wachsen und gedeihen

habe nun meinen dritten arbeitstag hinter mir. am montag durfte ich gleich als erstes salat im gewächshaus aussäen. meine anleiterin fragte mich, ob ich das schon mal gemacht habe, und anstatt  nein zu sagen, damit man es mir richtig erklärt, meinte ich wahrheitsgemäss „nur auf dem balkon“. so bekam ich so gut wie nichts erklärt, hier ist die giesskanne, hier sind die samen, mach! *gg*

tja, nun habe ich ja immerhin im kleinen rahmen erfahrung mit sämereien und pflanzen. ein richtiger garten ist natürlich was anderes. gewächshaus? was muss man da beachten? wieviel muss ich giessen? fragen über fragen… im gewächshaus war eine temperatur und luftfeuchtigkeit, da musste ich aufpassen, dass ich nicht irgendwann umkippe. ich triefte…

danach half ich meiner anleiterin, ein paar recht mickrige kleine rettiche aus einem der hochbeete zu ernten, wahrscheinlich eiszapfen. das beet haben wir dann komplett plattgemacht, da war allerhand unkraut drin. monika (meine anleiterin) meinte dann: „nimm mal die grabegabel und grab die erde um“. „äh, grabegabel? was’n das?“  ach, so ’ne art mistgabel, ok. damit muss man den boden kräftig umwälzen, bevor man wieder neues aussät. dafür benötigt man schon etwas kraft, sich durch die festgewordene erde zu graben und rauszuhebeln. klappte aber ganz gut. dann noch restliche pflanzteile und wurzeln aus der erde pulen und wieder schön ebnen. ein zweites hochbeet sollte ich dann auch noch komplett freimachen, da wucherten gefühlte hunderte von möhren nebst anderen pflanzen, und es war klar, dass da keine einzige möhre drinsteckt. die möhren hatte meine kollegin sarah wohl ausgesät… naja, mir war zu diesem zeitpunkt schon klar, dass hier wohl kein fachwissen verlangt und auch nicht gelehrt wird…

ich riss also die ganzen pflanzen aus dem beet und buddelte die erde um (mir kamen dabei irgendwie bilder vom grab ausschaufeln in den kopf..), und dann fragte ich sarah, was denn da nun reinkomme (die anleiterin war schon wieder verschwunden). sie wusste es selbst nicht und meinte, das sei wohl egal, es gäbe hier eh kein system… aha. ich suchte mir dann eine tüte radieschensamen aus, die ich dann sorgfältig mit hoffentlich genügend abstand in die erde streute. ich will es natürlich besser machen und nicht zu dicht säen, sonst gibt es wieder kein gemüse… ich bin so gespannt, ob die was werden!

die vier stunden waren dann auch schon um, und ich hatte feierabend. der erste tag war hiermit super gelaufen und hat spass gemacht. ich hatte schlimmeres erwartet. dass man mir gleich solche verantwortungsvollen aufgaben erteilt hat, hat mich gefreut. und dieses in der erde wühlen und umgraben und pflanzen hat auf mich ja immer eine fast meditative wirkung, sehr entspannend trotz anstrengung… viele hassen gartenarbeit ja, ich gehe da sehr drin auf 🙂

am zweiten tag habe ich noch zwei weitere beete freigemacht und bepflanzt, eins mit lauchzwiebeln, das andere halb mit mit lauch, halb mit rettich. dann habe ich noch unkraut aus den anderen umliegenden (hoch)beeten ausgezupft, da wachsen noch allerhand andere sachen wie tomaten, kohl, himbeeren und/oder  brombeeren, zitronenmelisse, salbei, wein, bohnen und so weiter. und die wege mal fegen… ich bekam noch sicherheitsbelehrungen vorgelesen, und monika hat mir noch einiges erklärt. die ist echt nett und human, sagt immer, ich solle langsam machen und ich könnte ruhig mal pause machen, obwohl ich ja gar keine pause habe bei vier stunden… ich finde sie sehr gut, hat nicht so einen typischen „ich bin hier der chef“-charakter und ist eher auf meiner wellenlänge, also sieht das alles eher locker. hat beide arme von oben bis unten tätowiert 🙂

nach dem zweiten tag war ich allerdings schon arg geschafft und da ich nicht so toll geschlafen hatte, war mir auf dem heimweg schon etwas weinerlich zumute… ich habe schon wieder schwarz gesehen, vor allem, weil es so heiss werden sollte und ich dachte, ich packe das nicht bis zum wochenende.. mir tat alles weh, ich hatte schmerzen beim laufen, mein rechter fuss hatte mir wohl die dicken schuhe übelgenommen… überhaupt, die arbeitsklamotten sind die hölle bei der hitze. ich lasse die treter nun immer im bauwagen und ziehe sie erst vor ort an, da kommt man drin um. ausserdem habe ich mir einen strohhut gekauft, um mich vor der brütenden sonne zu schützen. ich sehe sicher total beknackt aus, aber ist mir egal, besser als einen sonnenstich. ich sehe sowieso aus wie ein hummer (laut einer mitarbeiterin aus der verkaufsabteilung) im gesicht. wahrscheinlich war heute nicht mal mehr rot, sondern schon violett angelaufen…

