die liebe arbeit …

eigentlich wollte ich ja hin und wieder über meine arbeit bloggen, lustige, kuriose und gemeine kunden gibt es ja genug. aber irgendwie fehlt mir die zeit. das bloggen fehlt mir mir auch, aber ich komme einfach nicht dazu. naja, wenigstens mal kurz vorbeigeschaut und ein paar sätze erzählt …

ich bin jetzt seit einer woche im service. da hatte ich mir schon total sorgen gemacht, denn im service muss man alles bearbeiten, ausser pharma-angelegenheiten. also alles was rechnungsrückfragen und sonstiges betrifft, und vor allem die beschwerden kann man nicht mehr abgeben, sondern man muss selber damit klarkommen. zwei mal hatten mich ja schon kunden zum heulen gebracht, und wenn ich kunden in der leitung habe, die sich total aufregen und mich anfratzen, ist es echt schwierig für mich, damit umzugehen. zwar schaffe ich es in einigen fällen auch, ruhig zu bleiben und die kunden etwas zu besänftigen, aber besonders gut für die psyche ist es leider nicht. man muss sich schon vieles anhören und gefallen lassen. und auch wenn z.b. jemand sich über die ausländer aufregt (gemeint sind immer die DHL- oder hermes-fahrer), weiß ich nie, wie ich mich verhalten soll. neulich meinte einer aus chemnitz „diese scheiss kanacken“. innerlich explodiere ich fast, möchte gerne meine meinung sagen, aber ich schweige dann besser, bevor das gespräch eskaliert. es fühlt sich aber nicht richtig an.

ich muss noch ständig fragen, wie ich dieses und jenes problem bearbeite, und völlig überfordert bin ich, wenn es um rechnungsfragen geht. ich bin echt kein buchhalter, und ich steige schon nicht mal durch die rechnungen, die ich manchmal bekomme. nun muss ich die auch noch bearbeiten und wenn jemand z.b. anruft und sagt, er habe da zuviel bezahlt, muss ich das prüfen. blöd nur, dass ich nichts kapiere. ich sehe da nur zahlen und plus und minus, aber ich raffe es nicht. rechnen kann ich ja auch nicht wirklich.

was bisher etwas besser ist: anstelle von 30 sekunden nachbearbeitungszeit nach jedem anruf (und das ist verdammt wenig!) haben wir im service 2 minuten zeit, da teilweise auch emails geschrieben werden müssen und andere service aktivitäten, die eben mehr zeit brauchen. da man aber nicht für jeden fall so lange braucht, hat man dann längere pausen zwischen den anrufen. diese woche durfte ich mich ja auch noch auf schulung setzen, das wird dann wohl ab kommender woche anders sein, aber dennoch habe ich den eindruck, man muss sich nicht so dolle beeilen. wenn man es denn endlich alles beherrscht und auch schnell weiß, was zu tun ist. ich bin noch unsicher, ob ich für den service geeignet bin, aber das hatte ich in der bestellhotline auch gedacht, und ich bin immer noch da … der job wird nicht ewig gehen, da ich schon von mitarbeitern gehört habe, wie schnell die leute da kommen und gehen. und einer ist letzte woche entlassen worden, er hatte zuviele fehler gemacht.

ansonsten mag ich aber meine kollegen (die meisten) und komme soweit ganz gut klar mit allem. dafür, dass ich sonst überhaupt keinen „richtigen“ job bzw. einen bürojob hatte, ist das schon verdammt gut, und ich bin auch stolz auf mich, dass ich das durchziehe, weil ich mir immer noch irgendwie vorkomme, als ob ich in der truman show gelandet wäre. man kann offenbar mehr schaffen, als man denkt – einfach machen und nicht darüber nachdenken. ich hoffe, ich verliere mich nicht und bleibe mir treu. in der arbeitswelt wird man irgendwie so fremdgesteuert … aber zumindest finanziell geht es mir besser. ich spare und hoffe, ich kann damit meinen neustart in einer anderen stadt irgendwann verwirklichen. ich fühle mich ziemlich heimatlos und allein gelassen im moment. ein job und geld macht auch nicht glücklich., auch wenn ich nicht so wirke, ich bin eben doch ein beziehungsmensch, ich brauche jemanden, um den ich mich kümmern kann und der mich um sich haben will. da fällt mir nur noch meine mutter ein. und mit ihr habe ich ja diverse probleme.

naja, es wird sich schon irgendwas ergeben, zum glück kann man nicht in die zukunft blicken.