stöckchen – corona

wow, es gibt sie noch: blogstöckchen. ich hatte heute mal wieder lust, so ein stöckchen zu beantworten, und habe mir einen zum thema corona von lilith stibitzt.

auf einer skala von 0 (gar nicht) bis 10 (komplett): wie hat sich dein leben durch die corona-pandemie verändert?
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arbeitest du noch – wenn ja, wo und wie?
ich arbeite nach wie vor bei der krankenkasse, und muss auch noch täglich ins büro fahren. mittlerweile sind zwar die meisten im home office bzw. mobilen arbeiten. aber da ich kein auto habe, um den schweren monitor und den laptop zu mir fahren zu können (mit dem ÖPNV darf ich nicht), und meine firma sich nicht die mühe macht, mir die sachen zu bringen, fahre ich eben weiterhin ins büro. das macht pro strecke jeweils eine stunde fahrzeit, die ich mit vielen menschen in der s-bahn und u-bahn verbringen muss. leider.

wie verbringst du sonst deine zeit?
mit essen, schlafen, fernsehen, hausarbeit, online-brettspiele spielen mit freunden und bekannten. nur selten gehe ich raus, gehe spazieren.

was liest du gerade, welche filme und serien schaust du, welche musik hörst du?
buch: seit wochen schon ein buch von charlotte link, was leider nicht so fesselnd ist. sowie jo nesbos „durst“ als e-book. meine bibliothek ist noch riesig, ich sollte mal ein neues buch anfangen.
filme: alles mögliche mit benedict cumberbatch, zuletzt brexit, star trek into darkness. goodbye christopher robin, minions …
serien: „der tatortreiniger“.

was fehlt dir am meisten?
das atmen ohne maske. ich fühle mich so unwohl damit und kann deshalb nicht viel machen. nur ein paar haltestellen mit der maske in bahn oder bus fahren zu müssen ist für mich schon ein grund, zu hause zu bleiben. bewegung, einfach mal irgendwohin fahren und rumlaufen können. das fehlt mir.

was fehlt gar nicht?
die vielen menschen da draußen. ich genieße die ruhe, sofern noch vorhanden, sehr. shopping fehlt mir auch gar nicht, obwohl ich so langsam wieder mal unterhosen brauche, und vielleicht ein paar schuhe oder andere kleidung. bestellen kann ich mir das nicht, da ich es vorher anprobieren muss. aber wirklich fehlen tut es nicht, ich mochte schon lange nicht mehr gerne shoppen.

was ist das absurdeste, was dir seit ausbruch der pandemie passiert ist?
dazu fällt mir gerade nichts ein.

hast du angst vor einer ansteckung?
ja und nein. ich habe schon vieles über die krankheit gelesen, was mich wirklich beunruhigt, wenn es denn so weit käme. und die menschen, die sich nicht an die hygiene- und abstandsregeln halten, geben mir täglich ein sehr ungutes gefühl. aber grundsätzlich bin ich ein mensch, der generell vorsichtig ist mit zu engen kontakten, und ich vermeide schon immer ansteckungsmöglichkeiten mit viren und anderen krankheiten.

wie schützt du dich?
ich halte generell abstand zu anderen, was ich aber schon vor der pandemie gemacht habe. ich kann es nicht leiden, wenn mir leute zu dicht auf die pelle rücken, daher sorge ich schon seit jeher dafür, dass mir niemand zu nahe kommt. ich trage eine maske (seit einiger zeit sogar zwei übereinander), wo immer es mir sinnvoll ernscheint, nicht nur dort, wo man sie tragen muss. ich vermeide es, irgendwo anzufassen, wo viele andere schon mit ihren händen waren, und wasche mir die hände, wenn möglich. und ich gehe so gut wie nicht mehr raus.

wie oft gehst du aus dem haus – und wohin?
fünf tage die woche fahre ich zur arbeit, meistens verbinde ich noch auf dem heimweg den gang zum supermarkt, damit ich nicht nochmal los muss. manchmal mache ich auch einen spaziergang, aber meistens bleibe ich zu hause.

