buxtehude

beinahe wäre ich heute gar nicht mehr nach buxtehude gekommen. wären nur nicht so viele menschen unterwegs … unten an der s-bahn sah ich, dass der nächste zug erst in 29 minuten fährt …. what??? gerade weg und ne halbe stunde warten … *grummel* also rauf zum bus, wollte erst nach harburg, vielleicht fährt ja zeitnah ein zug nach buxtehude. ich war aber hin- und hergerissen, ob ich nicht lieber wieder nach hause gehe, die hirnamputierten haben mir jegliche lust auf freizeit da draussen genommen. dann saß ich in harburg wieder an der s-bahn und dachte, so, jetzt fahre ich wieder nach hause, einmal im kreis für nichts und wieder nichts … aber ich blieb dann doch in der s-bahn sitzen und fuhr bis nach buxtehude durch 🙂

und bereut habe ich es nicht. buxtehude ist eine nette gemütliche kleinstadt mit vielen historischen bauten. selten (wenn überhaupt) habe ich in einer stadt noch so viel kopfsteinpflaster gesehen! das zieht sich quasi durch die ganze altstadt. blöd zum laufen, aber authentisch 🙂

es war ganz schön viel los, es war auch verkaufsoffener sonntag, wobei die shoppingmöglichkeiten sich dort sehr in grenzen halten. die leute saßen halt draussen in cafés und tummelten sich vor eisdielen usw. keine spur von corona. ich erwarte den nächsten stillstand in kürze.

der spaziergang durch diese nette stadt hat aber meine laune wieder angehoben. es tut einfach gut, mal was anderes zu sehen. und man ist echt schnell da. und nächstes mal dann bis nach stade 🙂

 

 

besuch aus münchen

letzte woche kam mich mein bruder besuchen. er wollte ja ursprünglich schon vor zwei monaten etwa kommen, aber da kam ihm corona in den weg. die zugtickets konnte er nun noch nutzen, auch ohne zugbindung – was natürlich viel praktischer ist, da abfahrt und heimfahrt flexibel und kurzfristig geplant werden können. wäre es doch immer so, wie damals …

nun war er das erste mal in meiner neuen wohnung. ihm gefiel es hier, und wir waren jeden tag unterwegs. seltsamerweise hatte er sich hier anscheinend wenig sorgen um corona gemacht, obwohl er beim telefonieren immer sehr besorgt klang, sogar richtig ängstlich und panisch. das alles findet aber wohl nur in seinem kopf statt. er machte sich auch sorgen um die lange zugfahrt, da er in den 5,30 stunden auch zur toilette muss und den gedanken daran gar nicht toll fand. hier in hamburg hat er aber auch vieles angefasst, lief mehrmals täglich in einen supermarkt oder ging in einen imbiss, um sich proviant zu holen (bei mir hat er nichts gegessen!). also ich bin da sehr vorsichtig mit offenen speisen, sowas vermeide ich, wo es nur geht. hatte mir zwei mal pommes geholt, da die aus der fritteuse kommen, mache ich mir da keine großen gedanken. nur den picker zum essen nahm ich nur ungern. aber wenn man stundenlang unterwegs ist, lässt sich das nicht immer vermeiden.

jedenfalls sah mein bruder recht entspannt aus, was das corona-virus betrifft. was ich schlimm fand war, dass er sich beim maske-tragen immer wieder mit dem ärmel das gesicht, also die mundpartie, abwischte. weil er schwitze. ich auch, klar, das tragen ist eine qual. aber mit dem ärmel … ich ziehe den immer über meine hand, wenn ich einen türknopf drücke. einmal hab ich mir versehentlich mit dem ärmel auch im gesicht rumgewischt, weil ich so geschwitzt habe. als ich das merkte, hab ich mir direkt mit hygiene-gel das gesicht abgerieben, das hat schön gebrannt an den lippen 😀 aber ich war da echt besorgt. ich hatte auch noch eine weile den geschmack davon im mund.

und beim friseur war er auch noch! uiuiui. also ich glaube, seine angst ist nicht sehr groß.

wir fuhren viel mit bahn und bus herum. mir war es meist viel zu viel. zuviel stress und zuviel corona-gefahren. mein bruder ist so unruhig, er braucht viel auslauf. da musste ich ihn echt bremsen. aber sonst war es sehr schön. wir haben viel angeguckt. einiges, was ich schon kannte, aber auch ecken, die mir unbekannt waren. so waren wir zum beispiel im gängeviertel. früher war das ein armenviertel in hamburg, wo pest und cholera herrschten. die noch verbliebenen häuser sind heute ein kunstprojekt. es sieht aus, als ob die häuser besetzt wurden, hier hängen alternative leute ab, draußen in den höfen. ich komme mir etwas wie ein eindringling vor, auch wenn man das gängeviertel ja durchaus besichtigen darf oder soll. schießlich heißt es hier: komm in die gänge! 😀

