empathie

wenn man sich unter menschen einsam und unverstanden fühlt, und immer wider das gefühl bekommt, man werde nicht akzeptiert mit seiner einstellung, sondern nur geduldet … sollte man wohl den bekanntenkreis wechseln? aber ich habe solche angst davor, immer wieder zu erfahren, dass man mich nicht wirklich mag oder versteht. ich merke immer mehr, dass ich jemanden brauche, der mich so nimmt wie ich bin, und ich weiß nicht, wie ich diese person(en) finden soll … bin ich wirklich so komisch, oder sind es die anderen?

gibt es noch irgendwo leute, die es okay finden, oder sich vorstellen können, dass man etwas anders sieht als sie selbst? empfinden die menschen zu wenig empathie?

ich hatte früher weniger probleme damit, neue kontakte zu haben. solange ich meine meinung nicht gesagt habe, klappte das ganz gut. ich weiß zwar nicht, was die anderen dann an mir interessant fanden, aber wahrscheinlich nur die tatsache, dass ich immer zeit hatte und eine unkomplizierte begleitung war. ich könnte es wieder so machen und nicht meine einstellung zu dingen äußern. aber ich bin keine 20 mehr und möchte meinen charakter zum ausdruck bringen. und dafür auch angenommen, bestenfalls sogar geschätzt werden.

ich flüchte mich schon wieder in eine traumwelt, wie immer, wenn ich mit der einsamkeit nicht klarkomme. da kann ich sein, wie ich sein möchte, und werde geliebt für das, was ich bin, und für das, was ich denke, und fühle.

würde es mir nur nicht so schwer fallen, auf andere zuzugehen. ich brauche mal wieder einen seelenverwandten. vielleicht irgendeine verschrobene künsterseele, die nicht ganz von dieser welt ist, aber sich in andere hineinfühlen kann. ich würde gerne mal wieder tiefsinnige gespräche führen, ohne immer gleich anzuecken. wo findet man so jemanden?

ich werde endlich aktiver werden müssen, um unter leute zu kommen. vielleicht suche ich mir ein neues hobby, eine theatergruppe für laien oder irgendwas in der art. vielleicht darf ich mich dort ausdrücken, ohne schief angeguckt zu werden, wenn ich etwas von mir gebe. und finde dort das, wonach ich suche …

(weihnachts)rückblick 2018

weihnachten verlief wie immer. meine mutter kam zu besuch, sie hat mich wieder zur weißglut gebracht, da sie sich jedesmal erst anpassen muss. so ist das eben bei menschen, die eigenbrötler und einsam sind: sie denken, ihre sichtweise ist die einzig richtige. sie wollen sich nicht an die andere umgebung anpassen. und meine mutter nörgelt und kritisiert den ganzen tag andere menschen und lebensweisen. zu meinem grauen hat sie auch noch ziemlichen unsinn von sich gegeben. war sie schon immer so oder ist das das alter? ein kommentar wie: „wieso habt ihr soviel geschirr und besteck? andere haben nicht so viel. ihr seid doch nur zu zweit, da baucht ihr nur zwei messer, gabeln … “ ich weiß nicht, ob sie ihren eigenen irrsinn noch bemerkt, aber mir macht das angst. und es gab noch ein paar mehr solcher kommentare, die ich aber erfolgreich verdrängt habe. dies ist komisch, das ist komisch, alle sind komisch, nur sie nicht. so sehr ich versuche, sie als meine mutter zu sehen und sie zu lieben, ich fühle mich immer wieder so allein und hilflos. ich bin damals weggezogen und war froh, einen abstand zu ihr zu haben. und ich hatte so gehofft, dass sie, wenn ich weiter weg bin und sie auf sich gestellt ist, sie wieder mehr zu sich findet und ihr leben besser regeln kann. aber es ist alles beim alten und schlimmer geworden, weil sie durch ihr alter und ihre stumpfsinnige lebensweise nur noch verkorkster wird. und so einfache dinge, wie sich gesund und regelmässig zu ernähren, oder aktiv zu bleiben, trägt sicher auch zur geistigen gesundheit bei. aber sie achtet nicht auf sich und ihre gesundheit.

