reisetagebuch -19.05.11: hamburg

bin erschöpft, den dritten tag nicht richtig geschlafen, mag kaum laufen, habe zudem noch meine tage… hamburg ist gross, die wege sind weit. man muss viele treppen steigen an den u-bahnhöfen, genau wie in london. da bleibt man sicher in form, wenn man hier lebt.

jetzt tröpfelt es auch noch. zur zeit gibt es sehr viele baustellen in hamburg. laufe richtung fischmarkt, suche die hafenstrasse, oder das, was davon noch übrig ist. finde aber keine von den alten häusern mehr. sind wohl alle weg. ich laufe einfach ziellos durch die stadt.
es ist bewölkt, aber immerhin trocken geblieben.


blick zum fernsehturm

wieso gibt es sowas nicht in münchen?
(hab den laden allerdings nicht getestet)

ich mag gullideckel

rathausschleuse

am rathaus

graue wolkendecke

schiffs- und möwenparkplatz

fahre nach rissen, dort steht ein leuchtturm. zwar kein schöner, aber warum nicht…

leider fährt ab rissen der bus nicht mehr, der mich in die nähe des leuchtturms bringt, war für die katz.

fahre nach klein flottbek und laufe ca. 2km durch den jenischpark nach teufelsbrück. eine schöne abwechslung zum lauten hamburger stadtleben, dieser beschauliche spaziergang.

von teulfelsbrück aus nehme ich die fähre nach finkenwerder. ich bin ganz allein auf dem schiff, das finde ich cool.

gegen abend kehre ich zurück zum hoste und frage dort nach, ob ich in ein anderes zimmer umziehen darf. erkläre dem jungen mann an der rezeption, dass ich nicht schlafen konnte und auf dem sofa geschlafen habe. er gibt mir ein anderes bett im 4-bett-zimmer, dass bislang noch komplett frei ist. für 3€ aufpreis. das ist es mir wert.

und es kommt niemand mehr, ich habe das zimmer für mich allein. schön.

spaziergang durch den jenischpark

versteckt


schöne blüten

ist das der teufelsteich?

totholz


wer da wohl alles drin wohnt?

am „strand“ von teulfesbrück


bäumchen

ganz allein auf dem schiff

sieht aus wie eine möwe

sonne,wo bist du?

umgezogen und ganz für mich allein


to be continued…

reisetagebuch -18.05.11: hamburg

halb 1 uhr nachts, ich erreiche den hauptbahnhof in hamburg. dieses vertraute gefühl… fast wie „nach hause“ kommen. an der markthalle vorbei und ins a&o hostel, ein bett für 19€ bestellt. als ich ins zimmer komme, fällt mir auf, dass ich gar keine bettwäsche habe. egal, nochmal runter und welche holen, mag ich nicht, da liegt schon ein mädchen im bett und ich habe sie genug gestört.

nur 4 stunden geschlafen, das mädchen ist früh aufgestanden, um 10 uhr muss man spätestens auschecken.


mein frühstück: franzbrötchen
(fast so gut wie meine selbstgebackenen)

ziehe um 15 uhr uhr um ins instant sleep, dass mitten im schanzenviertel liegt. seltsam, dass ich hier noch nie war… abends blüht das viertel auf, hier trifft sich die alternative und junge szene zum essen, trinken, quatschen, feiern… die häuser sind besprüht, bemalt, beklebt, überall cafés, kneipen, imbissbuden, coole boutiquen, plattenläden. mal das schulterblatt entlang bummeln und schon mal gucken, wo heute abend das konzert der vessels stattfindet. wie praktisch, vom hostel aus kann ich zu fuss dorthin gehen, ist gleich um die ecke.

den nachmittag verbringe ich mit einem stadtbummel durch altona und fahre dann noch kurz zu den landungsbrücken, mal kurz elbluft schnuppern, den schiffssirenen lauschen und auf’s wasser gucken.


mein bett


zimmerbemalung

originelle toilettentüren

billard?

schöne fassaden in altona

alte treppe

in london sind die schwarz

buntes stadtbild

maritim

rot weiss (ohne pommes)


vorgarten

ulkiger strassenname

radhaus


fahrradschrott


der stuhlmannbrunnen

landungsbrücken raus

kräne

brücke

elbe 17


zurückbleiben bitte!

später laufe ich wieder duchs schanzenviertel, schiesse fotos und gehe anschliessend nochmal ins hostel, um was zu essen und ein bischen auszuruhen vor dem konzert. meine beine wollen lieber hochgelegt werden, oder zumindest nicht mehr stehen, aber es hilft ja nichts, ich will die bands sehen.


