am mittelrhein

am wochenende habe ich mit meinem freund simon aus münchen eine kleine reise am mittelrhein gemacht. er hatte noch urlaub und mich spontan eingeladen auf eine rhein-schifffahrt mit übernachtung in oberwesel. los ging es ab koblenz, dort fuhr ich am samstag vormittag mit dem zug hin, und er holte mich mittags bei meiner ankunft vom bahnhof ab. von dort schlenderten wir durch die altstadt richtung schiffsablegestelle. kurz davor kamen wir am deutschen eck an, wo die mosel in den rhein mündet.

um 14 uhr ging es los auf der KD (köln-düsseldorfer rheinschifffahrt). da es zwar bewölkt, aber noch trocken war, blieben wir vorerst am oberdeck sitzen. es war erstaunlich wenig los, nur eine handvoll gäste waren an bord. der fahrtwind wurde uns dann doch etwas frisch, da die temperaturen kaum mehr als 12° hatten, und wir saßen mal unten im subway, mal im inneren seitenbereich des oberdecks, von wo aus wir auch eine gute aussicht hatten. wir schipperten an vielen burgen und weinbergen vorbei, auch an städtchen wie boppard oder st. goarshausen. wir unterhielten uns und genossen die landschaft. die gegend war wirklich schön, und das gemächliche dahintreiben des schiffes war sehr beruhigend.

die fahrt dauerte knapp vier stunden, kurz vor unserem ziel oberwesel kamen wir an der loreley vorbei. und über lautsprecher lauschten wir den klängen des loreley-liedes. das war echt romantisch 😀 wir mussten ganz schön schmunzeln.

in oberwesel gingen wir an land und von dort in unsere unterkunft, zum weinhaus weiler. ein wunderschönes hotel mit fachwerk und urigem charme. die dame am empfang war sehr freundlich uns führte uns zu unseren zimmern im ersten stock. ui, wie laut der boden knarzte! simon nahm das kleinere zimmer, ich bekam ein doppelzimmer für mich allein. wow. was für ein luxus, mit alten möbeln und einem großen bad, mit aussicht auf den marktplatz, und wenn ich nach rechts aus dem fenster guckte, konnte ich auf den rhein sehen 🙂

wir gingen noch ein wenig spazieren. leider fing es abends doch etwas zu tröpfeln an, aber wir fanden bald ein restaurant, eine weinschänke, auch ganz urig und gut bürgerlich. als simon nach einem tisch für zwei personen fragte, meinte die wirtin, gleich wäre einer frei, es würden gerade welche bezahlen. ob wir solange warten wollen … wir könnten auch unten im raucherkeller warten. raucherkeller? örks! aber die frau versicherte mir, der sei nicht verraucht, und zeigte uns, wo es in besagtes zimmer gehe. eine mittelalterliche holztür, die wir öffneten, und dann ging es eine treppe hinunter. „die stecken uns ins verlies“, meinte ich zu simon, und genauso sah es dort aus, ein uraltes kellergewölbe ohne fenster, ziemlich düster. aber ich mochte es, und es roch auch nicht sehr nach rauch. es war gemütlich eingerichtet mit sesseln, tischchen und einem buffetschrank. bald wurden wir nach oben gebeten und konnten unser essen bestellen. simon nahm die käsespätzle mit salat, ich hatte forelle mit kartoffeln und buttersauce mit salat. simon wollte natürlich auch weine probieren, ich aber wollte nicht, da ich wein ja nicht mag (außer im essen). ich nippte bei seinen beiden rotweinen und fand den lieblicheren etwas besser.

bei einer weiteren runde durch die stadt (die nur knapp 3000 einwohner hat, aber immerhin schon als stadt gilt) kehrten wir noch in eine andere weinschänke ein. dort empfahl mir simon ein kleines glas (100 ml) eines gewürztraminers, den seine mutter gerne mal trinkt. dieser wein ist ein recht süßer weißwein, der eher nach traubensaft als nach wein schmeckt, also ganz mild ist, und der mir auch sehr gut gemundet hat. es gibt also doch wein, der mir schmeckt 🙂

