bye bye krankenkasse

am mittwoch habe ich erfahren, dass mein arbeitsvertrag, der auf ein jahr befristet war, nicht verlängert wird. ich weiß gar nicht, ob ich darüber traurig oder froh sein soll. die enttäuschung war zwar erst doch so groß, dass mich das mitleidige gefasel meines teamleiters zum weinen brachte, aber schon gestern hatte ich mich eher befreit gefühlt. es gab genug dinge, die da nicht so liefen, wie sie sollten. insbesondere die situation im großraumbüro mit anderen kollegen, die einfach egostisch und rücksichtslos die fenster dauerhaft geöffnet hatten, und ich unter zugluft und kälte litt. und mein teamleiter hatte ja keine lust, die sitzordnung so zu verändern, dass es allen gut geht. es gab ja durchaus noch andere, die ebenfalls keine zugluft vertrugen oder im winter frieren mussten. oder die ständige diskussion „licht aus, licht an“ hatten. auch da gab es immer diskrepanzen. ich bin auch sicher, das dies der grund für meine entlassung ist, und nicht wie vom teamleiter erwähnt die qualität oder quantität. so schlecht war ich nämlich nicht. auch von anderen kollegen hörte ich schon mehrmals, dass man oft unter einem anderen vorwand gehen muss.

wie dem auch sei, ich fand es abgesehen von den unangenhmen faktoren sehr schön dort. im großen und ganzen war es ein sehr angenehmes team, und ich werde ein paar leute sicher vermissen, vor allem meine lieblingskollegin. aber inzwischen war ja eh kaum noch jemand vor ort, alle zu hause im „mobilen arbeiten“, wie es in meiner firma genannt wurde. das war für mich natürlich die letzten wochen angenehmer, da stressfreier. denn die angst, dass es wieder problematisch für mich wird, war ja doch da. und so konnte ich alleine im raum sein und war wesentlich entspannter.

eine „kollegin“, die leider noch ins büro kommt, werde ich allerdings nicht vermissen. die niemanden grüßt und die toilette wie ein schwein hinterlässt. von den meisten wird sie nur die „untote“ genannt, weil sie wie ein zombie durch den gang schluft und total lustlos oder wie auf drogen wirkt. vielleicht ist sie das auch. jedenfalls haben sich schon viele über sie geärgert, denn sie hinterlässt ständig irgendwelche spuren auf der klobrille oder im klo. urin, kot, blut, schamhaare. sie spült auch oft nicht, da liegt immer klopapier in der schüssel. wäscht sich teilweise wohl nicht mal die hände. ekelhaft. aber am mittwoch hat sie den vogel abgeschossen. da hing neben den oben genannten spuren auf beiden (!) klos eine durchnässte klorolle am abroller! die hat sie wohl ins klo fallen lassen und anschließend wieder aufgehängt … ohne worte. allein aus diesem grund bin ich froh, dass ich da bald nicht mehr bin. denn sie darf wohl noch bleiben.

und da ich ja kein home office machen durfte und sich die firma nicht die mühe machen wollte, mir den monitor zu bringen, bin ich froh um jedem tag, den ich derzeit nicht mit dem ÖPNV fahren muss. schlimm genug. und dann noch mit FFP2-maske, mit der ich nicht atmen kann und sie zwei mal täglich jeweils eine stunde am stück mit der hand von meinem gesicht weghalten muss, um nicht zu hyperventilieren und extreme kopfschmerzen zu bekommen.

also warum traurig sein? es kommt vielleicht was besseres. oder gar nichts … auch egal. ich werde schon irgendwie weiterleben. und wenn ich unter der brücke lande, dann wenigstens unter einer hamburger brücke 😉

ich muss ohnehin endlich mal was anderes machen, nicht diese otto normalo-jobs. ich fühle mich oft wie eine schiffbrüchige, die orientierungslos im meer schwimmt und den hafen nicht findet. kann man mit bald 50 jahren immer noch nicht wissen, wo die reise hingeht? das, was ich machen will, dazu finde ich keinen zugang. das traue ich mich auch gar nicht. und das andere traue ich mich auch nicht, aber der staat zwingt einen dazu, etwas zu machen, und daher tu ich es halt. aber es ist nicht das, was ich will, was mich erfüllt. ich hoffe, das ist keine midlife-crisis!

