mehr eingenständig genug ist. weil sie das ja auf keinen fall möchte. fremde in der wohnung, oh gott. wobei das eventuelle besser wäre, weil sie sich dann schämt und sich vielleicht mal aufrappelt. denn sie ist noch nicht auf hilfe angewiesen, sie ist nur zu bequem dazu.

sie wirkt auch mich wie eine welkende blume, die immer mehr zusammenschrumpft. und ich weiß einfach nicht, wie ich mich verhalten muss, damit sie wieder mehr kraft und lebenswillen bekommt 😦 ich mache wahrscheinlich genau das falsche. ich war nie gut im umgang mit ihr …

gestern sagte sie einen satz, der mich sehr aufregte. sie sagte, es wäre doch am besten, wenn wir zusammen eine große wohnung hätten … ich habe direkt gesagt, nein, es wird keine gemeinsame wohnung geben, aus bekannten gründen. und dann verbesserte sie sich und sagte, sie habe das anders gemeint, mit seperaten eingängen und so. tolle ausrede. eine gemeinsame wohnung mit seperaten eingängen? aber ich weiß, was sie sich wünscht. ich habe ihr auch erklärt, das ich nicht ständig alles für sie machen könne, würde ich wieder in ihrer nähe wohnen.

und wieder habe ich dieses scheiss gefühl der verantwortung. vor der ich mich vor ein paar jahren erfolgreich etwas gelöst hatte. weil ich hierhergezogen bin. ich dachte, die distanz würde meiner mutter guttun. damit sie sich nicht immer auf ihre kinder verlässt. selbständig probleme löst und nicht immer diese tonnenschwere last auf mich ablädt. ich kann kaum meine probleme lösen. es ist zuviel.

beim zahnarzt war sie wohl auch noch nicht, sonst hätte sie es erzählt. seit bestimmt schon mehreren wochen kann sie ihr gebiss nicht mehr tragen, es drückt und ein stift im oberkiefer ist locker, der hatte sich wohl entzündet. aber anstatt sofort einen termin zu machen, dass man das richtet, läuft sie die ganze zeit ohne gebiss herum.

ich glaube wirklich nicht, ob sie schon so alt ist, dass sie das alles nicht mehr kann. sie braucht irgendwas, um wieder aufzublühen. sofern man das bei meiner mama sagen kann, denn sie war ja immer schon etwas schwierig und depri und so. ich wünsche mir immer so sehr, reich zu werden, damit ich meiner mutter noch ein paar schöne jahre ermöglichen kann. mit viel geld kann man ganz schnell eine schöne wohnung finden, diese dann nett einrichten, und am besten mit mama ein paar reisen unternehmen, damit sie noch ihre träume endlich erfüllt bekommt. nach paris (sie wird enttäuscht sein) und zu weihnachten nach norwegen (sie wird erfrieren) und keine ahnung, was sie sich noch alles wünscht. ich glaube, wenn man älter wird, traut man sich nicht mehr zu träumen und seine wünsche zu erfüllen. ich weiß nicht, was sich meine mutter noch vorstellt. außer, dass ich mit ihr zusammen wohne. aber das kann ich ihr leider nicht erfüllen. ich bin schon ein stück weiter gegangen in meinem leben und möchte nicht mehr an diesen punkt zurück, von wo ich vor jahren fortgelaufen bin.

wenn ich dann auch noch an meine probleme hier denke, an meine verkorkste beziehung, die wohl nie ein richtige war, habe ich machmal angst, irgendwann durchzudrehen. meine mama fragte mich gestern, ob ich mich einsam fühle, wenn mein ex nicht da ist (er war gestern auf einer demo und dann noch auf einer geburtstgsfeier). und ich sagte: nicht besonders. und wenn, ist es auch in ordnung, ich muss mich schließlich wieder ans alleinsein gewöhnen. und dann sagte ich noch: man kann sich auch alleine fühlen, wenn jemand neben einem sitzt …

wenn ich wenigstens mein altes zimmer noch hätte, um ab und zu zu meiner mama zu fahren, um nach dem rechten zu sehen. aber sie sagt inzwischen immer, da könne man gar nicht mehr schlafen. keine ahnung, was sie da alles reingestellt hat. ich kann mir doch kein hotel leisten, um sie zu besuchen. das funktioniert so nicht.

manchmal wünsche ich mir, dass mein bruder auch mal einen part übernimmt, um sich um mama zu kümmern. nur weil er weiter weg wohnt, muss ich das nicht alleine tun, oder? aber ihm geht es ja nicht besser, er fühlt sicher auch den druck, den unsere mutter immer unbewusst auf uns ausübt. und da wir alle in einem anderen bundesland leben, ist es nicht so einfach, mal zusammen ein lösung zu finden, wie wir meiner mutter helfen können.

so kann es jedenfalls nicht weitergehen. sie wird immer mehr abbauen und irgendwann total verkommen. das will ich nicht. aber ich weiß nicht, ob ich diese doppelte belastung ertragen kann.