heute war ich dank einiger stunden schlaf (hatte mich am nachmittag hingelegt und ab mitternacht auch wieder fast durchgeschlafen) zumindest meine nerven so weit im griff, dass ich stabil genug war, um den tag zu überstehen. zumindest bis mittag war es auch recht bewölkt und so besser zu ertragen, als ich befürchtet hatte. ich habe die ersten stunden damit verbracht, alles zu wässern. mit dem gartenschlauch. ich war diesmal ganz alleine, zwischendurch habe ich mal mit monika geredet, sie hat mir was über sich und ihre hunde erzählt und mich gefragt, was ich so gemacht habe. das konnte ich sogar ohne tränen beantworten, da ich sie ja sehr gerne mag. ich hab’s da wohl echt gut getroffen mit ihr 😉 sie meinte gestern auch schon, sie würde mir nicht empfehlen, in den verkaufsbereich zu gehen, die anleiterin wäre so schwierig und würde immer rummeckern… au weia, da wäre ich ja ganz schnell entmutigt…

ab mittag kam die sonne raus und es wurde unerträglich heiss… ich sollte noch die tomatenpflanzen etwas ausgeizen, das heisst, die seitentriebe entfernen. ich kenne das zwar von meinen balkon-tomaten, war mir aber nicht mehr sicher, ob ich das richtig in erinnerung habe (oder jemals richtig gemacht habe). monika meinte aber, ich solle ruhig machen, wenn die tomaten eingehen, egal. sie hat mir heute auch gesagt, sie habe mit pflanzen überhaupt nichts am hut und kenne sich auch kaum aus.  ich kann mich hier also austoben und selbst ausprobieren. ich werde mich also in den nächsten wochen wohl per internet schlau machen, wie man die gemüsesorten alle behandelt. ich wäre sehr enttäuscht von mir, wenn meine saat keine früchte tragen würde… wer weiss, vielleicht werde ich dort noch zum gartenprofi und kann mich dort richtig steigern… ich hoffe es!

die letzte stunde habe ich kaum ausgehalten, hatte wieder das gefühl, wenn ich nicht in den schatten gehe und mich ausruhe, kippe ich noch um… ich hab dann sogar mal meine schuhe ausgezogen, damit der hitzestau ein wenig weggeht. im gewächshaus hatte monika dann nochmal selbst hand an die tomaten gelegt und kam selber so ins schwitzen, dass sie auch verständnis dafür hatte, dass ich kaum noch was tun konnte. schon 10 vor 2 sagte sie, ich solle feierabend machen.

morgen ist wohl teambesprechung, davor habe ich bammel, aber ich hoffe, das wird nicht zu schwierig für mich. und dann warte ich auf das ersehnte wochenende, um mich von dieser hitze zu erholen… puh! ich bin hundemüde und mag kaum noch was machen nach der arbeit… einkaufen oder andere dinge… ich hoffe, das wird bald besser, und ich gewöhne mich daran. das wäre sonst kein guter dauerzustand. ein bischen leben muss man ja nach der abeit auch noch 😉

3 Gedanken zu “wachsen und gedeihen

  1. Bei dem Wetter habt ihr noch Eiszapfen? 😉

    Der Smiley bei den tätowierten Armen … möchtest du auch mal zum Tätowateur? 😮 😀

    Schön, dass du dich dort so austoben kannst. Ich drücke die Daumen, dass es auch was wird. Und ich bin stolz auf dich – nur nicht zu schnell aufgeben. Es freut mich, dass du dich auch so gut unterhalten kannst 🙂

  2. @ schokokäse:
    nein ich will mich nicht tätowieren lassen, bei meinem hang zum krusten aufpulen wäre das sicher nicht das beste 😉 ausserdem möchte ich keine bleibenden bilder auf meiner haut haben, wer weiss, ob es mir in ein paar jahren noch gefällt. ich finde es auch hässlich, wenn tattoos verwaschen aussehen. es gibt genügend gründe dagegen, wie du siehst 😉

    du bist stolz auf mich? oh, das ist aber schön zu hören 🙂 dankeschön :* ja ich versuche einfach zu funktionieren und so das beste draus zu machen. die erste woche war ja sehr positiv verlaufen.

  3. Ich musste irgendwie an Harry Potter denken. xD Also am Anfang. Als du den Boden umkraben solltest. Irgendwie musste ich an die Alraunen denken, die umgetopft werden sollten. Und Merrill kippte um wegen dem Lärm, du würdest vlt. umkippen wegen der Luftfeuchtigkeit. Sorry… ^^

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