london my love! – tag 1

nun aber zu etwas positiverem: mein kleiner london-trip! schon zwei wochen ist der nun her, und ich habe noch das tolle, aufregende gefühl in mir, wieder „heiligen“ boden berührt zu haben 🙂

ich hatte ja zum einen ein bisschen sorge, ob ich london nach so langer zeit – das letzte mal war ich 2001 dort – überhaupt noch so toll finden würde, ob sich viel verändert haben und diese stadt ihren reiz vielleicht inzwischen für mich verloren haben könnte. aber das war überhaupt nicht der fall, ich liebe london nach wie vor! ich konnte auch gar nicht genug von dem geruch bekommen … das war wie zu hause ankommen und sich sofort heimisch fühlen 🙂 und ich meine nicht den abgasgeruch.

auch hatte ich angst, irgendwas bei meinem flug könnte schiefgehen. ich bin ja noch nie alleine geflogen und ich wusste nicht, wie lange vorher ich einchecken muss, damit ich meinen flug nicht verpasse. das war noch meine schlimmste sorge. aber das alles ging erstaunlich einfach, wenn man weiß, wie es geht. die sicherheitskontrolle ging sehr zügig, auch zum gate fand ich ganz einfach, ich hatte noch massig zeit, bis ich ins flugzeug steigen konnte. ich hatte netterweise einen fensterplatz, zudem mit viel beinfreiheit – direkt hinter der notausgangstür! praktisch, dachte ich, falls was ist, kannste gleich raus 😀 der flug war auch überhaupt nicht schlimm, ich hatte da mehr magenziehen und ohrendruck in erinnerung.

lustige anekdote noch zum flug: ich hatte meine wasserflasche und ein eingeschweißtes croissant während meines fluges in der hand, damit ich währenddessen was essen und trinken kann. und irgendwann bemerkte ich, dass mein croissant total aufgebläht war, und dachte, ohje, schnell öffnen, bevor das ding platzt! 😀 ich habe noch nie gehört dass man eingeschweißtes besser nicht im flugzeug haben sollte, haha, die hersteller machen da ja immer etwas gas rein, und durch den druck im flugzeug blähte sich das dann wohl auf.

in den ryan air-sitz passte ich übrigens gerade noch so rein, noch dicker und ich hätte mich nicht mehr anschnallen können!

samstag vormittag kam ich also in london stansted an – der flughafen ist recht groß, aber ich fand dann doch noch den ersatzverkehr für den stanstead express. das war blöd, dass ich trotz des teuren zugtickets dann zumindest hin mit dem bus fahren musste, da dort wegen bauarbeiten eine teilstrecke gesperrt war. aber die busstrecke war ok, ich war ja in england und happy!

im zug zur liverpool street station bekam ich dann nachricht von chris, ich sagte ihm, dass ich angekommen sei und er meinte, er würde jetzt aus northampton losfahren. er kommt ursprünglich aus london und ich hatte ihn vor wenigen wochen erst über plenty of fish kennengelernt. ich hatte mich so gefreut dass er mich treffe wollte, ich hatte ihm von meiner london-reise erzählt und gefragt, ob er mich lust auf ein treffen habe. er hat sich sehr gefreut. und obwohl ich kurz vorher noch dachte, er habe vielleicht gar keine lust mehr, da er bis zu meinem ablugtag nicht viel mit mir chattete, kam er dann ja doch 🙂 ich war ja noch furchtbar aufgeregt ein paar tage vorher, aber als es dann soweit war, war ich nicht mehr sehr nervös.

vorher aber fuhr ich noch in mein hostel in south kensington – klingt „posh“, ist aber ein ganz normales hostel! ein äußerlich herrschaftliches haus mit weißer fassade und den typischen säulen an den eingängen. der rezeptionist begleitete mich zu meinem zimmer, da es ein sehr „altes und verwinkeltes haus“ sei, ich dachte,ich würde da nie wieder herausfinden! wir mussten durch mehrere türen und eine treppe hinab und dann durch die waschküche und wieder durch türen … was für ein labyrinth! aber das hatte natürlich seinen charme. ich hatte ein vier-bett-zimmer für frauen gebucht, in der hoffnung, dass ich dann weniger durch schnarchende personen gestört würde. außerdem gab es dort keine stockbetten, was mir wichtig war. für £75 für drei nächte war es noch ein ganz gutes zimmer. london ist ja sehr teuer und man kriegt kaum was günstigeres. schon gar nicht in so einer guten und zentralen gegend. die zwei mädels, die ich dort antraf, waren sehr nett, eine italienerin und eine, von der ich vergessen habe, wo sie her war. ich sah dann doch fünf betten dort stehen, hm, naja, auf die eine person kommt es dann auch nicht an, dachte ich …

