bitte lieber weihnachtsmann

nächstes jahr möchte ich gerne über weihnachten alleine sein. ganz alleine, bitte. das wünsche ich mir von dir. ich halte es mit meiner mutter nicht mehr aus. von mir aus kann ich auch mit den würmern unter der erde feiern, aber bitte nicht mehr solche weihnachten. ich wollte ein friedliches fest, mit weihnachtlichen düften nach plätzchen, orangen, zimt und allem, was man sich unter weihnachtsduft vorstellt. das hier ist aber die hölle. meine mutter riecht nach verwesung und rauch, und sie will es jedes jahr nicht wahrhaben und bockt rum, und jedes jahr muss ich erst in tränen ausbrechen, damit sie endlich mal unter die dusche geht. oder sich die haare wäscht. und bis es soweit ist, vergehen stunden, tage. ich verstehe das nicht, dass sie sich dagegen so wehrt. und warum sie es nicht selber riecht. die komplette wohnung riecht nach ihr. das hat sogar hasi vorgestern noch bestätigt. ich kriege diesen geruch nicht mehr aus der nase. und selbst nachdem sie geduscht hat, riecht sie weiter so. ihre klamotten möchte ich am liebsten auch alle waschen, da sie auch stinken wie die pest.

ich möchte meine mutter ja nicht alleine lassen, aber es geht einfach nicht. warum muss immer ich mich um sie kümmern? kann sie nicht mal bei ihrem sohn weihnachten feiern? und kann denn nicht mal jemand neutrales ihr sagen, dass sie so stinkt? damit sie es endlich begreift? mir glaubt sie ja nicht. und auch wenn alte menschen ja manchmal komisch riechen, DIESEN geruch könnte man bestimmt etwas abmildern, indem man sich einfach häufiger wäscht und sich keine nikotingeschwängerten klamotten anzieht.

ich weiß ich bin keine gute tochter, aber ich möchte doch einfach nur mal wieder schöne weihnachten haben, und nicht jedesmal rumschreien, weinen und diesen gestank ertragen müssen. und bei hasis familie werde ich ja nicht mehr sein zu weihnachten. da war immer alles so schön normal. kein psychokram, keine desaster. danke, dass ich sowas wenigstens für ein paar wenige jahre erleben durfte.

noch bis mittwoch abend muss ich sie nun riechen und ertragen. ich hoffe, ich stehe das durch. ich hätte noch ein paar flaschen glühwein kaufen sollen, vielleicht wäre das ja die lösung …

bald ist weihnachten

morgen abend kommt meine mama zu besuch, sie bleibt bis zum 2. weihnachtstag. mal sehen, was wir so unternehmen werden.

letzten samstag waren hasi und ich bei einem weihnachtskonzert der musikschule. unser vermieter hatte uns karten geschenkt, weil seine frau lungenentzündung hat(te) und sie nicht hingehen konnten. das konzert war sehr nett, auch wenn die töne der teilweise noch recht jungen schülerInnen doch noch recht schief waren. aber ein weihnachtskonzert wollte ich schon immer mal erleben. und ein paar mal haben alle mitgesungen. sleigh ride fand ich klasse. und es gab auch ein potpurri aus disney-liedern, harry potter-highlights und ein thema aus schindlers liste. die beiden lieder, die dann zum ende folgten und wo wir wieder singen sollten, heulte sicher nicht nur ich.

die tage im dezember rasten nur so dahin. von mir aus könnte noch ein monat advent sein, ich finde, das geht immer viel zu schnell vorbei mit den schönen weihnachtsvorbereitungen, den lichtern und der vorfreude. das haus ist soweit dekoriert, einen tannenbaum habe ich auch noch ergattert (bei aldi für’n zehner) und geschmückt ist er auch schon. geschenke gibt es diesmal keine, außer, dass meine mama und ich noch einmal shoppen gehen und wir uns wohl selber irgendwas aussuchen, so haben wir kein rumgerenne und müssen nicht fürchten, dass es nicht gefällt. zwar mag ich überraschungen lieber, aber zumindest hat man keinen stress mit der suche nach geschenken und kann alles viel gelassener angehen. hasi wollte dieses jahr sowieso nichts mehr schenken und wichtelt nun mit seiner familie, da seine schwester nicht damit einverstanden war, wenn es gar keine geschenke gibt. mir hatte er zwar vor ein paar wochen noch gesagt, dass wir uns ja trotzdem was schenken können, aber davon wusste er später nichts mehr. das war wohl vor der trennung. dann gibt es auch nichts mehr von mir. wir werden ja auch getrennt weihnachten verbringen, er fährt am samstag zu seiner familie. er wird mir fehlen.

