hamburg 2019 (1)

mein urlaub ist leider schon vorbei. es war wunderschön. das wetter war zwar nicht perfekt, da es auch immer mal wieder regnete und die sonne sich kaum blicken ließ. ein klein wenig wärmer hätte es auch sein dürfen. aber besser als schwitzen und leiden bei hohen temperaturen. ich vertrage das ja nicht.

am mittwoch morgens um viertel vor acht ging es los, ab duisburg mit dem flixtrain. den hatte ich noch nie genutzt, wie auch den bus bisher. aber zwei tage vor fahrtantritt ein ticket für 13,99 euro buchen können fand ich doch sehr verlockend. die rückfahrt kostete auch nur 19,99 euro. dreieinhalb stunden dauerte die fahrt. also ruckzuck war ich am ziel. die fahrt war auch sehr entspannt, der zug war nicht sehr voll, alles nur einzelne fahrgäste, die nicht quasselten, es war angenehm ruhig. und die züge waren toll! die guten alten, ausrangierten züge der DB sind das. dieser war ein interregio, die sitze sind bequem, es gibt genug beinfreiheit und die möglichkeit, die fenster zu öffnen. klasse! klassen gibt es übrigens im flixtrain nicht, was ich sehr sympatisch finde. die ansagen des zugbegleiters waren zum schmunzeln, es geht dort wesentich lockerer zu als bei der steifen DB.

mittags angekommen, nutze ich die zeit bis zum check-in (ab 15 uhr) mit dem angucken der günstigeren stadtteile, in die ich evtl. ziehen könnte. man will sich ja vorher ein bild machen von den gegend, in der man lebt. vor allem, wenn das image der stadtteile eher negativ ausfällt. so fuhr ich direkt mal nach billstedt, dem stadtteil hamburgs, von dem ich bisher nur schlechtes gehört hatte. landet man dort im slum? so klingt es jedenfalls, wenn darüber berichtet wird.

schön ist billstedt nicht. aber ich hatte auch nicht gleich beim aussteigen der haltestelle das gefühl, von gangstern und obdachlosen umringt zu sein. direkt an der station ist ein einkaufszentrum, und die leute dort sind gemischter herkunft. gesocks und irgendwelchen bedrohlich wirkenden leuten bin ich nicht begegnet. es war auch nicht schmutzig oder sonst irgendwie auffällig. ich nahm dann einen bus richtung wandsbek markt, da ich so am besten was von den stadtteilen sehe, wo es noch halbwegs günstige wohnungen gibt. der bus fuhr über horn und hamm, ich glaube, da ist es ok, wohnen kann man da auf alle fälle. hasselbrook und wandsbek fand ich noch besser.

gegen 16 uhr kam ich dann an meinem hostel an. das a&o hostel auf der reeperbahn. ich wollte zwar gerne wieder in das hostel am hautbahnhof, da ich dort schon einmal war und alles super fand.  aber hier waren die preise günstiger. ich wollte unbedingt ein einzelzimmer haben, da ich keine lust mehr auf zimmer teilen habe. da werde ich sowieso nur gestört, und ich möchte privatsphäre. die drei nächte für das zimmer kosteten 139 euro. ist mir eigentlich schon zuviel, aber mir blieb nichts anderes übrig. es ist ja auch hochsaison.

das hostel liegt eine minute fussläufig von der s-bahn-sation entfernt. mitten im kiez also. als ich das zimmer gebucht habe, war ich etwas skeptisch, ob ich dort überhaupt nachts schlafen kann. aber mein einzelzimmer ging zum hinterhof raus und lag am ende eines langen ganges.

das zimmer war angenehm groß, das bad war sehr groß, soviel platz hatte ich nicht erwartet und auch nicht gebraucht, aber das war sehr schön. insgesamt hatte es etwas den charme einer bruchbude, da das haus schon alt war und alles etwas heruntergekommen wirkte. auch das inventar. als ich vor vielen jahren am hostel am HBF war, fand ich alles super modern und neuwertig. vielleicht war es das damals auch 😉 die üblichen pluspunkte, die ich an diesem hostel schätze, waren auch nach wie vor vorhanden. es gab handtücher (leider nicht ganz fleckenfrei), haartrockner (auch wenn ich den selten brauche) und duschgel/shampoo. das bett war sehr bequem, der fernseher war zwar winzig, aber es gab einen.

