sonntags-gedanken

eine woche urlaub ist vorbei. ich wünschte, ich könnte noch länger zu hause bleiben. der gedanke an die arbeit morgen gefällt mir nicht. es ist aber nicht die arbeit selbst, die mich nervt. es ist der weg zur arbeit, das zusammensitzen mit den anderen kolleginnen (ihr wisst ja, die temperaturenund so …) und vor allem die angst, mich mit corona anzustecken. meine lieblings-kollegin hatte mir am donnerstag erzählt, dass es inzwischen schon den zweiten corona-fall gegeben hat. diesmal in der 5. etage. wann kommt das virus in der 6. etage an??? und werde ich davonkommen? ich habe absolut keine lust, mir das virus einzufangen. warum wird es einem nicht freigestellt, ob man zur arbeit kommen will oder nicht? hätte ich die wahl, ich würde zu hause bleiben.

die woche habe ich mir eine wohnung angeguckt. nur zwei häuser weiter. die wohnung wäre etwas größer als meine jetzige, hat einen großen balkon und einen waschmaschinen-stellplatz. also eigentlich genau das, was mir noch fehlt. was ich mir wünsche. nachteil: 3 etage. vorteil dabei: keine dachschrägen und das letzte geschoss, also keine nachbarn oben drüber. klingt eigentlich alles gut. natürlich kostet sie auch mehr, mehr, als ich eigentlich zahlen will an miete. aber ich kann es mir leisten.

trotz der vielen positiven aspekte bin ich noch am überlegen, ob ich mir den stress antun will. wieder ausziehen, wieder alles in die neue bude schleppen. wieder neuen telefonnaschluss, renovieren und das alles. und ich habe ja weiterhin den lärm meiner straße, den ich nicht sehr mag. und ob ich im sommer den balkon wirklich genießen kann, ist fraglich. ein bisschen hadere ich noch mit meiner entscheidung.

ob sich das alles überhaupt noch rentiert, wer weiß schon, was morgen ist, ob ich da nicht schon unter einem sauerstoffgerät vor mich hinvegetiere. habt ihr auch solche gedanken?

bleibt gesund. oder werdet es, falls ihr schon erkrankt seid. hoffentlich ist dieser alptraum bald vorbei.

i don’t like mondays!

weil:

  1. ein teil meiner s-bahn-strecke ist für eine woche gesperrt. was bedeutet, dass ich entweder ein stück mit dem SEV fahren muss oder ab harburg mit dem RE. letzteren hatte ich dann heute morgen auch genommen. und wie erwartet war der zug bummsvoll (wir haben ja auch gar keine pandemie!). genauso bummsvoll war es dann auch nachmittags auf dem rückweg, da hatte ich dann die andere variante getestet – abartig, bus fährt ewig durch die gegend, kommt kaum voran, ist voll – corona?
  2. es ist arschkalt im büro. frau cool ist wieder da, und sie will keine heizung anmachen. selbst eine, mit der ich schon mal gezeter hatte in anderen büro, als sie da noch saß, hatte die heizung angemacht und gefroren. ob das gut ist, wenn man friert und kalte füße hat? ich meine, wegen corona … abwehrkräfte und so …
  3. ist gegen die anderen punkte ja fast unwichtig. aber heute hat unser teamleiter uns mitgeteilt, dass es nun auch in unserer firma einen corona-fall gibt … die mitarbeiterin und die kollegen, mit denen sie näheren kontakt hatte, sind schon zu hause. und in der 8. etage gilt nun maskenpflicht, falls man da mal dringend hoch muss. da sitzt zb. die geschäftsleitung. schön, dass ich da heute vor arbeitsbeginn noch war, um meinen antrag wegen betriebsrente dort abzugeben.

ich fühle mich heute direkt etwas kränklich. hatte einmal drückende kopfschmerzen, so wie sich erkältungs-kopfschmerzen anfühlen. und die nase lief etwas. aber das war wohl nur wegen der kälte. ich brauche eine fussheizung. eine schuhheizung, gibt es sowas??? ich kann doch so nicht arbeiten! ich weiß echt nicht weiter.