da ich nicht weiß, ob ich die tage noch zum bloggen komme, wünsche ich euch schon mal ein besinnliches fest und schöne feiertage 🙂

(kein) durchblick

ich leide seit einiger zeit verstärkt an „fliegenden mücken“, oder mouche volantes, wie man sie offiziell nennt. störende schwarze punkte oder flusen, die sich im auge immer mitbewegen, und die einem vor allem in hellen umgebungen oder weißen wänden (und beim bücher lesen) auffallen. im dunklen dagegen sieht man sie kaum oder gar nicht. zeitweise bemerkt man sie auch nicht, und dann tauchen sie plötzlich wieder auf.

im grunde sind sie harmlos, sie sind ein sypmtom der natürlichen glaskörpertrübung. manchmal stecken aber auch krankheiten dahinter.

derzeit habe ich diese störungen nur auf den linken auge. früher hatte ich das auch mal auf beiden, dann verschwand es wieder. meistens tauchen sie auf, wenn die augen schlechter werden (bei kurzsichtigen). da ich viel bei doctor google lese, habe ich mich schon oft damit beschäftigt und dachte immer, okay, solange ich keine blitze sehe oder gar gesichtsausfälle habe, ist es wohl nicht so schlimm. denn wenn man blitze sieht, könnte z.b. eine netzhausablösung dahinterstecken.

vor ein paar wochen dann hatte ich schon gedacht, so langsam musst du aber echt mal zum augenarzt, diese schwarzen viecher vor den augen und auch so dunklere bzw. neblige schatten, das kann nicht mehr normal sein. wer mich kennt, weiß, ich gehe nicht gern zum arzt … und schon gar nicht zu einem, der an oder in meinem auge rumfummelt.

neulich aber hatte ich es doch sehr mit der angst gekriegt. denn als ich feierabend hatte und an der bushaltestelle saß, die nicht beleuchtet ist, es also dort sehr dunkel ist, bemerkte ich auf einmal so seltsame lichtbögen aus dem augenwinkel. zuerst dachte ich, eine straßenlaterne flackert, aber ich guckte immer wieder zur seite und sah dieses aufblitzen. auch veränderte ich meine position und guckte erneut zur seite. kein zweifel, dass war mein auge! oh nein … bitte nicht!

ich fuhr zur broicher mitte und ging noch was bei edeka einkaufen. und als ich da vorm brotregal stand und nach einem brot suchte, bekam ich richtig panik, denn auf einmal sah ich ganz schön dicke schwarze flusen, fast schon flecken, in meinem auge, die für mich riesig aussahen. oh gott! ich versuchte, ruhe zu bewahren, und hoffte, dass diese monster wieder verschwinden würden. aber sie blieben noch bestimmt zehn minuten, bis ich aus dem markt raus war. heulend ging ich nach hause, total verängstigt und mit dem gedanken, dass mein auge nun ernsthaft erkrankt sei. diese schwarzen dicken flusen waren dann zwar wieder weg, aber die lichtbögen blieben bei dunkelheit bestehen, zudem empfand ich meine sicht schlechter als zuvor.

ich erzählte hasi davon und er erklärte mir, wo die augenklinik ist, denn er war dort die woche zuvor auch schon mit einem augenproblem. ich wollte dann vormittags dort gleich hingehen, da ich nicht wusste, wie dringend eine untersuchung ist. man sagt immer, bei netzhautablösung etc. muss man schnell handeln. ich stellte mir also den wecker, aber erst um 9 uhr, da ich ja noch mittags zur arbeit gehen wollte, sofern mein augen es zuließe. blöderweise war ich dann doch schon sehr spät dran, notfallsprechstunde wäre bis 10 uhr gewesen. und dann fand ich die klinik nicht, und je länger ich suchte, desto später wurde es. mist! ich gab auf und dachte, ok, dann gehe ich eben erstmal arbeiten und danach zur klinik. wer weiß, wie lange ich da sonst warten muss. von hasi, der in der arbeit war, erfuhr ich, dass ich seine beschreibung falsch verstanden hatte, die augenklinik befindet sich direkt neben dem krankenhaus, wo ich nicht gesucht hatte.

