feststecken

nun sitze ich hier wieder und bin in meiner blöden phobie gefangen. auch wenn hier viele meinen, es ginge bei mir voran, ich würde gerade irgendwas schaffen… ich finde, ich mache keinerlei fortschritte. alles, was gerade mit mir passiert, wird mehr oder weniger von anderen in die wege geleitet. ich selbst habe nichts getan, habe weder weniger ängste noch mehr mut oder zuversicht.

ich war gestern bei der wohnungsbesichtigung. eine tolle wohnung, die würde ich wirklich gerne nehmen. allerdings waren dort mindestens 10-12 andere interessenten, und die kollegin der vermieterin, die vor ort war, hat sich nicht mal notizen gemacht, namen aufgeschrieben… finde ich irgendwie komisch, denn ist es für den vermieter nicht wichtig, bei der besichtigung die interessenten kurz zu sehen, um eine vorauswahl zu treffen? wie will sich die vermieterin denn ein bild vom neuen mieter machen, wenn sie die nur am telefon hat? und wie schneide ich wohl ab, wenn ich als hartz-4-empfängerin dort anrufe und sie fragt, was ich beruflich mache, oder mal gemacht habe… wenn ich nicht mal mit meiner sympathie punkten kann, weil die vermieterin gar nicht weiss, wer ich bin, ist das doch alles für die katz.

ich schaffe es nicht, die frau anzurufen. und auch eine email finde ich blöd. ich würde ohnehin nur stundenlang vor dem entwurf sitzen, mir den kopf zerbrechen, wie ich die mail formulieren soll… um dann eh keine antwort zu bekommen. oder wenn, ’ne absage. die warten auch bestimmt nicht, bis ich dann das wohnungsangebot beim jobcenter eingericht und eine bewilligung erhalten habe, schliesslich gibt es genug andere, die sicher auch einen guten verdienst haben und einen guten, anständigen eindruck gemacht haben. warum sollten die dann ausgerechnet auf mich warten.

ich frage mich wirklich, wie ich jemals ein gespräch mit einem vermieter überstehen soll. der fragt ja nunmal auch nach dem verdienst, und ich fange doch immer an zu heulen, wenn ich nicht sagen kann, hier sind meine gehaltsbelege… bzw. wäre es ja keine schande, wenn man gerade arbeitslos ist, aber wenn die dann wissen wollen, was mein eigentlicher beruf ist und was ich davor gemacht habe, was soll ich dann sagen, ohne dass es peinlich wird? oder soll ich sagen, ich habe musik gemacht, dann haben die angst, ich musiziere in der wohnung… das kommt alles scheisse rüber. und irgendwas erfinden mag ich nicht. ich bleibe bei der wahrheit, und die ist eben nicht besonders schön. 

mit 39 quasi NICHTS gemacht zu haben ist scheisse.

und die psychologen rufe ich auch nicht an.

und auf meine bewerbung gab es ’ne absage.

ich habe wirklich nicht das gefühl, irgendwas erreicht zu haben. wenn das so weitergeht, wird mir das geld vom jobcenter noch gekürzt oder gestrichen, und ich stehe wieder da, wo ich vorher war…

12 Gedanken zu “feststecken

  1. Und genau deshalb wäre es wichtig, den Psychologen anzurufen!

    Und erwarte doch keine Wunder von dir. Du wirst nicht plötzlich aufwachen, keine Ängste mehr haben und alles schaffen, was du schaffen möchtest. Das funktioniert ja nicht mal bei „gesunden“ Menschen.

    Du HAST schon einiges erreicht, auch wenn du das vielleicht grad anders empfindest und du uns das nicht glaubst. Ich meine, hier im Blog schon auch mal rausgelesen zu haben, dass es durchaus Momente gab, in denen du ein bisschen stolz warst, auf das, was du geschafft hast. Dass du nichts getan hast, stimmt einfach nicht. So! Punkt! 😉

    *drück*

  2. @ koelschgirl:
    wie sagte michelle pfeiffer in einem film als lehrerin mal zu ihren schülern: „eine 1 zu bekommen ist leicht, sie zu behalten ist die kunst…“ oder so ähnlich. das, was ich jetzt erreicht habe (was andere für mich erreicht haben), kann ich jederzeit wieder verlieren. und weil ich diese dinge gar nicht alleine geregelt habe, ist es so gut wie nichts geschafft zu haben.

    danke für's drücken.

