druck

komme gerade wieder von meinem bewerbungstraining. heute war internetrecherche angesagt. was eher nach gemütlichem suchen nach jobs klingt, stellte sich als horrortermin heraus.

es reicht ja nicht, dass ich mittlerweile einen sehr anhänglichen „fan“ habe, der fliesenleger attila aus ungarn, der jede gelegenheit nutzt, mir mir zu reden. heute setzte er sich direkt neben mich an den rechnerplätzen. fragte noch, ob es ok sei. was soll ich da schon sagen – nein??? wohl gefühlt habe ich mich aber nicht, denn ich mag es nicht, wenn jemand mir zusieht, nach welchen jobs ich suche, oder wenn er die möglichkeit hat, auf meine bewerbungsunterlagen zu gucken. am ende sieht er noch meine adresse und besucht mich!

ich dachte mir auch schon die ganze zeit, dass man nach jobs genauso gut zuhause gucken kann, mache ich ja eh. aber dann kam irgendwann eine frau zu uns und fragte, ob wir uns schon auf stellen beworben hätten. sie meinte heute. also jetzt, bei diesem recherchetermin. hatten wir beide noch nicht, denn wir wusste ja gar nicht, dass wir direkt was losschicken sollten. ich mache sowas auch lieber zuhause, hatte mein email-passwort nicht parat und mache sowas auch gerne in ruhe. die frau klärte uns auf, wozu das hier gut sei, das wäre ja sinn des termins, und was sie denn dem herrn m. dann geben solle. irgendwie war ihr tonfall schnippisch. und dann hielt sie mir zwei angebotszettel (aus der offenenen pinnwand) hin, ob ich die gesehen hätte. ich las direkt was von 6 uhr morgens anfangen … und sagte, dass sei mir zu früh, ich könne so früh morgens nicht arbeiten. sie so: „gibt’s da gesundheitliche grünede?“ (ja was denn sonst, du dumme pute!) – „ja, ich bekomme schlafstörungen.“ und ich versuchte noch, ihr zu erklären, dass ich nachmittags oder ab spätem vormittag arbeiten möchte. ihrem spitzen kommentar dazu kann ich leider nicht mehr wiedergeben, da ich vor lauter panik nicht mehr richtig zuhören konnte. so in dem sinne von, sowas könne man sich nicht aussuchen, das seien „blumen im feld“ oder sowas, sprich, ich hätte wohl zu hohe ansprüche. ich war total eingeschüchtert und wollte nur noch heulen 😦 😦 😦  und ich war kurz davor zu gehen, was sind denn das für methoden, zwangsarbeit? mir war zwar klar, dass man sich nicht alles aussuchen kann, aber dass man überhaupt keine rücksicht nimmt auf meine bedürfnisse und einschränkungen, mir einfach was hinknallt und sagt, so, das machst du jetzt, das ist schon echt krass.

ich habe dann doch noch ein anderes email-passwort probiert und habe mich in aller eile auf vier stellen beworben, die ich mir zumindest gespeichert habe. ich war nciht mehr in der lage zu prüfen, ob die stellen wirklich was für mich sind, und habe bei einer mail auch noch vergessen, meinen lebenslauf anzufügen. das macht ja schon mal super eindruck, wenn man das in einer seperaten mail einreicht … und wer weiß, was ich noch für fehler gemacht habe, denn ich brauche dafür wirklich ruhe und meine vier wände, irgendwo unterwegs kann ich das nicht. wenn jetzt jemand anruft, weiß ich nicht mal, welche stelle das ist … sollte man sich nicht vorbereiten auf sowas? was verlangen die von mir? und wenn das stellen sind, die mich überfordern, alleine von der arbeitszeit, werde ich doch nur heulen und alles verkehrt machen … zuhause hatte ich erstmal einen heulkrampf, habe schon hyperventiliert und musste baldrain nehmen, ich war ähnlich fertig wie meine mama damals, als sie angstattacken hatte. ich habe mich gar nicht wieder eingekriegt. will das jobcenter mich zum psychowrack machen??? diesen druck halte ich nicht aus : ‚( wahrscheinlich bin ich gar nicht in der lage zu arbeiten, und ich versuche es doch irgendwie … ich bin ja auch unfähig, mal mit einem arzt zu sprechen!

neulich arbeiteten wir noch am anschreiben, und herr m. hatte uns nach angabe ein paar stärken (haha, sowas besitze ich nicht wirklich) einen entwurf gemacht. in meinem stand was von „handwerklich begabt“, da meinte ich noch, ich wüsste nicht so genau, ob ich das bin, aber man könnte es ja drin lassen. da sagte er selber, lassen wir es weg, denn wenn etwas in der bewerbung steht, mit dem man sich nicht sicher und wohl fühlt, sollte man es lieber nicht nennen. man achtete also hier auf solche kleinigkeiten, aber wenn man schichtarbeit und frühen arbeitsbeginn total ablehnt, dann kann man es trotzdem machen??? ich verstehe nicht, wie solche dinge einfach ignorieren kann. ich bringe keine leistung, wenn ich total unausgeschlafen arbeiten muss, und werde zum psycho, weil ich immer gleich weinen muss, wenn ich in stress-situtionen komme. und das ist puper stress für mich. ich fühle mich total überfordert.

