müde

wenn man keine zukunftsperspektive und nicht mal einen job hat, wird man echt müde. ich stehe auf und könnte mich nach kurzer nahrungsaufnahme am liebsten gleich wieder hinlegen … oder ich versumpfe am rechner und beschäftige mich mit meinen dateien oder sonstwas. pc aufräumen ist ja auch sooo wichtig 😉 oft ist mir sogar das tv programm zu anstrengend, da höre ich lieber musik. das leben ist grad gar nicht spannend. und lesen macht mich auch schläfrig, da schaffe ich nicht viel.

das jobcenter ist so nah und doch so fern – ich kriege den antrag einfach nicht gebacken. damals hatte ich ja unterstützung von meiner mutter, die mitgekommen ist. in mir sträubt sich alles gegen diesen verein. dabei müsste ich eigentlich hin und mal wieder „hello hartz 4“ sagen. ich habe nur keine lust auf heulattacken und psychogespräche.

aber ohne moos nix los heißt es ja so schön. and it’s so true. no money, no funny.

frau heiermann

frau heiermann arbeitet für eine reinigungsfirma in mülheim. sie ist mindestens 50 jahre alt, eher 55. und sie arbeitet schon seit über 10 jahren in der firma als reinigungskraft. unglaublich.

und sie hat mich vergrault, in den ersten sekunden, in denen ich mit ihr sprach. sie hat eine richtige ruhrpottschnauze, ist frech und schroff. haut mir die worte um die ohren, dass ich am liebsten sofort wieder gehen möchte. und wie ich es hasse, wenn fremde menschen zu nahe an mich herantreten, wenn sie mit mir sprechen … bitte abstand halten, 1 meter ist höflich! ihr geruch ist auch nicht gerade angenehm. und es vergingen keine drei minuten, als sie anfing, über ihre kollegin, die nun aufhört, und deren stelle annehmen möchte, auf das übelste abzulästern und herzuziehen. „manchmal könnte ich die anne wand klatschen!“. o-ton frau heiermann. ich schlucke und lächle verständnisvoll. möchte mich mit der revolverschnauze lieber nicht anlegen. und hauptsache, wir verstehen uns! dat muss nämlich passen!“ ich nicke tapfer und hoffe, dass sich das noch legt. aber frau heiermann redet gerne und viel, und die lästereien hören nicht auf. „die“ macht nichts richtig, kapiert nichts, etc. warum die kollegin wohl aufhört, frage ich mich.

frau heiermann ist selbst nicht gerade organisiert, zeigt mir erstmal nur die toiletten und was da zu tun ist. einen putzwagen gibt es nicht, und in der mickrigen putzkammer müffelt es nach dreckigen wischmöppen. aufgeräumt wirkt die kammer auch nicht. willste wissen, ob ’ne reinigungsfirma gut, ist, schnupper mal in die putzkammer, dann weisste gleich, wie sauber die putztruppe ist. der eimer, den sie mir gibt, hat innen einen schönen dreckrand am boden. den eimer nach benutzung ausspülen wird auch überberwertet.

ich mache mich an die arbeit, laufe immer wieder in die putzkammer und zurück, da ja kein wagen vorhanden ist und ich alles mühsam einzeln mitnehmen muss. mülltüten, eimer, wischmopp, stiel, putzklappen. es gibt auch nur zwei sorten lappen, blau und rosa. rosa ist ja für die toiletten. und der blaue? wohl für alles andere. igitt.

fünf minuten später trudelt die andere kollegin ein. die, die aufhört. sie ist schon pflegeleichter, redet nicht so viel und laut, nimmt alles gelassen. vielleicht zu gelassen. auch sie hat wenig konzept und erklärt wenig. nur gut, dass ich schon einige jahre erfahrung habe, ich hätte sonst nix kapiert. „lass dich von der ja nicht aus dem konzept bringen!“ warnte mich frau heiermann vorher noch.

als die ruhige kollegin mich darauf anspricht, dass ich wohl meine eigenen handschuhe mitgebracht hätte, meinte ich, ja, hier gibt es wohl keine. sie nimmt sich einen gebrauchten handschuh und guckt ihn sich argwöhnisch an, riecht dran, meint aber ganz gelassen: „ja die frau heiermann hat eine hautkrankheit an den händen, und die riecht man auch“. HILFE!!!! denke ich und überlege, was ich hier schon angefasst und ob ich mich eventuell schon angesteckt haben könnte. hatte ich nicht vorhin ihre hand geschüttelt??? wenigstens bietet mir die frau keinen dieser benutzen handschuhe an (gott sei dank hatte ich meine eingepackt!) ich putze angeekelt weiter meine toiletten.

plötzlich schaut frau heiermann wieder vorbei. „kommste klar?“ ja logo! alles super … außer … na ja. ich bleibe tapfer und wenn sie mich fragt, ob ich morgen wiederkomme, sage ich ja. hoffe, sie bemerkt mein leises zögern. nach fünf minuten hatte sie das erste mal gefragt, ob ich den job nehme. da hatte ich gesagt, ich gucke mir das hier ja erstmal an, so hatte das ja auch die chefin vorgeschlagen. „ach so! ja klar!!!“ sie wunderte sich, dass ich nicht direkt geschrien habe, dass ich den job UUUNBEDINGT haben will, und mir die nächsten 10 jahre die stimmung vermiesen lassen will. sie zog mich regelrecht runter mit ihrer art. diese frau macht mich fertig.