4. macht meine heizung im wohnzimmer wieder geräusche, wenn ich sie andrehe. und wenn die schon krach macht, wird auch bald meine heizung im schlafzimmer krach machen. fuck. ich mache das nicht noch einen winter mit! wieso war die heizung die ganzen monate über nun ruhig (ich hatte sie durchaus mal an kühlen tagen an)??? es liegt also definitiv nicht an meinen heizkörpern. ich drehe durch. die aussicht auf kalte nächte oder schlafentzug ist traumhaft … ich brauche eine neue wohnung! 😦

außer, ich kriege die seuche und sterbe daran. voll spannend, mein leben.

fallende blätter

nun ist schon oktober. die zeit vergeht ganz schön schnell. wäre dieses doofe virus nicht, wäre dieses jahr wesentlich schöner. ich kann es nicht so recht genießen, endlich in hamburg zu sein. ich wollte hier so vieles machen. auf konzerte gehen, ins kino, ins museum. ich wollte ganz oft ans meer fahren, wo ich nun so dicht dran wohne. bisher war ich nirgends davon. ich war natürlich schon viel unterwegs in der stadt. aber irgendwie läuft das jahr bisher mit angezogener handbremse. ich hoffe, corona wird uns nicht noch jahrelang so ausbremsen. das macht alles keinen spass.

im job gibt es auch keine veränderung. ich friere immer noch. wandere von einem raum zum nächsten, um zu testen, ob ich da sitzen kann. mein teamleiter hat keine lösung für mich. und ich bin bald am ende, mir geht die situation so auf die psyche. was ist das für ein arbeitsplatz, wo man nicht mal einen festen und warmen platz hat??? letzte woche saß ich in dem kleinen raum mit nur vier arbeitsplätzen für drei tage alleine. war das schön. ich hatte wieder richtig lust, zur arbeit zu kommen. am donnerstag kamen dann zwei frauen aus einer anderen etage zu mir. aus dem beschwerde-team. klare ansage der einen: das fenster ist auf, die heizung bleibt aus. tja, was soll ich da noch entgegnen, wenn ich sowas höre.

paar tage vorher gab es mit einer eigentlich ganz lieben kollegin auch einen krassen vorfall. ich kam um kurz vor 9 ins büro, wo wie immer die anderen schon eine weile am arbeiten waren. erstmal war es dunkel, kein licht war an. und ich merkte sofort die kälte im büro. draußen nur 11°c grad, fenster geöffnet. ich habe erstmal die heizung bei mir angemacht. aber bei der größe des raumes bringt das nicht viel. also ging ich mal durchs zimmer und guckte, ob die anderen die heizung wenigstens anhatten. natürlich nicht. ich fragte diese kollegin, ob sie denn die heizung anhätte, und wollte eine schon etwas aufdrehen. da meinte die kollegin: „wir wollen das nicht“. und ich könne nicht bestimmen, ob die heizung angemacht wird, das könne ich bei mir machen, aber nicht bei denen. wow. ich war platt. mein argument, dass der raum viel zu groß sei, um mit einer heizung den raum zu erwärmen, brachte nichts. und auch meine entgegnung, dass sie da mit dicker decke und dickem schal säße, stieß nur auf weiteren unmut. ich sagte, ok, alles klar, packte meine sachen und setze mich nach rücksprache mit der teamkoordinatorin, da mein teamleiter noch nicht da war, in den kleinen raum, der ja leer war. heulte erstmal eine runde. bald kam der teamleiter zu mir, ich erzählte ihm unter tränen von dem vorfall und sagte, für mich sei der raum passé, ich werde mich da nicht mehr reinsetzen. er meinte, er werde mal mit der kollegin sprechen. später sie dann in mein zimmer und hat sich mit mir ausgesprochen, sich entschuldigt. sie war ganz lieb, so wie ich sie kenne. das ändert aber nichts an der tatsache, dass ich in diesem raum nicht die fenster zu- und die heizung anmachen darf.

ich bin für großraumbüros anscheinend nicht gemacht. wen wundert’s, bin ja eh so eine einzelgängerin. auch wenn ich es mag, mit kollegen zusammen zu sein. aber eben nicht mit jedem. ich fühle mich am wohlsten allein.

