quarantäne-tagebuch – tag 1

tja, nun isses soweit. ich sitze seit gestern abend in qurantäne. meine kollegin, die direkt neben mir sitzt, ist positiv getestet worden. am montag war sie noch im büro, klagte da aber schon über kopfschmerzen und sagte, sie kriegt wohl auch eine erkältung. sie erwähnte dann auch noch, dass ihr mann am wochenende schon symtome hatte, und er vorsorglich einen corona-test gemacht hätte. ich hatte mich zwar gefragt, wieso sie dann überhaupt noch zur arbeit gekommen ist, aber laut unseren regeln darf man mit leichtem schnupfen durchaus kommen. am dienstag war ihr platz dann leer, als ich kam. und als meine teamleiter etwas später ins büro kamen, fragte ich direkt: „muss ich in quarantäne?“ sie sagten mir, dass die kollegin nun freigestellt wäre und auf einen test wartet. es ist sehr schwierig, da überhaupt durchzukommen, und bis die dann vorbeikommen und testen, dauert es nochmal. naja. meine anderen kollegin, die da noch mit im büro sitzt (unser zimmer ist ja zum glück klein mit nur 4 plätzen, die vierte kollegin ist gerade im urlaub), fühlte sich auch leicht angeschlagen und die nase lief etwas. aber sonst okay. bei mir war es nur ein sehr geringes kratzen im hals manchmal, und ab und zu fror ich innerlich etwas. da hatten wir natürlich beide schon die befürchtung, bei uns ginge es nun auch los. zumindest nach feierabend und abends spürte ich aber dann kaum noch was. meine temperatur war normal. dennoch, immer dieses warten, kommt noch was oder nicht? das macht einem schon sorge.

unsere teamleiter kümmern sich aber gut um uns, melden sich telefonisch und halten immer mal wieder kontakt im büro zu uns und erkundigen sich über unser befinden.

gestern abend kam dann der anruf eines teamleiters mit der bestätigung, dass auch die kollegin ein postitives ergebnis hat. shit. aber ich hatte damit gerechnet. er sagte ich, solle den ärztlichen bereitsschaftsdienst anrufen, die würden mir dann sagen, was nun zu tun ist.

dort rief ich heute an, und da kommt erstmal eine ansage nach der anderen. man wird dann auf die corona-hotline verwiesen. dort meldete ich mich und dachte schon, wer weiss, wie lange ich da wohl warten muss. aber als ich dann nach einigen ansagen vom system an die richtige stelle verbunden wurde, ging auch direkt eine mitarbeiterin dran. ich schilderte kurz, dass ich kontakt zu einer postitiv getesteten person hatte und mich hier melden sollte. sie sagte, dass die getestete person ja eine liste mit ihren direkten kontakten dem gesundheitsamt geben musste, und die würden sich dann bei mir melden. es könne etwas dauern, da ja wochenende ist. ich solle einfach abwarten und zu hause bleiben. das war’s. sie legte sehr schnell auf, was ich etwas seltsam fand, auch wenn da sicher viel los ist und die leitungen glühen. aber nicht mal zu fragen, ob ich irgendwelche symtome habe, fand ich etwas seltsam. auf seelische unterstzüng sollte man dort nicht hoffen, falls man sowas braucht. und nicht jeder nimmt das ganze relativ gelassen wie ich. zwar hatte ich nach dem teamleitergespräch doch kurz einen leichten sentimentalen moment, was mich selbst erschreckte, da ich sonst ganz nüchtern über die pandemie denke. aber auch das war schnell vorbei und ich habe nun keine panik oder düstere gedanken. mir zu viele sorgen machen ist bestimmt nicht gut für’s immunsystem. ich versuche, positiv zu bleiben (nicht im corona-sinne 😀 ). vielleicht bin ich ja auch schon krank und merke es nicht. das wäre optimal. dann bin ich anschließend vielleicht eine weile immun.

leider habe ich mir gestern nach der arbeit nicht direkt noch einen sixpack wasser geholt, da ich zu faul war, das ding ohne einkaufstrolley zu tragen. hätte ich es mal gemacht! nun habe ich noch zwei flaschen und kann mir ansonsten tee machen oder wasser aus dem wasserhahn nehmen. den müll hatte ich vorsorglich noch runtergebracht, denn die kommenden zwei wochen darf ich ja weder zur Mülltonne noch zum briefkasten. das stört mich am meisten an der quarantäne. ich werde nun versuchen so wenig müll wie nur irgendwie möglich zu fabrizieren, spüle joghurtbecher und dosen aus und lasse alles, was organisch ist, so gut es geht trocknen. jedenfalls werde ich das versuchen. meine bananenschale hatte ich aber trotzdem inzwischen in den mülleimer geworfen, weil ich die nicht ewig angucken will.

ich bin mal gespannt, was ich nun so lange zu hause machen werde, wie es mir gehen wird und ob ich doch noch erkranken werde. ich bin ja durchaus ein häuslicher mensch, muss also nicht ständig auf achse sein. aber 14 tage lang keinen kurzen spaziergang machen und frische luft schnappen ist auch nicht so toll. es wird bestimmt ein seltsamer moment sein, nach der zeit wieder in die „freiheit“ zu dürfen. wenn ich bis dahin nicht schon abgeholt wurde und auf der intensivstation liege …

passt auf euch auf und bleibt gesund! corona is near.

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