im schanzenviertel…

…ist alles beschmiert und beklebt


erfasst

nummer 13

hier werden sie geholfen

grüne erfrischung

st. pauli

backstein

politische botschaften

gegen 21 uhr gehe ich ins haus 73, unten im keller ist der kleine club, wo die beiden post-rock-bands vessels und mimas heute auftreten. mimas gefallen mir gut, an die vertrackten rhythmen muss ich mich aber erst gewöhnen. der bassist hat probleme mit seinen tretminen, das nervt etwas und tut in den ohren weh. insgesamt aber ein schöner auftritt.
vessels gefallen mir noch besser. noch vertrackter, aber sehr intensiv. ich hatte noch nie gänsehaut von kopf bis fuss (ab 4:57)! da haben sich sogar die paar härchen auf meinen zehennägeln hochgestellt. einer vor mir ging dermassen ab, dass ich ständig dachte, sein nebenmann bekommt jeden augenblick eine kopfnuss von ihm. sehr alternatives publikum, fast nur männer, ist wohl eher keine mädchenmucke. ich fand’s toll.

und das für schlappe 9€. manche bands, die 30€ verlangen, sind nicht halb so gut.


im club
mimas

mimas
(bei vessels konnte ich nicht mehr fotografieren)

ich freue mich auf mein bett, habe dringend schlaf nachzuholen. doch leider ist an schlaf nicht zu denken. jemand schnarcht. der typ neben mir? nein, es ist die frau über ihm, seine mutter wohl. das darf doch nicht wahr sein!

ich höre musik, aber das schnarchen übertönt selbst noch die lauteste einstellung auf meinem mp3player. nach einiger überlegung beschliesse ich, mich draussen in der lobby auf’s sofa, gegenüber der rezeption, zu legen. dort ist niemand, und ich bekomme so immerhin noch etwa eine stunde schlaf ab. um 6 uhr kommt der erste und weckt mich, weil er in die küche geht. so langsam werden die leute wach. um 8 uhr wird die rezeption wieder besetzt, also nehme ich meine decke und schlurfe wieder in mein zimmer, wo die alte immer noch dabei ist, dicke eichen abzuholzen. hier stinkt’s, am liebsten würde ich das fenster aufreissen. ich wünsche mir eine schrotflinte herbei. oder so ein gummiwurfgeschoss, und würde der tante damit gerne getrocknete erbsen in die nase schiessen. ich hoffe, sie steht bald auf. gegen halb neun hab ich die schnauze voll, ich will schliesslich nich was vom tag haben.

ich bin es langsam leid, jede nacht soviel geld auszugeben, und dann kein auge zuzukriegen.


mein schlafplatz für die nacht

das ist sie. gebt mir eine schrotflinte!!!

to be continued…

kaputt lieben

w. tut mir irgendwie leid… ich habe schon wieder viel zu viele informationen bekommen, und am liebsten würde ich ihm schreiben, er solle sich doch bitte nicht unglücklich machen…

ich verstehe das alles nicht. aber ich will mich nicht wieder einmischen, denn dann wird er wieder sauer auf mich sein… ach ist das alles doof. ich halte mich da raus, es fragt mich ja niemand um meine meinung, also behalte ich sie für mich. aber das ist verdammt schwer!

ich finde das ganz ganz schlimm alles.

autofahrstil=bettqualität

stimmt es eigentlich, was man oft sagt, dass ein mann, so wie er auto fährt, auch so im bett ist?

als wir vom zoo zum bahnhof gefahren sind, war w. am steuer, und wenn er so im bett ist wie er auto fährt… ich fand den gedanken äusserst amüsant. denn einen so holprigen fahrstil habe ich schon lange nicht mehr erlebt. heieiei, da muss man sich aber anschnallen!

ich glaube, wären die kinder nicht im auto gesessen, wäre mir die frage glatt rausgerutscht.

reisetagebuch – 17.05.11: gera

hatte nicht viel schlaf und fühle mich irgendwie fiebrig. man kommt so schnell ins schwitzen wenn man nicht ausgeschlafen ist. irgendwas stimmt dann mit der temperaturregelung im körper nicht. ich fühle mich klebrig und hässlich, die duschwand geht nicht zu, da blockiert der zahnputzbecher an der wand, blöd konstruiert aber auch… na gut, wollte mich ja eh nicht hübsch machen für w., damit er nicht denkt, ich will ihn anbaggern. je hässlicher, desto besser. aber ich fühle mich schlampig, und das mag ich nicht, was soll er von mir denken? was soll j. von mir denken?