was ich doof fand war die dusche, denn die blieb abends kalt. morgens hatte ich die mal gestestet, da wurde das wasser warm. blöd, aber ich bin halt ein abendduscher.

der lärmpegel hielt sich die ersten beiden nächste echt in grenzen, ich konnte recht gut schlafen, von draussen hörte man kaum was. in der dritten nacht von freitag auf samstag war das allerdings anders. da vibrierte mein bett 😀 die reeperbahn war im ausnahmezustand, die musik dröhnte. auch die hostelgäste benahmen sich dementsprechend rücksichtslos, redeten laut im gang und knallten mit den türen, wahrscheinlich zu besoffen, um noch was zu merken. da ist ein fernseher echt gold wert, denn ich konnte den laufen lassen und stellte den timer an, damit er nach zwei stunden ausgeht. bis dahin war ich eingeschlafen.

aber weiter mit tag 1. nachdem ich mich kurz im zimmer frisch gemacht hatte, fuhr ich zu dem landungsbrücken und nahm die fähre nach fineknwerder. denn dort hatte ich am meisten hoffnung, eine hübsche und ruhige wohnung zu finden. es gibt da eine genossenschaft, die regelmäßig günstige wohnungen anbietet. und es sieht immer anständig aus und grün. genauso, wie ich es mag.

finkenwerder ist auch sehr grün und sehr ruhig, was sehr schön ist. es gibt dort eigentlich nur backsteinhäuser, viele kleine einfamilienhäuser und auch ein paar wohnblöcke, die von der genossenschaft sind. da wohnen bestimmt keine chaoten. leider ist es dort extrem ruhig, es laufen kaum menschen auf den straßen und es gibt nur wenige geschäfte. ich weiß noch nicht, ob ich damit klarkommen könnte. jeden tag auf die fähre zur arbeit und zurück, auch im winter bei wind und eiseskälte … dennoch hat es was, da man echt ruhe hat und trotzdem in hamburg ist. ich muss mir das mal überlegen, ob ich es dort  mal mit einer wohnung versuche.

die fahrt über die elbe war natürlich wieder schön, das wetter war auch noch sehr freundlich. ich könnte den ganzen tag rumschippern … 🙂

nach weiteren busfahrten von heimfeld bis harburg war ich gegen abend dann auch plattfüßig und kaputt. bis auf einen kleinen spaziergang auf der reeperbahn zum hostel und proviant für den kommenden tag kaufen konnte ich nichts mehr machen. ich freute mich schon auf den nächsten tag, denn da sollte es an die ostsee gehen …

3 Gedanken zu “hamburg 2019 (1)

  1. Tolle Fotos! Hachz, Hamburg ❤

    Dank dir habe ich jetzt auch "Die Ritze" gefunden. Als wir in Hamburg waren, haben wir die ständig übersehen, die war wohl zu gut versteckt (oder wir zu blind) ;D

    Was du von Billstedt gehört hast, hatten wir von St.Georg gehört – und genau dort ein Hotel gebucht ("Seid ihr irre? Auf St.Georg? Da ist doch nur Gesocks!"). Was soll ich sagen: es war ruhig und friedlich, und abseits von der Strasse, die vom Hauptbahnhof zum Hotel führte, waren es dann auch hübsche Altbauten und gepflegte Parks. Natürlich viele Ausländer und abends dann auch ein paar Damen am Strassenrand – aber niemand kam uns blöd und wir haben uns sicher gefühlt wenn wir abends/nachts zurück ins Hotel kamen. Kein Gesocks, kein Slum.

  2. @ sanne:
    die ritze ist wirklich gut versteckt, da ist nur ein schmaler gang, der auf den hinterhof führt, da läuft man schnell dran vorbei bei den vielen läden un den vielen blinkenden lichtern auf der reeperbahn.

    ja, st. georg soll ja auch sehr verkommen sein. ich laufe da gerne rum und finde es nett. bisher ist mir nichts negatives aufgefallen.

  3. das sind wundervolle eindrücke von hamburg und der elbe!!! dankeschön! hach, das weckt auch gleiche meine reisefreude… 🙂

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