    @ nakura:
    aus demselben grund, aus de ich die vermieterin nicht anrufe. ich habe angst.

  3. Du magst die Dinge vielleicht nicht 100% allein geregelt haben, aber du hattest deinen Anteil daran, ohne dein Mitwirken wären einige Sachen gar nicht erst in Gang gekommen.

    Schön, dass du die Mail doch verschickst hast. 🙂

  4. Och man Süße 😦 Mach dich nicht kleiner, als du bist. Und sieh nicht auf das, was du verlieren könntest, sondern was du bereits erreicht hast. Denn jeder kann immer alles verlieren. Es gibt keine Garantie für ein erfolgreiches Leben.

  5. @ koelschgirl:
    mag ja sein… ich weiss aber, allein wäre ich total aufgeschmissen 😦

    @ schokokäse:
    klar kann jeder alles verlieren. aber nur die allerwenigsten stellen sich dabei so bekloppt an wie ich 😦

  6. Du hast viel geschafft, Claudi … auch wenn es sich für DIch momentan anders anfühlt, objektiv hast Du viel geschafft.

    Ich kenne aber das Gefühl gut. Da hat man einen Riesenberg vor sich und glaubt man kommt nie oben an. Da hilft nur der Tunnelblick. Schritt für Schritt … nicht hoch auf den Gipfel schauen, sondern auf den Weg. Immer nur an den nächsten Schritt denken.

    Du hast momentan einfach unglaublich viel zu stemmen, glaub mir, das wäre für jeden schwer.

    Du meisterst das unheimlich gut. Und dass man zwischendurch mal in den Seilen hängt, weil alles einfach zu viel wird, das ist normal. 🙂

  7. @ noriko:
    ich versuche ja, das alles positiv zu sehen, aber im moment stehe ich gerade etwas im nebel. ich weiss grad nicht wohin mit mir.

    in den seilen hängen trifft es gut.

  8. oh, du hast sooo viel erreicht!!!
    gebe jetzt nicht auf und lass nicht den kopf hängen!
    ja, es gibt halt immer wieder durstsrecken…
    hey, wir glauben hier alle an dich! 🙂
    nur mut!
    oh, es ist schwierig ne wohnung zu finden! ich weiss…
    wünsche dir ganz viel geduld und viel glück bei der suche!
    wir suchen jetzt schon seit einem jahr nach ner besseren bude…
    lass dich nicht abschrecken!

  9. Ich hoffe, das ist grad nur so ne Phase und du siehst das morgen (oder auch übermorgen) wieder anders. Du willst doch nicht ernsthaft aufgeben?! Dann wär alles, was du bisher gemacht hast, für die Katz.

    Und inwiefern hast du dazu nix beigetragen? Dich hat ja keiner aus dem Bett gezerrt und zu den enstprechenden Ämtern/Ärzten gezerrt. Ja, vllt hattest du Hilfe. Aber was ist schon dabei? Ohne dass du nicht zumindet einen Teil dazu beigetragen hast, wär gar nix in die Gänge geleitet worden. Also bitte. 😉

    Zähne zusammenbeißen und tschakka!

  10. @ abraxandria:
    danke süsse, ich gebe ja nicht auf. ich hab nur angst, dass ich nicht weiterkomme. das mit der wohnung ist halt für mich mein nächster grosser wunsch, den ich mir erfüllen möchte…

    @ sisterbloom:
    ich denke nicht ans aufgeben. ich weiss nur nicht, wie ich dem jobenter gerecht werden soll, wenn ich nicht mal telefonate führen kann. die werden irgendwann ungeduldig…

    naja, mal sehen, was die kommende woche bringt. vielleicht kriege ich doch noch meinen arzttermin zustande.

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