schade dass es nun wieder so verlaufen muss, wie ich es nicht wollte. wenn ich nicht ganz schnell selbst einen job finde und mir so ein job vermittelt wird, mit dem ich überhaupt nicht zurecht komme, wird es wieder tränen und psychokram geben.

ich setze mich schon mit dem gedanken auseinander, demnächst obdachlos zu werden. menschen wie ich können passen einfach nicht ins system. eine wohnung kriege ich wahrscheinlich auch nicht, jedenfalls keine, die ich zumutbar finde.

und manchmal glaube ich, dass ich mir unbewusst wünsche, dass mein herz, dass mir in letzter zeit sorgen macht, irgendwann einfach aufhört zu schlagen.

3 Gedanken zu “druck

  1. Nein sagen wäre hier wohl das richtig egewesen. Aber mir fällt das auch schwer. 😦
    Mehr Mut an der rictigen Stelle!
    Boah, was für ein blöder Tag! Die machen da ja voll fies Druck! Was für ne Schnäpfe! Blöde Kuh! Die hat ja selbst nur Druck von ihrem Chef! Und dem ganzen blöden System. Und das lässt sie dann an Schwächeren aus. Ist ja mal wieder typisch bei den Ämtern.
    Ich könnte das da auch nicht und finde das auch nicht sinnvoll. Ich würde das auch lieber in Ruhe zuhause machen. Verständlich.
    Und yeah, ein Hoch auf Nachteulen! 🙂 Immer werden die unterdrückt!
    Krass, Du hast das echt gemacht und Dich sogar bei 4 Stellen beworben! Hätte man nicht lügen können und das dann doch zuhause machen können?
    Klar, wie Du Dich danach zuhause gefühlt hast! Hast Dich völlig überfordert und bist über alle Deine Grenzen gegangen. Knuddel!!! 🙂 Ich hätte mich auch total mies gefühlt.
    Vielleicht ist es doch eine Alternative dem Arbeitsamt mitzuteilen, dass man geprüft werden möchte ob man überhaupt arbeitsfähig ist. Wenn die das erstmal bestätigen, gibt es schön Selbsterhaltungshilfe oder wie das jetzt heißt, und der Satz ist genauso hoch wie bei H4 und Du musst den Scheiß nicht mehr machen mit den Bewerbungen. Überlege es Dir mal… Einmal sich trauen und dann in Ruhe gelassen werden.
    Möchte Dir nur eine Möglichkeit aufzeigen, die ich völlig in Ordnung finde.

    Drücke Dich ganz ganz doll!!! 🙂

  2. @ abraxandria:
    mut … kann man das kaufen? :/ nachher ist wieder so ein recherche-tag, es graut mir davor, am liebsten würde ich schwänzen …
    ich hätte mich besser nicht auf die stellen bewerben sollen, denn nun muss ich da irgendwie wieder raus. genau die stelle, die ich am wenigsten machen will, könnte ich wohl nun haben 😦 um 6 uhr anfangen in altenessen, na super, dann muss ich mindestens um 4 uhr aufstehen, vielleicht noch früher, die genaue adresse habe ich ja gar nicht. wann soll ich da schlafen gehen, um 20 uhr? oder besser noch eher, denn wenn ich vollzeit arbeite, brauche ich bestimmt mehr als acht stunden schlaf. wie soll das gehen??? ich werde der frau sagen, dass ich das nicht machen kann.

    die sache mit der ärzlichen überprüfung wäre für mich vielleicht die einfachere lösung, aber ich will ja am besten gar nicht von irgendwelchen ämtern abhängig sein, auch wenn ich mich nicht mehr bewerben müsste oder zumindest als nur eingeschränkt arbeitsfähig eingestuft werden würde, hätte ich ja ständig wieder diese (weiterbewilligungs-)anträge zu machen … grundsicherung muss man auch jedes jahr neu beantragen.
    ich möchte gerne einen weg finden, meinen lebensunterhalt ohne fremde hilfe zu verdienen 😦

  3. ahhhhh! das klingt ja alles voll gruselig! nee, würde den job nicht annehmen. muss man denen das denn mitteilen? kann man das auch verschweigen?
    ja, abhängigkeit, seufz. weiss da auch gerade keinen rat. sorry.
    ich wünsche dir auf jeden fall alles gute, ganz viel kraft und noch mehr mut!!! 🙂 viel glück für alles!

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