besuch aus münchen

letzte woche kam mich mein bruder besuchen. er wollte ja ursprünglich schon vor zwei monaten etwa kommen, aber da kam ihm corona in den weg. die zugtickets konnte er nun noch nutzen, auch ohne zugbindung – was natürlich viel praktischer ist, da abfahrt und heimfahrt flexibel und kurzfristig geplant werden können. wäre es doch immer so, wie damals …

nun war er das erste mal in meiner neuen wohnung. ihm gefiel es hier, und wir waren jeden tag unterwegs. seltsamerweise hatte er sich hier anscheinend wenig sorgen um corona gemacht, obwohl er beim telefonieren immer sehr besorgt klang, sogar richtig ängstlich und panisch. das alles findet aber wohl nur in seinem kopf statt. er machte sich auch sorgen um die lange zugfahrt, da er in den 5,30 stunden auch zur toilette muss und den gedanken daran gar nicht toll fand. hier in hamburg hat er aber auch vieles angefasst, lief mehrmals täglich in einen supermarkt oder ging in einen imbiss, um sich proviant zu holen (bei mir hat er nichts gegessen!). also ich bin da sehr vorsichtig mit offenen speisen, sowas vermeide ich, wo es nur geht. hatte mir zwei mal pommes geholt, da die aus der fritteuse kommen, mache ich mir da keine großen gedanken. nur den picker zum essen nahm ich nur ungern. aber wenn man stundenlang unterwegs ist, lässt sich das nicht immer vermeiden.

jedenfalls sah mein bruder recht entspannt aus, was das corona-virus betrifft. was ich schlimm fand war, dass er sich beim maske-tragen immer wieder mit dem ärmel das gesicht, also die mundpartie, abwischte. weil er schwitze. ich auch, klar, das tragen ist eine qual. aber mit dem ärmel … ich ziehe den immer über meine hand, wenn ich einen türknopf drücke. einmal hab ich mir versehentlich mit dem ärmel auch im gesicht rumgewischt, weil ich so geschwitzt habe. als ich das merkte, hab ich mir direkt mit hygiene-gel das gesicht abgerieben, das hat schön gebrannt an den lippen 😀 aber ich war da echt besorgt. ich hatte auch noch eine weile den geschmack davon im mund.

und beim friseur war er auch noch! uiuiui. also ich glaube, seine angst ist nicht sehr groß.

wir fuhren viel mit bahn und bus herum. mir war es meist viel zu viel. zuviel stress und zuviel corona-gefahren. mein bruder ist so unruhig, er braucht viel auslauf. da musste ich ihn echt bremsen. aber sonst war es sehr schön. wir haben viel angeguckt. einiges, was ich schon kannte, aber auch ecken, die mir unbekannt waren. so waren wir zum beispiel im gängeviertel. früher war das ein armenviertel in hamburg, wo pest und cholera herrschten. die noch verbliebenen häuser sind heute ein kunstprojekt. es sieht aus, als ob die häuser besetzt wurden, hier hängen alternative leute ab, draußen in den höfen. ich komme mir etwas wie ein eindringling vor, auch wenn man das gängeviertel ja durchaus besichtigen darf oder soll. schießlich heißt es hier: komm in die gänge! 😀

auch die krameramtsstuben fand ich nett. seltsam, ich kann mich nicht erinnern, dass ich diesen gang schon mal gesehen habe, obwohl sich die stuben direkt neben dem michel befinden. waren doch mit schoko und seiner familie mal dort, hatten wir das gar nicht angeguckt? naja, so war es dann doch was neues für mich. es gibt noch echt viele alte häuser in hamburg, verstreut an den verschiedensten ecken. toll, was man da alles entdeckt 🙂

auf der elbe waren wir natürlich auch, mit der linie 62 nach finkenwerder. mein bruder hatte das noch nie gemacht. wie oft bin ich schon mit der fähre dorthin geschippert, und ich mag es immer noch. werde es wohl immer lieben. es ist so schön, auf dem wasser zu schaukeln. ich glaube, ich brauche ein boot *seufz*

mit dem wetter hatten wir glück, bis auf freitag, da regnete es dann doch länger. wir waren gerade in st. pauli unterwegs, an der großen freiheit stellten wir uns einige minuten unter, in der hoffnung, dass der regen wieder aufhört. gegenüber steht eine kirche, da sind wir mal kurz rein. ich kam mir vor wie im film! die kirche ist katholisch, und dort fand gerade eine polnischer gottesdienst statt. ich weiß ja nicht, ob die katholiken immer auf den bänken knien beim singen, aber die taten es – ausnahmslos alle, inklusive des pastors vorne vorm altar. das sah echt krass aus. ich kenne eigentlich nur das aufstehen beim beten, aber nicht dieses demütige nach vorne knien. ich dachte immer, das machen nur manche, sehr religiöse, beim beten. die sangen auch ein sehr schönes lied, das ging direkt ins ohr 😀 wir hielten uns nur im vorraum auf und beobachteten von dort das geschehen. als ich die kirche verließ, kam mir ein mann entgegen, der gerade diesen heiligen raum betrat. er ließ sich auch direkt in die knie nieder und bekreuzigte sich. wow, und das mitten auf dem kiez 😀

die woche ging ruckzuck rum. es war sehr schön, meinen bruder mal wiederzusehen.

und nun noch die bilderflut, von einer woche hamburg-sightseeing. viel spaß beim gucken! wir waren noch an viel mehr orten, aber nicht immer hatte ich lust zu fotografieren (alsterchaussee/-park, barmbek, st. pauli, sternschanze, winterhude …). aber das reicht auch erstmal 😉

 

 

2 Gedanken zu “besuch aus münchen

  1. Tolle Fotos! Schön auch mal Ecken zu sehen, die man sonst nicht zu sehen kriegt, wenn man als Touri in Hamburg unterwegs ist.

    Ja, das mit den Masken kann unangenehm werden. Ich hab mittlerweile gemerkt, dass es da auch Stoffmasken gibt, unter denen man gut atmen kann und nicht so schwitzt. Ganz schlimm finde ich diesen T-Shirt artigem Stoff und die blauen Einmalmasken.

  2. @sanne:
    oh gott, dein kommentar hing im spamordner fest *gg* seltsam, dass ich den erst genehmigen musste. sorry! 🙂

    die maskenpflicht wird jetzt echt unangenehm, es ist so warm in den s-bahnen … ich hoffe,, es geht nicht noch den ganzen sommer so. ich leide :/

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