bepackt mit koffer, rucksack und stoffbeutel mache ich mich auf den weg zum s.b., gehe aber einen riesen umweg, komme ins schwitzen und möchte am liebsten gar nicht dort auftauchen. aber ich möchte ihn auch gerne sehen, also gehe ich trotzdem hin. die tür ist zu, eine klingel gibt es scheinbar nicht, also setze ich mich erstmal hin und warte ein paar minuten. um mich abzukühlen. aber innerlich bin ich eh angespannt. wie wird unser wiedersehen wohl sein?

ich tippe ihm eine sms, dass ich vor dem s.b. sitze. und warte. denke an die alten treffen. und frage mich, ob er sich nun doch nicht traut, herauszukommen.

nach einer weile schreibe ich ihm erneut: „dann gehe ich mal wieder“. und gehe zum südbahnhof, fahre mit dem zug zum hauptbahnhof. als ich im zug sitze, kommt seine antwort. ich hätte mal anklingeln sollen. und er habe jetzt noch was zu tun, und dann bis später.

ich stelle mein gepäck ins schliessfach und laufe ins zentrum. es ist wenig los, und ich fühle mich fremd. die stadt ist leer, leer und hässlich. wollte ich nicht mal hierherziehen? wie liebe doch die sichtweise ändert.

ich weiss nicht, wo ich hinlaufen soll, habe keinen stadtplan. gehe in die gera-arcaden und bummle ein wenig durch die fussgängerzone, oder was auch immer das sein soll. suche ein internetcafe, denn ich habe für heute abend in hamburg auch noch keine unterkunft. die bücherei macht erst um 14 uhr auf. naja, erst mal abwarten.

der pinguinbrunnen

am puschkinplatz

verstaubt und altmodisch

geraer charme

übergrosse blumentöpfe

fussgängerzone

in der fussgängerzone verabrede ich mich mit jana, um 16 uhr treffen wir uns an der leipziger str., sie kommt mit dem auto, ihre zwei mädels sitzen hinten auf der rückbank. ich gucke mir j. erstmal an, denn ich hatte schon fast vergessen, wie sie aussieht. das ist also w.’s freundin. sie hat abgenommen, sieht gut aus. ich hatte sie anders in erinnerung. wir halten smalltalk, alles gut. ich finde sie sympatisch. frage mich, ob w. es sich anders überlegt hat, sie scheint ihn gar nicht abzuholen, sondern fährt direkt zum zoo. als ich aussteige und den mädels die tür öffne, steht er auf einmal vor mir. huch! wo kommt der denn auf einmal her, hab ihn gar nicht gesehen. wir begrüssen uns mit handshake und küsschen auf die wange. früher hatte er mich immer umarmt. er begrüsst direkt die kids, ganz herzlich und fängt an, mit ihnen herumzuschäkern. wie er seine freundin begrüsst hat, habe ich vergessen, ich habe nicht hingesehen.
er fragt mich, ob ich gut geschlafen hätte. ich sage, nicht so viel, ich hatte zuviel nachgedacht. er sagt, er habe nachts nochmal auf sein handy geguckt, und weil ich nichts anderweitiges geschrieben hatte, ist er davon ausgegangen, dass ich gut angekommen sei. ich frage: warst du noch wach?“ er: „nein, aber ich bin paar mal aufgewacht.“ – „hast du denn gut schlafen können? oder hattest du alpträume wegen mir?“ ich schmunzle, aber er sagt nein. er wacht nachts auf und denkt an mich…

wir gehen zur kasse, ich kaufe mir ticket. die frau an der kasse meint, wir könnten doch ein familienticket lösen. ich bin aber nicht die frau und mutter… die 4 kriegen also ein familienticket und ich zahle eine normale einzelkarte. kostet neuerdings 4 statt 2,50€.