auch die krameramtsstuben fand ich nett. seltsam, ich kann mich nicht erinnern, dass ich diesen gang schon mal gesehen habe, obwohl sich die stuben direkt neben dem michel befinden. waren doch mit schoko und seiner familie mal dort, hatten wir das gar nicht angeguckt? naja, so war es dann doch was neues für mich. es gibt noch echt viele alte häuser in hamburg, verstreut an den verschiedensten ecken. toll, was man da alles entdeckt 🙂

auf der elbe waren wir natürlich auch, mit der linie 62 nach finkenwerder. mein bruder hatte das noch nie gemacht. wie oft bin ich schon mit der fähre dorthin geschippert, und ich mag es immer noch. werde es wohl immer lieben. es ist so schön, auf dem wasser zu schaukeln. ich glaube, ich brauche ein boot *seufz*

mit dem wetter hatten wir glück, bis auf freitag, da regnete es dann doch länger. wir waren gerade in st. pauli unterwegs, an der großen freiheit stellten wir uns einige minuten unter, in der hoffnung, dass der regen wieder aufhört. gegenüber steht eine kirche, da sind wir mal kurz rein. ich kam mir vor wie im film! die kirche ist katholisch, und dort fand gerade eine polnischer gottesdienst statt. ich weiß ja nicht, ob die katholiken immer auf den bänken knien beim singen, aber die taten es – ausnahmslos alle, inklusive des pastors vorne vorm altar. das sah echt krass aus. ich kenne eigentlich nur das aufstehen beim beten, aber nicht dieses demütige nach vorne knien. ich dachte immer, das machen nur manche, sehr religiöse, beim beten. die sangen auch ein sehr schönes lied, das ging direkt ins ohr 😀 wir hielten uns nur im vorraum auf und beobachteten von dort das geschehen. als ich die kirche verließ, kam mir ein mann entgegen, der gerade diesen heiligen raum betrat. er ließ sich auch direkt in die knie nieder und bekreuzigte sich. wow, und das mitten auf dem kiez 😀

die woche ging ruckzuck rum. es war sehr schön, meinen bruder mal wiederzusehen.

und nun noch die bilderflut, von einer woche hamburg-sightseeing. viel spaß beim gucken! wir waren noch an viel mehr orten, aber nicht immer hatte ich lust zu fotografieren (alsterchaussee/-park, barmbek, st. pauli, sternschanze, winterhude …). aber das reicht auch erstmal 😉

 

 

waldbaden

heute war tollstes wetter. 24° c und leicht bedeckt, daher keine pralle sonne und somit angenehmst zum spazierengehen und wandern.

eigentlich wollte ich ja einen stadtbummel durch buxtehude machen, aber ich war doch etwas verunsichert, ob das überhaupt erlaubt ist. ist ja ein anderes bundesland und so tourimäßig mit kamera durch die altstadt bummeln, das war mir dann doch zu unangenehm. dabei brauche ich dorthin von hier aus genauso lange wie zum hamburger hauptbahnhof.

so fuhr ich dann mit dem bus ein paar haltestellen bis zum forstweg, von dort aus nur noch wenige meter ins heimfelder holz. ein toller, uriger wald! ich war direkt entzückt, der gefällt mir sehr 🙂 und wie intensiv es nach wald roch!

wie immer lief ich einfach drauflos und wusste daher nicht, wohin ich eigentlich ging. zum glück hatte ich ja mein navi dabei, und nachdem ich durch einen tunnel auf die andere seite der autobahn gewandert war, guckte ich dann doch mal, wo ich überhaupt bin, da sich das waldgebiet dort bis nach niedersachsen ausstreckt, und das dauert dann recht lange, bis man wieder in der zivilisation ist 😉 und da ich schon wieder weder wasser noch was zu essen mithatte, wollte ich nicht allzu tief in den wald hineinlaufen. aber es war alles noch im grünen bereich. es ging mal berauf, bergab. ein paar wenige wanderer und mountainbiker kamen mir entgegen, oft war ich aber auch allein, immer vorbei an den baumriesen und kleinen waldbewohnern. immer wieder raschelte und knackste es in den büschen. ich habe mein waldbad sehr genossen!

freizeit

es ist so schön, viel freizeit zu haben. ich genieße es richtig. die kurzarbeit lässt mich endlich wieder die dinge tun, die ich tun will. kein müde auf den sessel fallen und den kurzen feierabend mit essen zuberiten und etwas tv oder internet verbringen. ich koche sogar wieder richtig nach rezept und mache mir nicht nur was schnelles. und ich werde auch wieder kreativer, höre viel musik und überlege mir, was ich an meiner einrichtung noch verändern kann/muss sowas kann ich mit vollzeit-job gar nicht.