was mache ich nun ab montag? es wird noch kühler, und dann werde ich wohl auch aus dem kleinen raum flüchten müssen. ich kann mich noch vorübergehend auf einen platz in einem anderem raum setzen, weil ein kollege länger weg ist. aber auch dort ist es wohl zu kühl für mich. ich mache schon freiwillig spätschicht, damit ich wenigstens ab nachmittag hoffentlich den raum etwas wärmer kriege. aber das ist auch keine lösung. ich weiß echt nicht weiter. kündigen? und dann kriege ich kein geld vom amt … ist doch scheiße! aber mir wird schlecht, wenn ich an die arbeit denke. krank schreiben lassen? auch keine option. oder doch? bald bin ich eh reif für den seelenklempner …

tja, und die wohnung … ist zwar momentan eher ruhig, was zumindest eine erleichterung ist, aber die angst ist immer da, dass es plötzlich wieder schlimmer wird. das sitzt schon so fest , ich habe ein trauma. und ich möchte so gerne meine wäsche in der waschmaschine waschen können. es ist so mühsam. meine handtücher werden nicht richtig sauber, die riechen schon nach kurzer zeit wieder muffig, oder sogar schon, wenn sie trocken sind. im nassen zustand riechen sie eigentlich frisch. manchmal riechen auch andere wäschestücke nicht ganz neutral, dann habe ich sie wohl nicht heiß genug gewaschen oder nicht lange genug ausgespült. oder es dauert einfach zu lange, die sachen zu trocknen. ich hätte so gerne wenigstens eine wäscheschleuder, aber ich will mir keine kaufen, denn wenn ich dann vielleicht doch noch eine neue wohnung finde, brauche ich die dann bald nicht mehr. ob sich eine anschaffung noch lohnt? gebrauchte mag ich nicht kaufen, die sehen alle schon so schäbig aus, und ich habe damit ja generell ein problem. dann könnte ich ja gleich in den waschsalon gehen.

hach, alles nicht so einfach.

should i stay or should i go?

kündigen oder nicht kündigen? ich bin hin- und hergerissen. ich ringe jeden tag im büro wieder mit mir selbst: soll ich mir das weiterhin antun? warum? bin ich nichts besseres wert? muss ich mich ständig für irgendwas rechtfertigen oder tolerieren, dass andere machen, was sie wollen???

nachdem es diese woche ja sehr warm ist, und ich am montag meinem teamleiter mein problem geschildert und gefragt hatte, ob es eine möglichkeit gäbe, nicht in der zugluft zu arbeiten, kam er kurz nachdem er meine E-Mail bekommen hatte auf mich zu. zuerst schlug er vor, dass ich mich in die mitte des raumes setze. aber da ja dort auch noch der ventilator hinwehte, war das keine lösung. dann meinte er zu den anderen, die tür müsse halt zu bleiben. zuerst war kurz ruhe, aber schon bald schlichen die zwei kolleginnen, die die tür gerne offen haben wollen, zu mir heran. während die eine mich nicht mal ansah und lieber den boden begutachtete, versuche die andere, mir zu erklären, dass ihnen warm sei. wie die beiden vor mir standen … als ob sie angst vor mir hätten. seltsam. ich versuchte auch mein problem noch einmal zu erklären, und wir einigten uns darauf, dass wir abwechselnd die tür auf- und zumachen. schön.

die nächsten stunden schloss und öffnete ich die tür also im halb-stundentakt, das machte ich freiwillig, da ich den beiden auch zeigen wollte, dass ich kein unmensch bin (ich hatte immer noch dieses gespräch vor augen …). alles klar soweit, kein gemecker.