sie zeigt mir später noch die erste etage, wo ich zweimal die woche dran bin. redet wieder so laut, obwohl da noch leute im büro sitzen. „wenn da noch leute drin sind, nicht reingehen! machste später!“ – „aber den mülleimer darf ich schon rausholen, oder?“ frage ich. ist ja eigentlich üblich. „nee, das machste dann später! nich, dass de die leute störst“, guckt in ein zimmer und schreit dem mitarbeiter zu: „na, ich dachte, du biss in urlaub?“ und textet ihn zu. er reagiert kaum. das bedeutet also „nicht stören“. alles paletti. „und nich zu viel auf einmal machen, sonst schaffste dat nich. die andere, die macht ja immer zuviel, aber nie das, was sie soll …“ sie lässt keine gelegenheit aus, sich über ihre noch-kollegin auszulassen. schönes betriebsklima. bald wird sie über mich so reden. da macht das arbeiten gleich doppelt spaß.

wieder unten, erledigen die eine und ich noch den rest, der ja so schwer zu schaffen ist … ich habe genau zwei toiletten geputzt, eine küche, und ein stück boden gewischt. die andere hatte noch den müll aus den zimmern geholt und auch ein wenig gewischt. was genau sie eigentlich gemacht hat, weiß ich nicht. dafür bekommt man dann 2 std. 15 min. bezahlt. hui, da muss man ja aufpassen, dass man sich nicht überarbeitet.

„hömma, und wenn mal einer von uns fehlt, kann man sich ja auch super aushelfen. also ich sach mal, wenn einer von uns was wichtiges zu erledigen hat, dann springt der andere halt ein, das braucht ja auch die chefin nicht zu wissen, das können wir auch so unter uns ausmachen.“ hmhm. „und hier brauchste keine angst haben, dat dich einer kündigt, hier wirste nicht gekündigt, außer, du machst den hier“ – und sie macht eine „was heimlich einstecken“-handbewegung. „oh, wird hier auch geklaut?“ wundere ich mich. „na klar, auch die kollegin hat schon so einiges mitgehen lassen. aber ich sach ja nix, außer, wenn ich dann angeschissen werde, dann aber …!“ sagt sie fast drohend.

frau heiermann verabschiedet sich. „und, kommste morgen?! bis morgen!!!“ und ich nicke und sage „bis morgen“ und rufe in gedanken schon die chefin an, um abzusagen.

was für ein horrortag. ich hoffe, ich träume heute nacht nicht von frau heiermann.

wie und wann sagen?

ich fühle mich jetzt schon total schlecht, wenn ich mich mit meinen vermietern unterhalte und immer noch nicht sage, dass ich bald hier wegziehen muss … ich bringe das nicht übers herz. die sind so lieb und ich glaube, die werden total geschockt sein.

oh je ohje, wann soll ich es ihnen bloss sagen? wo doch frau v. immer noch nachfragt, ob ich mich hier wohlfühle … das ist echt doof.

ich habe mal bei einem wohnungsangebot in lübeck angefragt, ob die mit der übernahme von der ARGE einverstanden wären. die Wohnung wäre ganz niedlich, 37qm, mit dielen, einkaufsmöglichkeiten und eine bushaltestelle wären auch da … mal sehen, was da zurückkommt.

von der ARGE in hamburg habe ich noch keine antwort erhalten. noch gebe ich den gedanken nicht auf, in meine traumstadt zu ziehen. aber ich muss alles versuchen und darf mich nicht nur auf diese stadt fixieren. sonst sitze ich im frühsommer noch hier. nicht, dass ich was dagegen hätte, aber ich muss ja …

irgendwann muss ich es den vermietern aber sagen, da führt kein weg dran vorbei – ich hoffe, ich muss nicht weinen.

 

 

die bahn …

… hat mir heute eine riesen freude gemacht 🙂 nein, ich habe keine bahncard 100 beim adventskalender gewonnen (DAS wäre der absolute hammer gewesen) …

aber einen gutschein im wert von 62€ für eine bahncard 25 (oder andere) habe ich bekommen 🙂 einfach so! ich bekomme also eine bahncard 25 komplett für umme. ist das nicht toll? vor allem werde ich die wohl echt gut gebauchen können für fahrten zu wohnungsbesichtigungen und so weiter. heute ist mein glückstag!

ich freue mich so, ein kleiner lichtblick bei all den trüben gedanken, wie ich das alles finanziell wuppen soll. eine schöne sache ist das. und falls ich dieses jahr noch geld übrig haben werde für kleine reisen, spare ich dann sogar  noch mal was. aber das liegt ja noch in weiter ferne. erstmal gucken, dass ich eine wohnung im norden bekomme 🙂