als die schänke feierabend machte, gingen auch wir zurück ins hotel, verabredeten uns für 8 uhr zum frühstück und gingen auch bald schlafen. ich konnte erstaunlich leicht einschlafen, dafür, dass ich in fremden betten ja oft probleme damit habe. mein bett knarzte fast so laut wie der boden auf dem flur, und ich befürchtete, dass davon und von den anderen gästen, die vielleicht später auf ihr zimmer gingen, ich bestimmt gestört werden würde. aber ich schlief bis 6 uhr durch, obwohl mir simon später erzählte, dass er gegen 4 uhr von treppen/gang-geräuschen wach geworden war, da kamen wohl ein paar hochzeits-gäste von der feier zurück. ich hatte davon nichts mitgekriegt, mein zimmer lag aber auch weniger nah an der treppe als seins. nach den sechs stunden konnte ich leider nicht wieder einschlafen, aber es hat gereicht. um 8 uhr klopfte ich an simons tür, und wir gingen zum frühstücken runter. wir waren die ersten 😀 und die auswahl war riesig. es gab ein buffet mit müsli und joghurt, obst und säften. und an unserem tisch gab es brötchen, brot, ein croissant, eier (meins war leider zu weich, so dass ich es stehenlassen musste), wurst, käse, frischkäse, zwei sorten konfitüre, butter, kaffee für simon und eine kanne tee für mich. und wir ließen es uns schmecken und waren bald schön satt. besonders lecker fand ich den traubensaft, der auch aus der region stammte und total mild schmeckte. ich habe noch nie so köstlichen traubensaft getrunken! sonst trinke ich den selten, weil der aus dem supermarkt soviel säure enthält.  immer wieder fragte die gastgeberin, ob wir noch was bräuchten. wir durften uns auch eine lunchtüte für unterwegs zusammenstellen, und ich nahm das croissant, ein käsebrötchen und zwei mandarinen mit. toller service 🙂 außerdem konnten wir unser gepäck nach dem auschecken noch im hotel lassen und später abholen. so wurde unsere stadtbesichtigung über die teilweise begehbare stadtmauer und der aufstieg zum günderodehaus etwas weniger mühsam. geflucht und geschwitzt habe ich dennoch, bergauf ist bekanntlich nicht meins. aber der weg hat sich echt gelohnt, die aussicht auf das rheintal war wunderschön. ich wollte schon immer mal an einem weinhang stehen 🙂 ich habe sogar noch eine winzige weintraube an den ansonsten schon abgeernteten und sonst vertrockneten trauben gefunden und gekostet. schmeckte gar nicht übel.

überhaupt wächst überall wein, auch in der stadt, an hauswänden oder überall, wo sich eine pflanze ihren weg bahnen kann. im günderodehaus wärmten wir uns bei einer tasse tee bzw. kaffee auf, und ruhten uns vom anstregenden aufstieg aus. am sonntag war es noch kühler geworden, und während wir vorm muckelig warmen kamin saßen, sahen wir, dass es draussen regnete. ach schade. den rückweg mussten wir mit simons mini-regenschirm laufen, aber der hielt uns wenigstens etwas trockener.

da wir noch reichlich zeit bis zur abfahrt hatten, liefen wir noch zu einer kirche, die auch zum UNESCO-weltkulturerbe gehört. da die kirche erst um 14 uhr geöffnet war, vertrieben wir uns mal wieder in einem café, dass auf dem weg lag, die zeit, bei tee und baumkuchen (für mich) und zwiebelkuchen mit federweißer (für simon). nach der besichtigung der kirche musten wir nochmal die gleiche straße runter zum hotel, um unser gepäck zu holen. dann ging es zum bahnhof, und gegen halb drei fuhren dann auch unsere züge ab. es war ein wunderschönes wochenende mit simon, trotz regen und wolken. eine echt tolle gegend, die ich mir bestimmt mal wieder angucken werde.

und falls ihr wirlich bis zum ende durchgehalten habt mit lesen: respekt! nun gibt es noch die obligatorischen fotos, viel spaß beim gucken 🙂

4 Gedanken zu “am mittelrhein

  1. Tolle Fotos! Die Daumen-Skulptur habe ich übrigens nicht sofort als solche erkannt, zumindest nicht im Vorschaubild. Ich dachte mir nur „warum steht denn da ein Penis rum?“… tja. Seufz.

  2. @ sam:
    hehe 😀 irgendwo auf dieser welt gibt es bestimmt auch penisse als skulptur. aber koblenz ist da sicher zu prüde für 😉

  3. In Koblenz war ich dieses Jahr auch schon und ich bin öfter dort in der Nähe. In Wirges, bei Svens Verwandten. ^^

    Schöne Fotos. 🙂

  4. Lach, ja der Daumen… 😉 ähhhh… Da kam bei mir spontan auch eine andere Assoziation hoch. 😀
    Tolle Fotos wieder einmal! Krass, was Du alles so unternimmst! Toll!

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