ich fühle mich so einsam. meine einzige beziehung ertägt mich nicht mehr und will dass ich ausziehe, und in die nähe meiner mutter will ich auch nicht wieder zurück, weil ich es einfach nicht ertrage. und der job macht mir inzwischen auch keinen spass mehr und gibt mir keinen halt. diese beschissene versandapotheke verarscht seine kunden uns uns mitarbeiter nur noch, es is echt ein grauen. im november fing es damit an, dass wir nicht mehr zu den pharmazeuten zustellen durften. den grund dafür haben wir natürlich nicht erfahren. dann gab es immer häufiger probleme mit den paketen, die wurden nicht rechtzeitig verschickt, und die beschwerden wurden immer mehr. ist ja kein wunder, wenn es heisst, innerhalb von 24 stunden schicken wir ihr paket los, und dann dauert es eine oder zwei wochen, bis ein paket mal losgeschickt wird. und wenn die kunden nicht mehr versorgt sind, hatten wir sonst immer einen eintrag an die apotheker gemacht mit der info, wie lange noch versorgt. und wenn der kunde nur noch 1-2 tage versorgt war, wurde ein terminpaket fertig gemacht und per kurier geliefert. irgendwann durften wir auch das nicht mehr tun, dann sollten wir sagen, es gab ein technisches problem und dadurch rückstände im lager, eine woche später sollten wir auf einmal aktiv dem kunden eine stornierung für alle bestellungen ohne rezept anbieten (wie geil, du wartest zwei wochen auf dein paket, rufst an und man fragt dich, ob du stornieren willst), und seit kurzem wurde dem wahnsinn noch die krone aufgesetzt. die teamleiterin verteilte zettel mit der aktuellen vorgehensweise, als ich das las, dachte ich, das kann nicht deren ernst sein: alle rezept-aufträge vom 15.-20-12. werden storniert, und wenn ein kunde sich (meist schon sehr verärgert) danach erkundigt, sollten wir sagen, dass dieser auftrag, wenn nicht schon geschehen, leider storniert werden müsse, aufgrund „lieferengpässen bei den grosshhändlern und herstellern“, und man seine rezepte „schnellstmöglich“ zurückerhält. „schnellstmöglich“ bedeutet bei uns in der regel etwa eine woche, manchmal geht es vielleicht auch schneller. nun kann man sich ausmalen, wie schön dieser job ist, wenn man einen kunden in der leitung hat, der schon seit zwei wochen auf seine medikamente wartet, nicht mehr versorgt ist und man ihm zudem nicht einmal genau sagen kann, wann er seine rezepte zurückbekommt. „dann schicken sie die heute noch raus, damit ich sie morgen im briefkasten habe!“ bekomme ich dann oft zu hören. und ich muss dann sagen, tut mir leid, ich kann ihnen das nicht versprechen, dass das so schnell geht. tja. „verbinden sie mich mit der versandbabteilung“! – sorry, geht nicht. „dann mit der geschäftsleitung!“ – „geht auch nicht.“- „sitzen sie da in einem callcenter oder was???“ – yeah, 100 punkte! willkommen in der realität!

diese versandapotheke zerstört sich gerade selbst. und der clou ist, die haben gerade zwei andere versandaoptheken übernommen, und die kunden sagen ja in ihrem ärger  oft „dann bestelle ich halt das nächste mal bei einer anderen versandapotheke!“. wenn die wüssten, wo sie dann eventuell landen … dieser job macht die seele kaputt. und ich glaube nicht, dass ich dort noch lange sein werde. ich habe fertig mit diesem verein. vielleicht der richtige moment, mich endlich verstärkt nach einen job in hamburg umzusehen.

aber mal zurück zu weihnachten. es gab auch nette momente, abgesehen von drei tagen magen/darm/galle oder was auch immer. wir haben einfach das beste daraus gemacht. unsere geschenke haben wir erst an heilig abend gekauft. ich brauchte noch ein paar lebensmittel und wollte deshalb ins forum, unserem kleinen einkaufszentrum. da gibt es zwei supermärkte. und da noch zeit war, sind wir noch bei TK maxx rein und haben in den klamotten gestörbert. so haben wir uns gegenseitig noch ein paar sachen zum anziehen ausgesucht und geschenkt.  ich habe mir einen dreierpack schlüpfer (die waren aber von c&a), eine dünne rote strickjacke und einen blauen pulli ausgesucht. eine kleine schneekugel hatte meine mutter schon vorab für mich gekauft.

und dann gab es ja noch einen adventskalendergewinn zur bescherung, einen sehr hübschen kalender von norderney, gewonnen bei der webseite von der insel. und auch von simon und thomas kam wieder der alljährliche vogelkalender mit selbstgeschossenen motiven, wunderschön. diesmal lag auch noch eine karte bei und obendrauf auch noch 3 kino-gutscheinkarten der filmpassage mülheim für je 15€. da muss ich ja noch einige male ins kino, bevor ich diese stadt verlasse.

das jahr 2018 ist nun fast rum, morgen ist silvester. das depri-fest schlechthin … ich muss morgen auch noch 4 stunden arbeiten, und dann verbarrikadiere ich mich bis zum 2. januar in meinem haus, damit mich kein böller und keine rakete ankokelt.

dieses jahr war ein jahr der trennung. aber es gab ja auch positive veränderungen in meinem leben. und die hätte ich ohne meinen ex nicht unbedingt geschafft. nun wird es zeit, wieder zurück in mein altes assi-leben zu gehen. in irgendeine bruchbude mit unerträglichen nachbarn, wahrscheinlich auch demnächst wieder als hartz-4-empfängerin, und ohne freunde und partner. 2019 kann kommen.