fallende blätter

nun ist schon oktober. die zeit vergeht ganz schön schnell. wäre dieses doofe virus nicht, wäre dieses jahr wesentlich schöner. ich kann es nicht so recht genießen, endlich in hamburg zu sein. ich wollte hier so vieles machen. auf konzerte gehen, ins kino, ins museum. ich wollte ganz oft ans meer fahren, wo ich nun so dicht dran wohne. bisher war ich nirgends davon. ich war natürlich schon viel unterwegs in der stadt. aber irgendwie läuft das jahr bisher mit angezogener handbremse. ich hoffe, corona wird uns nicht noch jahrelang so ausbremsen. das macht alles keinen spass.

im job gibt es auch keine veränderung. ich friere immer noch. wandere von einem raum zum nächsten, um zu testen, ob ich da sitzen kann. mein teamleiter hat keine lösung für mich. und ich bin bald am ende, mir geht die situation so auf die psyche. was ist das für ein arbeitsplatz, wo man nicht mal einen festen und warmen platz hat??? letzte woche saß ich in dem kleinen raum mit nur vier arbeitsplätzen für drei tage alleine. war das schön. ich hatte wieder richtig lust, zur arbeit zu kommen. am donnerstag kamen dann zwei frauen aus einer anderen etage zu mir. aus dem beschwerde-team. klare ansage der einen: das fenster ist auf, die heizung bleibt aus. tja, was soll ich da noch entgegnen, wenn ich sowas höre.

paar tage vorher gab es mit einer eigentlich ganz lieben kollegin auch einen krassen vorfall. ich kam um kurz vor 9 ins büro, wo wie immer die anderen schon eine weile am arbeiten waren. erstmal war es dunkel, kein licht war an. und ich merkte sofort die kälte im büro. draußen nur 11°c grad, fenster geöffnet. ich habe erstmal die heizung bei mir angemacht. aber bei der größe des raumes bringt das nicht viel. also ging ich mal durchs zimmer und guckte, ob die anderen die heizung wenigstens anhatten. natürlich nicht. ich fragte diese kollegin, ob sie denn die heizung anhätte, und wollte eine schon etwas aufdrehen. da meinte die kollegin: „wir wollen das nicht“. und ich könne nicht bestimmen, ob die heizung angemacht wird, das könne ich bei mir machen, aber nicht bei denen. wow. ich war platt. mein argument, dass der raum viel zu groß sei, um mit einer heizung den raum zu erwärmen, brachte nichts. und auch meine entgegnung, dass sie da mit dicker decke und dickem schal säße, stieß nur auf weiteren unmut. ich sagte, ok, alles klar, packte meine sachen und setze mich nach rücksprache mit der teamkoordinatorin, da mein teamleiter noch nicht da war, in den kleinen raum, der ja leer war. heulte erstmal eine runde. bald kam der teamleiter zu mir, ich erzählte ihm unter tränen von dem vorfall und sagte, für mich sei der raum passé, ich werde mich da nicht mehr reinsetzen. er meinte, er werde mal mit der kollegin sprechen. später sie dann in mein zimmer und hat sich mit mir ausgesprochen, sich entschuldigt. sie war ganz lieb, so wie ich sie kenne. das ändert aber nichts an der tatsache, dass ich in diesem raum nicht die fenster zu- und die heizung anmachen darf.

ich bin für großraumbüros anscheinend nicht gemacht. wen wundert’s, bin ja eh so eine einzelgängerin. auch wenn ich es mag, mit kollegen zusammen zu sein. aber eben nicht mit jedem. ich fühle mich am wohlsten allein.

was mache ich nun ab montag? es wird noch kühler, und dann werde ich wohl auch aus dem kleinen raum flüchten müssen. ich kann mich noch vorübergehend auf einen platz in einem anderem raum setzen, weil ein kollege länger weg ist. aber auch dort ist es wohl zu kühl für mich. ich mache schon freiwillig spätschicht, damit ich wenigstens ab nachmittag hoffentlich den raum etwas wärmer kriege. aber das ist auch keine lösung. ich weiß echt nicht weiter. kündigen? und dann kriege ich kein geld vom amt … ist doch scheiße! aber mir wird schlecht, wenn ich an die arbeit denke. krank schreiben lassen? auch keine option. oder doch? bald bin ich eh reif für den seelenklempner …

tja, und die wohnung … ist zwar momentan eher ruhig, was zumindest eine erleichterung ist, aber die angst ist immer da, dass es plötzlich wieder schlimmer wird. das sitzt schon so fest , ich habe ein trauma. und ich möchte so gerne meine wäsche in der waschmaschine waschen können. es ist so mühsam. meine handtücher werden nicht richtig sauber, die riechen schon nach kurzer zeit wieder muffig, oder sogar schon, wenn sie trocken sind. im nassen zustand riechen sie eigentlich frisch. manchmal riechen auch andere wäschestücke nicht ganz neutral, dann habe ich sie wohl nicht heiß genug gewaschen oder nicht lange genug ausgespült. oder es dauert einfach zu lange, die sachen zu trocknen. ich hätte so gerne wenigstens eine wäscheschleuder, aber ich will mir keine kaufen, denn wenn ich dann vielleicht doch noch eine neue wohnung finde, brauche ich die dann bald nicht mehr. ob sich eine anschaffung noch lohnt? gebrauchte mag ich nicht kaufen, die sehen alle schon so schäbig aus, und ich habe damit ja generell ein problem. dann könnte ich ja gleich in den waschsalon gehen.

hach, alles nicht so einfach.

