london my love – tag 2

vormittags hoffte ich, dass meine füße wieder halbwegs in ordnung sein würden, aber sie taten noch genauso weh wie am vortag. solche blasen verschwinden ja nicht gleich wieder, das dauert tage (die hornhaut löst sich jetzt noch ab von den stellen, wo die blasen waren), bis sich die haut regeneriert hat. ich hatte morgens mal versucht, die blasen aufzustechen, aber wie, denn eine nadel hatte ich natürlich nicht mit. die aufgeplatze blase hatte sich teilweise schon wieder geschlossen und es bildete sich wieder flüssikeit darunter, die andere blase war ja noch komplett zu. beides schmerzte wie verrückt beim auftreten. wie also die blasen öffnen, damit wenigstens der druck etwas weggeht? tja, not macht erfinderisch. ich guckte durch, was ich denn im spärlichen gepäck hatte, ob man da irgendetwas zweckentfremden könne. und ich fand etwas: meine beiden kugelschreiber. einen davon öffnete ich, holte die feder heraus und bog mir den metallstrang so zurecht, dass ich quasi eine „nadel“ hatte. damit konnte ich dann die blasen öffnen und hatte ein klein wenig erleichterung, aber es fühlte sich immer noch übelst an. dennoch, ich war ja urlaub und wollte nicht die ganze zeit nur irgendwo sitzen. ich zog mich also an und versuchte den schmerz zu ertragen.

zuerst fuhr ich zur victoria station, dort wechselte ich geld, und dann setze ich mich in einen bus richtung archway, die route klang ganz nett, und ich konnte so ein bisschen sightseeing machen, ohne laufen zu müssen. ich wollte ohnehin mal wieder mit dem doppeldeckerbus fahren und ganz vorne auf dem oberen deck sitzen und sie stadt aus dieser tollen perspektive sehen. an einer haltestelle sah ich einen kanal, und ich stieg schnell aus, denn einen canal walk wollte ich sowieso machen. es war der regent’s canal, ein sehr netter kleiner spaziergang war das. ich genoss die ruhe, auch wenn dort viele leute ebenfalls spazierten. aber wenigstens konnte man mal abseits vom lauten autoverkehr laufen. die kleinen boote, die dort anlagen, waren sehr hübsch anzusehen, auf einem boot war sogar eine schwimmende (gebraucht-)buchhandlung. ich lief so langsam wie eine 90-jährige frau, aber ich lief! und ich schaffte es bis zum camden market, dort machte ich eine kleine pause, und dann dann hatte ich hunger. am camden lock gibt es viele imbissbuden, und ein gedränge war dort, dass ich ein bisschen sorge wegen corona hatte. es trägt dort fast niemand mehr eine maske und selbst sich habe darauf verzichtet, weil es so warm war. ich holte mir ein leckeres indisches gericht für £5, was ja für london noch sehr günstig ist. eine schale mit teigtaschen, kichererbsen, kleinen nudeln und einer würzigen tomatensoße. und man konnte sich noch verschiedene toppings nehmen, wie zwiebeln und koriander. nach der stärkung und rast lief ich zur camden town station, die sagenhafte 96 stufen bis zum bahnsteig hat, stand extra groß da, für menschen, die nicht gut laufen können … haha! aber ich habe es geschafft. in london muss man eben gut zu fuß sein.

ich fuhr dann aber erstmal ins hostel, um mich etwas auszuruhen, denn ich hatte ja kaum geschlafen und wollte meinen füßen etwas ruhe gönnen. eine australierin, die noch mit auf dem zimmer wohnte, war ziemlich gesprächig und hat sich viel mit mir unterhalten, sie hat sogar mal in deutschland gewohnt und konnte ein paar brocken deutsch. sie fragte mich ob ich schottin sei, wegen meiner rötliche haare! 😀

ich schlief ein wneig, abends gegen 21 uhr zog ich aber noch mal los. ich hatte lust auf „london by night“. fuhr zur haltestelle monument und lief an der themse entlang richtung tower bridge. das war schön, auch sehr ruhig, und die stimmung mit der beleuchteten brücke war toll. als ich dort ankam war es schon recht spät, und ich hatte vergessen, mir vorher anzugucken, wo die nachtbusse fahren und wie ich nach south kensington komme … daher beschloss ich, auf die andere seite der tower bridge zu gehen und dort zu versuchen, noch eine u-bahn zu erwischen … lief also entlang des tower of london und fand dort auch die station … wahnsinns glück hatte ich, die allerletzte bahn kam gerade!!! so konnte ich noch gemütlich ins hostel fahren. und diese nacht war doch wesentlich ruhiger, auch wenn die australierin auch ein wenig schnarchte, aber zum glück nicht die ganze nacht.

und schon war der zweite tag vorbei …

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