als ich gegen 16 uhr von der arbeit kam und online nach den sprechzeiten der augenklinik guckte, las ich, freitags bis 17 uhr … oh nein, wieso schon wieder so knapp? ich rannte los und kam dort zwar noch zeitig an, sah aber, dass bei der anmeldung schon alles dunkel war. und die angabe war falsch, freitags nur bis 15 uhr. ach nee. ich setzte mich erstmal in den wartebereich und dachte, vielleicht spricht mich ja eine schwester oder ein pfleger an. eine frau sass dort mit ihrer tochter, die sich immer wieder ein auge zuhielt und wohl schmerzen hatte. die hatten so einen weißen zettel in der hand, und mir war klar, dass das die anmeldung sein muss. ohne würde bestimmt keiner auf mich zukommen, die wissen ja nicht, dass ich da bin. ich kam mir so komsich vor, claudy allein im krankenhaus. dass ich überhaupt alleine dort hingefahren bin … irgendwann stand ich auf und las an einer tür, wenn die anmeldung schon zu ist, soll man sich vorne am krankenhaus anmelden. oh je. ich ging also vor zur anmeldung und versuchte vergeblich, ohne zu weinen meine beschwerden vorzutragen. die frau meinte, sie ruft den behandelnden arzt an, gab mir meine anmeldung und sagte, ich könnte dort, wo ich eh schon so lange sass, warten, man würde mich aufrufen.

tja, da sass ich also wieder, diesmal aber „offiziell“. manchmal kamen leute, die auch warteten, aber es war wenig los. ich musste vielleicht noch eine halbe stunde warten, dann ging eine tür auf und ich wurde aufgerufen.

ein noch recht junger arzt bat mich, platz zu nehmen, und fragte nach meinen beschwerden. auch hier musst ich kurz weinen, hatte mich aber schnell wieder im griff. der arzt war sehr ruhig und nett, hörte mir aufmerksam zu. dann machte er zuest einen sehtest an der tafel. soweit alles gut, ich konnte noch 80% mit brille erkennen. dann gab er mir augentropfen und bat mich erstmal wieder hinaus, bis die tropfen wirkten. mein auge wurde „weitgetropft“, damit die pupille größer wird und man besser ins auge gucken kann. mit den tropfen sah ich dann noch schlechter. und mein auge sah dann stundenlang noch so aus:

pupille

 hilfe!

der arzt guckte sich mit verschiedenen geräten bzw. leuchten mein auge an. ich musste immer in verschiedene richtungen schauen, was ganz schön anstrenged war. dann gab er mir noch einen tropfen ins auge und meinte, das würde leicht brennen. oh ja. er gab mir erstmal entwarnung und meinte, meine netzhaut sei noch dran, ich hätte aber eine kleine blutung hinterm glaskörper gehabt, und deshalb diese schwarzen dicken flusen. er erklärte sehr gut und verständlich, dass der augapfel mit den jahren schrumpft, und die netzhaut, die am glaskörper hängt, dann an den strängen, mit denen sie am augapfel verbunden ist, zerrt. und da kann es zu blutungen kommen, wenn was einreisst.

nach etwa zwei minuten fragte er, ob es noch brennen würde im auge. nein. ah gut, dann wirken die tropfen ja schon, das ist ein betäubungsmittel. ach nee, bitte nicht dieses KONTAKTDINGENS! ich hatte schon davon gelesen und hatte schiss davor. aber er wollte doch ganz sicher gehen und drückte mir diese lupe, ein sogenanntes kontaktglas, ins auge. beim ersten ansetzen zuckte ich noch zurück, aber er machte es ganz schnell noch mal. ich hatte es mir viel schlimmer vorgestellt, aber schön ist es auch nicht gerade. vor allem, weil er damit auch in verschiedene richtungen fährt und mir sagte, wo ich hingucken solle. das war manchmal schon unangenehm, und nach ein paar minuten konnte ich nicht mehr, aber da war er zum glück fertig.

er sagte, ich hätte da wohl schon mal ein loch gehabt, dass von selber wieder zugewachsen ist, und es könnte sein, dass da noch ein kleines loch ist, aber aufgrund der blutung kann er das nicht richtig erkennen. ich solle bitte am nächsten tag noch einmal vorbeikommen, wenn das blut hoffentlich bis dahin schon nach unten gesackt ist. also wieder entwarnung. und sollte da wirklich ein loch sein, wäre es auch nur ein kleiner eingriff mit dem laser, um das loch wieder zu schließen. claudy und laser … oh gott. aber besser als ’ne richtige op!