drei mal werden wir noch wach …

… und dann ist heilig abend. mann, geht das schnell. ich bin noch gar nicht fertig mit dekorieren! und man hat so wenig zeit, um das alles zu geniessen. allein der ärger mit dsl hatte mir viele schöne tage und abende verdorben. das hat nun ein ende, ich habe wieder internet. und ich verzichte mal auf weitere schilderungen, wie doof das alles gelaufen ist. mag nicht mehr ärgern. es ist schliesslich bald weihanchten.

am montag wird meine mutter nach hamburg kommen, sie bleibt dann bis zum 26.12. hier. ich hoffe, es wird nicht zu anstrengend mit ihr. sie sieht dann endlich mal meine wohnung hier. es gibt immer noch mängel in der wohnung, daher weiß ich nicht, wie lange ich hier wohnen bleiben möchte. aber da die wohnungssuche ja immer lange dauert, kann sich das durchaus noch so lange hinziehen, bis ich mich evtl. schon an die mängel gewöhnt habe. irgendwas gibt es ja überall, da glaube ich kaum, dass es woanders perfekt ist. ich finde es hier ja dennoch schön. mein erstes weihnachtsfest in hamburg 🙂 und ich wollte immer mal auf einen weihnachtsmarkt in hamburg. nun, der am rathaus war letzten sonntag leider so voll, dass es nur noch ein geschiebe gab, da bin ich geflohen. ich habe nur ein paar bilder gemacht, weil es dort so schön leuchtet. aber buden gucken – fehlanzeige. ich glaube so voll war es nur noch in salzburg vor jahren. übelst. bin dann einfach zu den ständen bei der spitalerstr. gelaufen, dort war weniger los. und danach fuhr ich nach ottensen, der markt dort war auch nicht so überfüllt.

 

ich wünsche euch einen schönen 4. advent und schöne weihnachten. nach den feiertagen wird es hier hoffentlich wieder mehr von mir geben, es ist ja viel zu still hier! stille nacht, heilige … naja, ihr wisst schon! bis denne!

lustig ist das zigeunerleben

bevor ich eine eigene wohnung hatte, war der traum der eigenen vier wände unvorstellbar weit weg. und damals habe ich mir gewünscht, nur einmal – wenigstens für kurze zeit – eine wohnung zu haben.

nun, der wunsch wurde mir ja erfüllt. ich bin nun schon etwas mehr als ein jahr hier. mehr, als die olle claudy jemals erwartet hätte.

es wird zeit, weiterzuziehen. ich möchte aber nicht nochmal diese verantwortung haben mit miete bezahlen müssen und arbeiten gehen, verträge des jobcenters erfüllen usw. ich denke viel darüber nach, mich vom sozialen leben gänzlich zu verabschieden. es gibt für mich keine zukunft in diesem system. ich hab’s ja versucht, aber es wird niemals arbeit für mich geben, die mir spass macht oder mir wenigstens meinen lebesunterhalt sichert, und ich habe keine kraft, von mietshaus zu mietshaus zu ziehen und immer wieder von meinen mitmenschen weggeekelt zu werden. ich mag einfach nicht mehr.

meine beziehung wird damit wohl auch in die brüche gehen, aber ich weiss mir nicht mehr zu helfen. ich werde dann wohl solange wie es mir körperlich möglich ist wie eine zigeunerin durchs land ziehen und mich mit mundraub über wasser halten. jedenfalls denke ich mir so mein zukünftiges leben aus. meine mutter meint immer, ich würde spinnen, wenn ich ihr sage, dass ich obdachlos werde. sie denkt wohl, ich mache nur spass… wie immer nimmt sie meine ängste und probleme nicht ernst. aber sie wird schon sehen, wie schnell das geht, wenn man sich um nichts mehr kümmert. der staat wird mich nicht einfach unterstützen, ohne dass er eine gegenleistung von mir bekommt. und da es in deutschland wohl kaum herrenlose und leersteehenden gebäude gibt, in denen ich kostenlos wohnen kann, und ich es auch nicht schaffen werde, einen job zu finden, mit dem ich ein haus mieten kann, denn in ein haus müsste ich wohl ziehen, um keinen nachbar-lärm zu haben, werde ich wohl bald auf der strasse sitzen.

ich kann es natürlich so machen wie viele und einfach vorwände erfinden, warum ich nicht arbeiten kann, damit mir der staat weiterhin meine unterkunft bezahlt. dafür war ich aber schon immer zu blöd. ausserdem wollte ich sowieso nie geld vom staat. man hat mir jahrelang erzählt, ich hätte anspruch darauf, aber es fühlt sich für mich nicht danach an. ich soll dafür ein leben leben, das mir nicht gefällt. ja ich weiss, mir geht es verhältnismässig supergut, ich habe was zu essen, ein dach überm kopf, warmes wasser, heizung und strom… wie undankbar ich doch bin… aber was nützt mir all dieser luxus, wenn ich unglücklich bin? wenn ich nicht einmal schlafen kann?

warum schlafen andere nicht? warum ist herr feig jetzt wach und guckt fern? wann werden die von unten weiterkrakelen, in 2, 3 stunden? und die olle aus dem erdgeschoss macht dann vielleicht discosonntag ab mittag? WANN??? WANN kann ich mal schlafen in diesem gottverdammten hurenhaus?

so, nun kann ich mich ja wieder hinlegen und versuchen zu schlafen. bis der nächste krach kommt.

das leben verpasst 2

samstag abend wäre ich gerne zu wladimir kaminer in die reithalle gegangen, lesung mit anschliessender russendisko. beides wollte ich schon letztes jahr mal machen, hatte aber auch keine knete, genau wie dieses jahr auch. wieso muss auch immer alles so teuer sein, reichen 10 € eintritt nicht auch? das sind 20 mark!!!

verpasst.