zusammen laufen wir also durch den zoo, familiennachmittag mit meinem alten schwarm, seiner freundin und den kidsfühle mich irgendwie komisch dabei, was mache ich hier eigentlich? ich beobachte w. vorsichtig, ohne ihn anzustarren. versuche herauszufinden, was ich fühle. aber ich fühle – nichts. ich glaube, ich habe meine gefühle begraben. ich hatte es ihm ja vor ein paar tagen erklärt, einen vergeben mann kann ich nicht lieben. ich weiss nicht mal mehr, was ich in seinem leben will. ich gehöre da gar nicht rein. ich bin ja nicht einmal eine freundin für ihn. aber ich finde es gut, dass sie mich mitnehmen, mich teilhaben lassen an ihrem leben. ich habe keine familie, bin allein… ich bin immer die alleinstehende, die niemanden hat. ich weiss nicht, wo mein platz ist, wo ich hingehöre. ich bin einfach heimatlos…

w. gibt sich mühe, mit mir ein wenig small talk zu halten, ich rede nicht viel, höre und sehe eher zu, was er sagt oder tut… er kümmert sich sehr um die kids, wie ein papa.

erste station ist das streichelgehege. da wird claudy auch wieder zum kind. ich benehme mich in etwa wie die mädels, während w. und j. sich eher zurückhalten und uns zuschauen.

wir sehen eine wieselmama mit ihren jungen, bauernhoftiere wie schweine, hühner… toll finde ich auch die thüringer waldesel.

das begehbare affengehege ist zu, verdammt! das war doch der grund, wieso ich überhaupt in den zoo wollte… mal die affen aus nächster nähe erleben… so ein mist!

immerhin, ein affe lässt sich blicken, kommt an den zaun, und j. wirft ihm ein paar nüsse und rosinen zu.

ein paar gehege sind leer, ein waschbär lässt sich von mir aus seiner baumhöhle locken und schaut kurz raus, ein weisses reh, ein lama und emus sehen wir auch noch. alle tiere haben wir nicht angeschaut, weil ich etwas in eile war, wegen meinem zug. j. hat sogar noch für mich in hamburg im hostel angerufen um zu fragen, ob die noch ein bett haben. ich könne da einfach vorbeikommen, es sei genug frei. prima, also habe ich auch für die nächste nacht eine unterkunft.

wir fahren zum bahnhof und setzen uns noch auf ein getränk in ein café. dort erzählt mir w., dass er bald in münchen sein wird – auf einer hochzeit. ich sage, er könne ja anrufen, wenn er zeit habe, dann können wir ja vielleicht was machen… das gesicht, dass er macht, gleicht etwa dem, als wenn er in eine zitrone beisst. fast hätte ich laut aufgelacht. schon wieder was verkehrtes gesagt. aus uns wird nichts mehr. dieser mensch ist für mich unbegreifbar und unergründlich. ausserdem habe ich das gefühl, er hat noch weniger selbstvertrauen als ich. er kann es nur besser überspielen. mit seiner schelmischen und scherzhaften art versucht er das jedenfalls. er ist wirklich schüchtern. ist mir damals gar nicht aufgefallen. vielleicht war er auch nur eingeschüchtert von mir, keine ahnung.

als ich aufbrechen muss, bringt mich w. noch zum zug, j. und die kids fahren schon los. ist ja richtig mutig von ihm. und wirklich nett. er trägt meinen koffer und kommt sogar noch mit in den zug, wir reden noch kurz über den tag, er sagt, er fand es schön heute. na siehste, alles nicht so schlimm, oder, w.? ich sage ihm, schön, dass er doch noch zeit hatte, dass er sich doch noch getraut habe, mich zu treffen. einen moment länger, und wir wären wieder an der stelle gewesen wie damals, als ich ihn besucht hatte. es entsteht nun mal mehr nähe, wenn wir allein sind. aber mehr als „platonisches gern haben“ fühle ich nicht. vielleicht, wäre er nicht vergeben, dann wäre es anders. aber es ist ja gut so, wie es jetzt ist.

ich bin so froh, dass es so gekommen ist. wieso nur ist es immer so schwer, das zu kriegen, was man möchte? wäre ich nicht so penetrant gewesen, wäre das alles nicht passiert… und genau so wollte ich es haben. mir klarwerden über meine gefühle. loslassen können. alles wird gut.

willkommen im waldzoo

waldzoo heisst er ja berechtigt

das klau‘ ich mir, das nehm‘ ich mit

hey, mein mantel wird nicht gefressen!!!

schnucki

guck guck!

mmm, kuschelig

ih-aahh

thüringer waldesel

so klein

so gross!

welches schweinderl hätten’s denn gern?

mama, ich habe hunger!

gebrauchsanweisung für’s berberaffengehege

och nööö…

da hör ich was rascheln!

her mit den rosinen!!!

zum ersten mal „live“ gesehen

ein weisses reh

emo… äh – emu

der guckt aber drömmelig aus der wäsche

kurz vorm ausgang…

to be continued…