ich verabredete mich dann mit chris am piccadilly circus und traf ihn eine halbe stunde später. ich erkannte ihn sofort. und ich glaube er war im ersten moment etwas eingeschüchtert (oder geschockt über meine erscheinung???), er zog erstmal seine kopfhörer vom kopf und war gerade dabei gewesen, sich eine zigarette anzuzünden, die er dann aber schnell in den abfall warf – haha, das war so lustig! in seinem profil hatte er angegeben, er sei nichtraucher, und es war ihm wohl peinlich. er hätte ruhig rauchen dürfen, so streng bin ich dann auch wieder nicht. was für ein gentleman! er war gar nicht mal so leicht zu verstehen, da er doch einen recht starken nord-londoner akzent hatte. aber ich kam ganz gut damit klar. wir liefen dann einfach los und plauderten und er erzählte immer mal wieder was über die sehenswürdigkeiten und ecken, die wir passierten. schön einen einheimischen als begleitung zu haben, der sich auskennt! das ist dann auch viel spannender als jeder touristen-spaziergang.

ich merkte nur leider sehr schnell, dass meine fußsohlen anfingen zu schmerzen … ich hatte dummerweise neue schuhe mit, eigentlich sehr bequem aussehende sneaker, die ich aber bisher kein einziges mal getragen hatte – welch ein fataler fehler! man weiß doch, dass man keinen neuen schuhe auf längeren strecken anziehen sollte *grummel* es war auch recht warm und meine füße wurden einfach zu heiß, und irgendwie lief ich mir schnell blasen unter den ballen. und je länger wir liefen, desto schlimmer wurde es, aber was sollte ich machen, ich war in london und wollte was von der stadt sehen … mir war das total peinlich und chris fragte schon immer wieder nach, ob alles ok sei. naja ich hielt tapfer durch, obwohl ich irgendwann bemerkte, das eine blase schon platzte … so widerlich, das gefühl! und es wurde nicht unbedingt besser dadurch. tja das war leider der wermutstropfen an meiner reise, aber was soll’s, shit happens. wir sind dennoch weiter gelaufen und gelaufen, und irgendwann sind wir dann ins vapiano in bankside gegangen, da ich schon ziemlich hunger hatte und auch nicht mehr laufen konnte. das risotto, dass ich dort gegessen hatt, war echt ganz lecker. und für london noch recht günstig. dummerweise hatte ich nur noch £15 dabei und mit getränk hätte es dann nicht gereicht, aber chris lud mich ein. er bezahlte dann auch noch die zwei bier, die wir später in zwei verschiedenen pubs tranken. mir war das total unangenehm und ich versuchte noch, eine wechselstube zu finden, aber fehlanzeige. die hatten alle schon geschlossen.

jedenfalls hatten wir einen sehr schönen tag (bis auf die verfluchten höllisch schmerzenden füße) miteinander verbracht und ich fand ihn super nett, anständig und auch hübsch, aber da war jetzt soweit keine besondere anziehungskraft zu spüren. wie denn auch (siehe vorheriger blogbeitrag), ich habe mich so unattraktiv gefühlt wie meistens, wenn ich mit jemandem unterwegs bin. ich schwitzte, humpelte und sah bestimmt auch sonst nicht gerade anmutig aus in meiner fetthülle. naja, es war auch eher ein semi-date würde ich sagen, wobei wir uns ja auf einer dating-plattform kennengelernt haben, aber ich in meinem profil nach „freundschaft mit der option für mehr“ suche, also nicht gleich eine beziehung in betracht ziehe. ich weiß ja nun nicht, in wiefern er diesbezüglich neugierig war, aber ich denke, für ihn war es auch eher ein freundschaftliches treffen. einmal, als wir in der vollen u-bahn waren, sah ich zwar zumindest, dass er in einem unbeobachteten moment scheu zu mir rüberguckte, aber das kann auch nur aufmerksamkeit gewesen sein, ich hatte ja auch nach ihm geguckt, weil wir nicht direkt nebeneinander standen. ich hoffe, ich habe ihn nicht zu sehr enttäuscht oder angekelt. immerhin hat er mich herzlich umarmt, als wir uns verabschiedet haben, also ganz so schlimm wird es hoffentlich nicht gewesen sein. aber welcher brite lässt sich das schon anmerken … ich habe ihn direkt vermisst, es war sehr angenehm, seine gesellschaft gehabt zu haben. und ich bin froh, dass ich mich getraut habe, ihn zu treffen.

im hostelzimmer lagen schon alle im bett, aber zwei waren noch am surfen im internet, immerhin. die fünfte frau im zimmer schnarchte dann wie verrückt, ich dachte, ich kriege eine krise. naja, sie reiste zum glück am frühen morgen ab, so dass ich dann noch etwas schlafen konnte.

and now time for pictures 🙂

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