heute stand die tür bereits offen, als ich kam. und obwohl ich mich nicht sehr wohlfühlte, habe ich die tür vier stunden offengelassen. als es dann mal heftig zog, machte ich die tür zu. keine viertelstunde und sie wurde wieder geöffnet … und das blieb sie dann auch für den rest des tages. auf die idee, für mich mal die tür eine weile zu schließen, kommen die beiden natürlich nicht, obwohl es so vereinbart war. denn solange ich mich nicht beschwere, haben die das schon vergessen oder denken, ich finde es okay. aber ich habe keine lust, so etwas immer und immer wieder sagen zu müssen, jedesmal fragen müssen, ob die tür mal einen halbe stunde zugemacht werden kann.

ich habe es satt, so satt. ich würde am liebsten kündigen. aber ich mag den job. ich will nur nicht in der zugluft sitzen 😦  ich sitze da oft und weine still vor mich hin. stelle mich dann auf „nicht bereit“, damit keine anrufe reinkommen. mein teamleiter wird mich bestimmt bald fragen, warum ich nicht die ganze zeit auf „bereit“ stehe. aber ich kann ja schlecht weinend mit den versicherten telefonieren.

andere hätten sich schon längst krank schreiben lassen. oder hätten sich was anderes gesucht. aber das fällt mir doch so schwer … warum gibt es diese beknackten großraumbüros??? verdammter mist. ob es was bringt, mit dem betriebsrat zu sprechen? wenn kein platz für mich ist, dann nützt es wahrscheinlich wenig. es wird anscheinend überall gelüftet und durchzug gemacht.

ich fühle mich so beschissen!

back to work

und schwupps sind wieder zwei wochen rum. die arbeitswelt hat mich wieder. wir hatten direkt eine schulung für den bereich osteopathie, denn da geht es ab juli richtig los, bisher bekommen wir erstmal nur wenige fälle, die dann unter allen aufgeteilt wird. die woche haben wir jeder zwischen vier und sieben stück gemacht. ich brauche allerdings ewig für die paar fälle. es ist eigentlich gar nicht schwer, aber eben was neues. und wenn ich eine frage habe oder einen anruf machen müsste – ich telefoniere aber noch nicht, dafür brauche ich erst eine einarbeitung – muss ich jedesmal erst jemanden holen, der mir hilft. und das dauert eben. aber auch in meinem alten bereich bin ich momentan noch sehr langsam. nach 1,5 monaten pause ist man echt ein wenig raus. und das wechseln von einem bereich zum anderen bringt mich auch irgendwie durcheinander, die prozesse sind zwar ähnlich, aber doch anders.

ansonsten fühle ich mich aber sehr wohl dort. und da ich nun nicht mehr vollzeit arbeite, habe ich auch wieder viel mehr lebensqualität dazugewonnen. ist das schön, nach sechs stunden nach hause gehen zu können! das ist echt super. ich fange zur zeit auch immer erst um 9 uhr an, und das aufstehen fällt schon wesentlich leichter, wenn man statt um 6 erst um 7 uhr aufstehen muss. und um 15 uhr kann ich dann gehen und habe noch genug zeit für erledigungen oder auch für einen spaziergang. und abends fühle ich mich nicht so gehetzt, bis ich ins bett muss.

das einzig blöde ist, dass derzeit eine strecke der u1 gesperrt ist, und ich anders fahren und zwei mal umsteigen muss. bis mitte august wird das so bleiben. aber da muss ich durch.

ansonsten ärgere ich mich über dumme menschen, rücksichtslose menschen, ignoranten. auf der straße, in den geschäften, und vor allem in der s-bahn. gestern habe ich zwei männern mir gegenüber, die ihre maske nicht richtig aufsetzen wollten, sich aber natürlich unterhalten mussten (das machen immer die, die labern), gesagt, sie sollen sich doch bitte die masken aufsetzen, wenn sie schon reden wollen. der eine hat’s gemacht, der andere nicht. das waren bestimmt brüder, die sahen sich sehr ähnlich. als ich bei dem sturkopf dann nachfragte, ob er mich verstanden habe, nickte er. er wolle seine maske aber nicht aufsetzen. wirkte trotzig und beleidigt. ich habe ihn dann rücksichtslos genannt. ich hoffe, ich habe ihm den tag versaut!

die quietschetür ist, wenn ich mich nicht täusche, leiser geworden, aber manchmal quietscht es doch noch. mal abwarten und tee trinken.