zukunftsnebel

in zwei wochen läuft mein arbeitsvertrag aus. gestern machte ich mir grosse sorgen und bekam panik, ob es richtig ist, den vertrag nicht zu verlängern… ich habe angst, denn wer weiss, was das jobcenter davon hält, wenn ich mich nicht bemühe, den job zu behalten. ich habe ja noch nichts neues in aussicht… aber irgendwas in mir sagt NEIN. es wird jetzt wieder wärmer und damit unerträglich im kraftwerk, ich möchte nicht wissen, wie es dort im sommer ist, und ach, diese schulkinder jeden tag, die sich in den bus drängen, die kloschüsseln mit der scheisse und urintropfen und schamhaare an und in den pissoirs, gehörschutz und wattestäbchen in der umkleide auf dem boden, die ich aufheben muss, der dreck, und die handschuhe und trotzdem ständig nasse, eklige hände, quietschende türen überall (wieso ölt die niemand?), sicherheitsschuhe tragen müssen und schwitzen, schwitzen, schweiss abtupfen, fliesen polieren, bücken, schweiss abtupfen und scheisse abschrubben, ich mag einfach nicht mehr…

und doch will ich den job behalten, weil ich angst vor neuem habe und der nächste job noch unangenehmer sein kann. aber mein arbeitgeber fragt mich nicht, ob ich weitermachen will. es interessiert keinen, ob ich da bin oder nicht, ich bin austauschbar wie ein alter putzlappen.

heute morgen um 9:20 uhr wurde ich von musik geweckt und konnte nicht weiterschlafen. warum wohnen hier solche arschlöcher? warum gehe ich nicht zum arzt und lasse mich krankschrieben, weil ich nicht genug schlaf und ruhe abkriege in diesem haus? warum melde ich das nicht dem jobcenter und warum lasse ich mir das überhaupt alles gefallen?

aber ich würde ja doch nichts erreichen. niemand nimmt mich ernst. heil hitler, arbeit macht frei. ich habe es versucht, mich diesem system unterzuordnen, brav meiner pflicht als bürger nachzukommen und dem jobcenter zu gehorchen, aber ich glaube, ich kann das nicht länger aufrecht erhalten. an der wohnung liegt mir eh nichts mehr, ob ich die nun verliere ist mir egal, ich kriege jedesmal da kotzen, wenn ich von der arbeit komme, meine strasse erblicke und weiss, ich muss gleich dieses haus des grauens betreten…

hätte ich nur nicht solche angst davor, in schwierigkeiten zu kommen, schulden zu haben und mein hab und gut zu verlieren… das bereitet mir magengrummeln. meine bücher, mein krimskrams, meine gitarre! wenn mir die jemals jemand wegnehmen will, haue ich sie lieber kaputt, vor den augen der geldeintreiber. die kriegt niemand!

ich weiss nicht wohin, ich weiss nicht, was ich arbeiten soll, ich weiss nicht, wie ich es den menschen da draussen erklären soll, dass ich nicht bin wie andere, und ich weiss nicht, wo ich wohnen soll, wo ich in frieden leben kann. möglichst weit weg von anderen menschen…

ohne geld kann man nicht leben. warum hat geld so eine macht über meine existenz? ich will das nicht, ich möchte frei sein…

warum kann ich mich nicht unterordnen und das leben so nehmen wie es ist? wo ist mein platz? it’s not in the 9 to 5 world…

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