in welchen momenten fühlst du dich einsam?
wenn ich meine mitmenschen dazu aufgefordert habe, ihre maske zu tragen oder sie richtig über die nase zu ziehen, sie das ignoriert haben und kein anderer der leute, die das mitbekommen haben, mich unterstützen wollte, da habe ich mich einsam gefühlt. inzwischen habe ich es aufgegeben, die menschen darauf anzusprechen.
sonst bin ich hier ohnehin alleine in der stadt, habe hier niemanden, den ich treffen könnte. in sofern hat sich da nicht viel verändert, ich lebe ja schon isoliert.

in welchen momenten wärst du gerne allein?
täglich auf dem weg zur arbeit in s- und u-bahn.

hast du vorräte aufgestockt – wenn ja, welche?
vorräte habe ich eigentlich immer da, ich gucke nur seit den hamster-aktionen im vorjahr, dass ich bestimmte lebensmittel und hygieneartikel zu hause habe, falls ich mal wieder in quarantäne muss. ich musste schon mal online lebensmittel bestellen, da meine kollegin positiv war, und ich zwei wochen nicht einkaufen konnte.

hat diese krise auch gute seiten – wenn ja, welche?
für mich persönlich nur, dass es zeiten gab oder noch gibt, wo man mal ruhe in der großstadt erfahren konnte, wo sonst viele menschen rumlaufen.
ich glaube, oder ich hoffe, dass die menschen, die nun schon so lange nicht mehr ihrem job nachgehen können, künstler, insbesondere musiker, durch die zwangspause mal wieder richtig kreativ werden und mehr zeit für ihre kunst haben, anstatt immer nur zu produzieren und alles schnell auf den markt zu bringen. vielleicht wirkt sich das auch auf die qualität der kunst aus, denn in den letzten jahrzehnten gab es ja viel schrott, weniger kunst. ich denke auch, dass sich manche menschen mal auf sich besinnen und ihren lebensstil und -inhalt durch die ungewöhnliche situation überdenken und vielleicht auch ändern. dass es nicht immer nur wichtig ist zu feiern und möglichst viele oberflächliche sachen zu machen. dass sie weniger sinnlos konsumieren. an sich arbeiten, sich selbst reflektieren durch die viele freizeit, die sie nun haben.

wie hältst du mit familie und freunden kontakt?
mit meiner mutter telefoniere ich regelmäßig, mit meinem bruder seltener. mit freunden telefoniere oder chatte ich, wie immer, mal mehr, mal weniger.

was interessiert dich heute, was dich früher nicht interessiert hat?
wie viren überleben.

was wirst du als erstes tun, wenn sämtliche beschränkungen wieder aufgehoben sind?
meine freiheit ohne maske genießen und mir unterhosen kaufen.

wird die welt nach der pandemie eine andere sein?
menschen sind gewohnheitstiere, ich füchte, sie werden sich nicht wirklich ändern. sobald das alles vorbei ist, werden sie sein wie immer sein. dumm und dümmer. dass die meisten nach wie vor nur an sich denken und meinen, sie hätten das recht, das zu tun, worauf sie gerade lust haben. ohne rücksicht auf andere zu nehmen.

wirst du ein anderer mensch sein?
die pandemie hat mich nicht wirklich verändert, nur etwas feindseliger und aggressiver gegenüber anderen gemacht. ich weiß nicht, ob sich das wieder legt, ich hoffe es.

wer soll diesen fragebogen als nächstes beantworten?
das ist mir einerlei.

2 Gedanken zu “stöckchen – corona

  1. War sehr interessant deine antworten zu lesen.
    besonders deine meinung zu den beiden vorletzten fragen fand ich herausragend gut! endlich formuliert das mal jemand ganz direkt! ja, so ist es doch! das ist die wahrheit! so fühle ich auch.

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