„ich werde also nicht übers wochenende blind“. meinte ich noch. nee, da bräuchte ich mir keine sorgen machen.

nach dieser untersuchung konnte ich fast gar nichts mehr sehen, aber zum glück habe ich ja zwei augen. nach hause hab ich noch gefunden 😉

am nächsten vormittag war ich wieder in der klinik. während ich noch im wartebereich sass, tropfte mir der arzt schon wieder mein auge weit. und etwa 20 min. später kam ich dran. diesmal war auch der chefarzt dabei und guckte sich mein auge an. der war nicht so vorsichtig wie der andere und wirkte auch ungeduldiger. ein glück, dass mich vorher dieser nette behandelt hat, sonst hätte sich meine angst vor augenärzten wieder mal verstärkt. der arzt blendete mich so heftig, dass war bei dem anderen nicht so. aber wenigstens benutzte er nicht wieder dieses kontaktglas. auch er konnte kein loch erkennen, man solle das auge aber beobachten, montag solle ich zum augenarzt. und wegen des alten lochs solle der entscheiden, ob das noch gelasert werden müsse.

gleich montag? ach menno, nicht so schnell wieder zum arzt … ich bin natürlich nicht hingegangen, da ich übers wochenede nur eine verbesserung bemerkt habe, und diese extrem schwarzen fussel nicht mehr wiedergekommen sind.

ach ja, der arzt hatte mir noch „leseverbot“ gegeben. ich sollte mein auge schonen, und lesen strengt zu sehr an. fernsehen wäre aber ok. aber auch nur einen tag nichts lesen dürfen ist echt doof! man liest doch ständig irgendwas, also nicht nur bücher, und es war so langweilig, keine dinge tun zu dürfen, die die augen anstrengen. häkeln, malen, fotografieren, kreuzworträtsel lesen …  alles nicht machbar! ich versuchte es mit hörbüchern, aber das konnte ich nicht lange. dann doch lieber fernsehen. oder musik hören.

inzwischen war ich immer noch nicht wieder zur kontrolle, aber nachher lasert der arzt mein auge, obwohl es gar nicht nötig ist. wenn die beiden in der klinik es nicht für notwendig halten, kann ich wohl noch abwarten. denn fängt man erst einmal an, die netzhaut an einer stelle zu kitten, reißt sie an anderer stelle ein. und durch das lasern kann überhaupt erst eine netzhauablösung entstehen. ich verlasse mich da auf mein bauchgefühl und solange es nicht wieder schlimmer wird, werde ich noch warten. ganz so schnell erblindet man wohl nicht 🙂 und mit den mouches volantes werde ich wohl leben müssen, die kann man nicht heilen oder operieren. das kann einen ganz schön fertig machen, und viele menschen leiden sehr darunter.

wer übrigens keine vorstellung davon hat, wie solche glaskörpertrübungen aussehen, dieses video zeigt erschreckend genau, was ich derzeit auf dem linken auge sehe:

„Painless torture“ trifft es übrigens sehr gut.

straßenmusik

vorhin bei edeka sitzt ein junger typ mit seiner klampfe und spielt so alternative deutsche lieder, wahrscheinlich selbstkomponiertes … ich denk gleich, dem geb ich was! aber erstmal bin ich zum supermarkt rein und habe eingekauft, damit ich überhaupt kleingeld habe.

als ich dann rauskam, spielte er immer noch, und vor mir eine frau gab ihm auch was in sein geldkästchen. er sang gerade „alles, was ich mache, ist scheiße, alles was ich mache ist dumm“ … ich hab ihm noch zugelächelt und er mich auch, als ich das geld gab. kaum war ich über die straße, kamen mir die tränen … das hat mich so berührt, dass er da in der kälte rumsitzt mit der gitarre und trostlose lieder singt … schnüff!

in mülheim sehe ich ja sehr sehr selten  straßenmusiker, und noch weniger so alternative. es gibt sie also doch hier. irgendwo 🙂