empathie

wenn man sich unter menschen einsam und unverstanden fühlt, und immer wider das gefühl bekommt, man werde nicht akzeptiert mit seiner einstellung, sondern nur geduldet … sollte man wohl den bekanntenkreis wechseln? aber ich habe solche angst davor, immer wieder zu erfahren, dass man mich nicht wirklich mag oder versteht. ich merke immer mehr, dass ich jemanden brauche, der mich so nimmt wie ich bin, und ich weiß nicht, wie ich diese person(en) finden soll … bin ich wirklich so komisch, oder sind es die anderen?

gibt es noch irgendwo leute, die es okay finden, oder sich vorstellen können, dass man etwas anders sieht als sie selbst? empfinden die menschen zu wenig empathie?

ich hatte früher weniger probleme damit, neue kontakte zu haben. solange ich meine meinung nicht gesagt habe, klappte das ganz gut. ich weiß zwar nicht, was die anderen dann an mir interessant fanden, aber wahrscheinlich nur die tatsache, dass ich immer zeit hatte und eine unkomplizierte begleitung war. ich könnte es wieder so machen und nicht meine einstellung zu dingen äußern. aber ich bin keine 20 mehr und möchte meinen charakter zum ausdruck bringen. und dafür auch angenommen, bestenfalls sogar geschätzt werden.

ich flüchte mich schon wieder in eine traumwelt, wie immer, wenn ich mit der einsamkeit nicht klarkomme. da kann ich sein, wie ich sein möchte, und werde geliebt für das, was ich bin, und für das, was ich denke, und fühle.

würde es mir nur nicht so schwer fallen, auf andere zuzugehen. ich brauche mal wieder einen seelenverwandten. vielleicht irgendeine verschrobene künsterseele, die nicht ganz von dieser welt ist, aber sich in andere hineinfühlen kann. ich würde gerne mal wieder tiefsinnige gespräche führen, ohne immer gleich anzuecken. wo findet man so jemanden?

ich werde endlich aktiver werden müssen, um unter leute zu kommen. vielleicht suche ich mir ein neues hobby, eine theatergruppe für laien oder irgendwas in der art. vielleicht darf ich mich dort ausdrücken, ohne schief angeguckt zu werden, wenn ich etwas von mir gebe. und finde dort das, wonach ich suche …

3 Gedanken zu “empathie

  1. ich kenne die angst, nicht akzeptiert zu werden. und ich verstecke gern meine persönlichkeit um nicht aufzufallen, zeige mich nicht wirklich. aber was passiert dann? die leute sehen nichts und zwingen mir dann ihre persönllichkeit auf. ich soll dann für sie funktionieren.
    ich will aber ich sein. nach meinen werten leben.
    ich will doch aber nur so akzeptiert werden, wie ich wirklich bin. wie ich bin zeig ich aber kaum aus angst.
    blöd. das ist keine lösung. aber wie dann?
    ich möchte, dass jeder so sein darf, wie er ist und jeden so akzeptiert wie der andere eben ist.
    jeder so wie er möchte. freiheit. respekt. akzeptanz. rücksichtnahme.

    fakt ist, je mehr ich bei leuten von mir zeige, desto mehr leute verliere ich gerade. ich versuche es hinzunehmen und weiterzumachen, mir selbst treu zu werden.
    die menschen, die mich nicht so wollen wie ich bin, die mich nach ihren regeln verändern wollen, die machen mich kaputt. saugen mich aus.
    ich will das nicht mehr. verdammt.

    So schrumpft also immer mehr mein bekanntenkreis. und auch ich suche nach neuen leuten…
    keine ahnung wo es die gibt.
    ich bin enttäuscht und habe nicht mehr viel kraft zu suchen.
    vielleicht ist das alleinsein gar nicht so schlimm? schlimm sind auf jeden fall die ganzen falschen kompromisse, die ich gemacht habe um nicht allein zu sein. ich habe die menschen über meine grenzen trampeln lassen. wo war meine würde?

    ich halte unsere gesellschaft für unsozial. es ist eine ellbogengesellschaft. jeder denkt nur an sich.
    nichts für sensible menschen.

    ich will mich nicht mehr anpassen.
    ich will ich sein… (Sang schon RIO…)

  2. Wow, das klingt wirklich sehr traurig, aber deine Gedanken und auch die von abraxandria sind mir nicht ganz fremd, selbst wenn ich das für mich anders interpretiere…
    Ich habe mich auch die letzten Jahre an andere angepasst bzw. vielmehr nur einen Teil von mir ausleben können, aber das, was mir eigentlich wichtig ist, unterdrückt. Deshalb habe ich mich von einigen Bekanntschaften getrennt und andere wiederum erst mal pausiert. In dem Moment war es aber immer okay, im Nachhinein würde ich nicht noch mal so handeln, sondern mehr bei mir bleiben. Ich weiß daher auch, dass ich all das gebraucht habe, um mehr über mich selbst zu erfahren. Denn jede Begegnung verrät einem etwas mehr über sich selbst und daher sollten wir nicht aufhören auf andere zuzugehen, auch wenn das unglaublich schwer fallen kann! Wichtig ist, sich selbst zu reflektieren und herauszufinden, wer man eigentlich ist. Denn ansonsten wird es für andere auch schwer, einen so zu lieben, wie man ist und man fühlt sich zudem immer wieder unverstanden, wenn man sich anpasst.
    Es wird so leider nicht wirklich einfacher, jemanden auf einer Wellenlänge zu finden… aber wenn es klappt, dann umso erfüllender! : )

    Und nicht alle Menschen sind unsensibel. Die meisten wissen es nicht besser, als sich eben mit Ellenbogen zu wehren; vor allem, weil man damit durch kommt und das jeder macht… das entschuldigt natürlich nichts, aber für mich macht es das ganze irgendwie erklärbar und gibt mir den Mut zu meiner Andersartigkeit zu stehen und ihnen einen Teil meiner Welt zu offenbaren ohne etwas zu erwarten.

  3. @ abraxandria:
    das ist aber schade, wenn du dich zu sehr versteckst ! es ist zwar, wie ich schon schrieb, auch oft anstrengend, aber seine persönlichkeit muss man doch trotzdem in irgendeiner form zeigen, sich treu sein. wenn man sich immer vor anderen verstellen oder verstecken muss, wird man doch krank irgendwann 😦
    ich glaube die kunst besteht darin, einfach so zu sein wie man will, ohne darüber nachzudenken, was andere von einem halten. das ist schwierig für so sensibelchen wie uns, aber wenn man das schafft, kann man vielleicht auch andere für sich gewinnen 🙂
    auf leute, die dich verändern wollen, kannst du aber verzichten, die behindern dich ja eher, geben dir negatives feedback.
    allein sein muss nicht schlimm sein, aber ganz isoliert ist es ja auch langweilig und manchmal auch traurig.
    kopf hoch! und trau dich ruhig mal, aus dir herauszugehen. das schlimmste, was dir passieren kann, ist, dass es keinen beeindruckt oder interessiert! *lach*

    @ journey:
    du triffst es gut damit, es geht mir genauso, dass ich einen mir wichtigen teil nicht so ausleben kann, wie ich möchte … aber ich lerne jeden tag dazu und versuche, mich dennoch so zu zeigen, wie ich bin, auf was ich wert lege. manchmal kommt es eben nicht gut an, und auch damit muss ich täglich lernen, umzugehen.

    selbstreflektion ist mein ständiger begleiter, leider. manchmal sollte man auch einfach mal sein und nicht darüber nachdenken, wer oder wie oder was man ist 🙂

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