und ich habe endlich mal wieder was ausgesät. paar alte samen, die ich noch hatte, versucht, zum keinem zu bringen. ich habe mir dazu mal einen block kokoserde gekauft, die es bei rossmann gibt und die ja nicht viel wiegt. tolle idee 🙂 ob sie auch was taugt, muss ich erst noch länger prüfen. was zumindest auch geschah, war, dass die erde leicht anfängt zu schimmeln. aber ich muss ja irgendwie die oberfläche feucht halten, damit der samen keimt. mein rucola keimte zwar erst vereinzelt, aber die keimlinge gingen gleich ein. das andere dauert wohl noch, soweit das saatgut überhaupt noch aufgeht. aber immerhin kam meine pimpinelle gut hoch. ich habe aber erst heute gelesen, dass die pflanze lange pfahlwurzeln bildet und somit für die topfkultur eigentlich weniger geeignet ist. aber ich probiere es aus.  vielleicht gedeihen sie ja auch auf der fensterbank noch gut.

um eine meiner crassula habe ich mich dann auch noch gekümmert, dem geldbaum, da die triebe schon unhkontrolliert wucherten und herunterhingen, so schwer waren die. das sah nicht mehr schön aus. so schnitt ich kurzerhand einfach die pflanze radikal zurück, und die abgeschnittenen teile habe ich in kleinen setzlingen in erde gesetzt. vielleicht habe ich bald ganz viele crassulas 😀 überhaupt hätte ich gerne ein paar ableger von verschiedenen zimmerpflanzen. ich würde mir hier einen kleinen urwald bauen, alles schön begrünen. vielleicht verschenkt ja mal jemand in meiner nähe was.

und dann habe ich noch meinem dekohasen von der osterdeko ein gesicht gegeben. der hatte nämlich keine augen, da habe ich einen marker genommen und habe die angedeuteten konturen einfach nachgezeichnet. jetzt sieht er endlich was 🙂 und sprechen könnte er auch, aber das tun hasen ja eh nicht so gerne.

bald greife ich sicher auch wieder zur häkelnadel und vieleicht auch mal zum pinsel, oder gar zur gitarre? wer weiß! wenn ich denn nur immer soviel freizeit hätte … ich erwarte natürlich jeden tag einen anruf von randstad oder von der tkgesundheit. so ist es immer erst am nachmittag richtig entspannend für mich. aber ich kann noch viele schöne dinge machen. und meinen haushalt machen. hoffentlich führt hamburg bald bedingungsloses grundeinkommen ein. wenn es schon nicht bundesweit kommt … es gibt bereits petitionen/diskussionen dazu.

das einzig negative, wozu man mehr zeit hat, ist, dass man darüber nachdenkt, wie man hier freunde finden könnte. und ich bin nicht sicher,  ob ich das jemals schaffen werde. ich hätte wirklich gerne ein paar freunde hier, die mit mir irgendwas unternehmen wollen oder die man mal zum spieleabend oder zum tee einladen kann. aber ich weiß auch, ich bin nicht ganz unkompliziert. gebe mich nicht mit jedem ab. und natürlich scheue ich eventuelle enttäuschungen. naja, vielleicht finde ich ja noch jemanden. ein guter freund reicht ja eigentlich schon. meine spiele liegen hier ungenutzt herum. und irgendwann machen auch die kinos wieder auf, ein paar museen und zoos haben es ja schon. wäre doch nett, wenn man sowas auch zu zweit machen kann. oder einfach spazieren gehen, bummeln. auf konzerte gehen. tja, mal sehen, wann das überhaupt wieder möglich sein wird, und ob ich dann noch lebe …

wenn nicht das meer, …

… dann wenigstens dünen! am freitag war ich in der boberger niederung unterwegs. heidelandschaft, marschland, moorgebiet und wanderdünen bilden ein tolles naturschutzgebiet mitten in hamburg. irgendwo zwischen billwerder und lohbrügge liegt dieses wunderschöne stück natur. man könnte fast vergessen, dass man in hamburg ist, so schön ist es dort. fehlte nur noch das meer … es gibt immerhin einen see, aber das kreischen der möwen und der geruch von salzwasser fehlt dann doch etwas. dennoch, ein wunderbarer spaziergang war das. ich werde dort sicher öfters mal hinfahren und die seele baumeln lassen.

die hinfahrt war mit der s-bahn bis zur haltestelle mittlerer landweg und dann mit dem bus weiter bis zur boberger furt. rechts und links nur noch felder und wiesen und dazwischen eine lange schmale landstraße. zum glück hatte ich mein smartphone mit navi dabei, sonst hätte ich gar nicht gewusst, wo ich lang muss. schöne einöde, da konnte ich ganz corona-frei umherwandern. wobei in den dünen schon einige leute waren, die sich dort sonnten, oder unter bäumen auf den wiesen schatten suchten. ich habe mir auch mal einen baum zum rasten gesucht, da es irgendwie nur sehr sehr wenige bänke oder andere sitzgelegeheneiten dort gibt.

für den rückweg bin ich dann zur u-bahn-haltestelle mümmelmannsberg gegangen, da die bahn ja öfters fährt als der bus und ich schon in der nähe war. nächstes mal fahre ich vielleicht gleich nach mümmelmannsberg, das könnte schneller gehen. ist zwar nicht die hübscheste gegend von hamburg, aber dafür wird man ja mit toller landschaft belohnt.

wahnsinn, was es in hamburg so alles zu entdecken gibt. ich hoffe, ich finde noch mehr so tollen ecken 🙂