wie sang ozzy doch so schön … i’m just a dreamer, i dream my life away … 🙂

8 Gedanken zu “bye bye krankenkasse

  1. Wow, du gehst damit ja recht locker um. Ich wünsche dir, dass das so bleibt. : )

    „ich fühle mich oft wie eine schiffbrüchige, die orientierungslos im meer schwimmt und den hafen nicht findet. kann man mit bald 50 jahren immer noch nicht wissen, wo die reise hingeht?“
    Ein sehr passendes Bild… und oh ja, das kann man. Da bist du gewiss nicht die einzige! Mein Freund ist z.B. 50, hat unglaublich viel erlebt und gelernt, aber nie irgendwo Fuß gefasst. Und so fragt er sich das bis heute…

    „das, was ich machen will, dazu finde ich keinen zugang. das traue ich mich auch gar nicht. und das andere traue ich mich auch nicht, aber der staat zwingt einen dazu, etwas zu machen, und daher tu ich es halt. aber es ist nicht das, was ich will, was mich erfüllt. ich hoffe, das ist keine midlife-crisis!“
    Nein, ich glaube das ist eher das, was sich keiner wirklich bewusst zu denken, gar auszusprechen traut…
    Ich wünschte auch, dass der Arbeitsmarkt sich nach den Bedürfnissen der Arbeiter richtet (besonders was psychische Besonderheiten angeht) und nicht nach der Wirtschaft und denen, die durch ihre Art am längeren Hebel sitzen und den Rest chancenlos werden lassen. Da ist es leider auch vollkommen egal, welche Potenziale in ihnen stecken…

  2. @ journey:
    ich mache mir ja so gesehen nichts aus meinen job, da es kein traumjob ist, daher hänge ich nicht sonderlich dran 😉 aber die entlassung wird mir schon noch magenschmerzen bereiten, je näher das ende rückt, denn eine neue stelle finden ist für mich ein enormer kraftakt. vorstellungsgespräche sind für mich der blanke horror! da gehen mir auch regelmäßig die nerven durch und ich muss weinen. aber ich freue mich auch auf was neues, denn nichts ist schlimmer als stillstand. ich habe dort genug gelernt, mehr werde ich wohl aus diesem job eh nicht ziehen, neuer input wäre nicht schlecht.

    vielleicht sind manche menschen einfach nomaden, die nie irgendwo ankommen … dein freund ist dann wohl auch so. hat ja auch sein gutes, man erlebt und lernt viel, oftmals auch mehr als manch andere, die sich nur in eine richtung orientieren.
    mal sehen, wie das nun weitergeht mit mir 🙂

  3. „vorstellungsgespräche sind für mich der blanke horror! da gehen mir auch regelmäßig die nerven durch und ich muss weinen.“
    Und trotzdem scheinst du aber sehr stark zu sein, da du dennoch nicht aufgibst! : ) Ich wünsche dir, dass du den neuen Input irgendwo finden kannst in einer Umgebung, die dir besser liegt!

    „hat ja auch sein gutes, man erlebt und lernt viel, oftmals auch mehr als manch andere, die sich nur in eine richtung orientieren.“
    Ja, da hast du recht. Wer einmal im „falschen“ Job drinsteckt, ist dann oft einfach aus allem anderen raus und hat gar nicht (mehr) die Kapazitäten, um groß was anderes zu tun… oder den Mut sich ernsthaft nach was Besserem umzusehen, wenn der Leidensdruck nicht groß genug ist.

  4. @ journey:
    ob ich stark bin, kann ich nicht beurteilen, ich fühle mich nicht unbedingt stark. der antrieb kommt eher von der angst vor den alternativen, die ich dann nehmen müsste, glaube ich.
    aber danke! 🙂

  5. ich wünsche dir ganz viel glück für deine zukunft und dass du deinen ganz eigenen weg findest!
    ich finde auch, dass du stark bist!!!
    glaub an dich! trau dir was zu!
    fühle dich gedrückt! wir glauben an dich!

  6. @ abraxandria:
    danke dir! ich hoffe, ich finde was, bin nun schon wieder etwas desillusioniert, wenn ich nach jobs suche … :/

  7. das kann ich dir so richtig nachempfinden! würde mir auch schnell so gehen.
    gaaaaaaaaaaanz gaaaaaaaaaanz viel glück dir!!!!!!!!!

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