alle machen dicht

auf der suche nach einem neuen klodeckel – ihr erinnert euch? – hatte ich heute das gefühl, der krieg sei ausgebrochen. oder münchen wird zur geisterstadt.

erste station: metro. hier war noch alles normal. leider fand ich die preise für einen arsch-rahmen zu hoch, und ich ging weiter zum praktiker. mein bruder erwähnte ja neulich schon mal, dass der wohl zumache, und da sei schon alles leer… als ich dort reinkam, war das auch so. da war wirklich nicht mehr viel, dreiviertel der halle war gähnend leer. in der sanitärabteilung hingen noch ein paar traurige austellungsstücke am regal, einer aus holz war dabei, den wollte ich haben, 50% reduziert, von knapp 23 €, da dachte ich, den nimmste, billiger geht’s ja nicht. ich suchte einen mitarbeiter, damit er mir den sitz vom regal abschraubt, aber der riet mir davon ab, weil das gewinde, die halterung anscheinend zu kurz sei, da müsse man erst die befestigung komplett austauschen, und so hätte ich ja wenig freude damit… na toll, warum steht dann gross dran, dass man die kaufen kann? bekloppt. und ersatzhalterungen gab es wohl keine mehr. so ein pech.

da ich ja bereits an der schenkendorfstrasse war, nahm ich den bus zum euro-industrie-park. wollte zu domäne. da las ich zwar auch kürzlich, dass der schliesst, aber ich dachte mir, vielleicht gibt es die klodeckel dann sogar reduziert… die wenigen sachen, die es dort noch gab, standen direkt hinter der kasse. 2 tische, 3 regale, 3 gitterkörbe mit krimskrams und untersetzer für blumenkästen (die um 90% reduziert waren). das war alles. und die regale wurden sofort von den leuten, die noch dort waren, gehamstert. ich kam mir langsam vor, als ob alle läden dicht machen und die menschen nun panikartig versuchen, die letzten möbel zusammenzukaufen.

gut, keine wc-brille, dann gehe ich halt in den billig-markt gegenüber, denn der macht ja auch zu. dieser laden war erstaunlich gut befüllt mit waren. ich kaufte 2 staubtücher, eine tischdecke und eine geldbörse, das war’s. dann ging ich rüber zu real und hoffte, dort meinen klodeckel zu bekommen.

ach, auch dort alles leer. da bekommt man ja angst. wirklich. überall leere regale, alles reduziert, sogar auf lebensmittel gibt es 10%. ich suchte verzweifelt IRGENDWAS, dass ich kaufen könnte, weil es so deprimierend war, wenn es nichts mehr zu kaufen gibt. was es noch gab waren klamotten, schuhe, koffer, taschen, spielwaren, bücher, bettwäsche usw. sanitärabteilung fehlanzeige, entweder gab’s die da nie oder alles wech. ich lief kopflos in diesem riesen saal herum und fand sogar was. eine „tigerenten“-tasche, die sowieso schon reduziert war, und an der kasse bekam ich nochmals 30% rabatt. die hat also 3,50 € gekostet. toll, wenigstens etwas in dieser trostlosen einkaufsmeile. und dann lief ich noch durch die lebensmittelabteilung und war inzwischen mit den nerven am ende, weil dort auch fast alles leer war. viele regale waren schon komplett ausgeräumt, die tiefkühlabteilung bestand nur nur noch aus ungefähr 3 kühltruhen, in denen einfach alle reste zusammengepackt wurden. und ich wusste nicht, was ich kaufen sollte…

oh mann, was für ein erlebnis. schon ein komischer zufall, dass ich an einem einzigen tag in genau die läden laufe, die gerade dicht machen. so ähnlich stelle ich es mir vor, wenn der krieg ausbricht, und alle hamstern sich das letzte zeug zusammen. und dann ist da NICHTS mehr. und man weiss, da kommt auch nichts mehr. ist das unheimlich… man bekommt direkt panik, wenn man sich das vorstellt…

aber noch geht’s uns gut. NOCH…

westpark

sonntag nach dem wählen bin ich noch kurz in den westpark gegangen. diesmal nicht wie normal über den hansapark, sondern mal direkt von der u-bahnhaltestelle „westpark“ aus. da war ich noch nie, und ich wusste auch gar nicht, wohin ich lief. eigentlich wollte ich ja richtung hansapark, zum teil, den ich schon kenne (den mit den schildkröten). aber irgendwie lief ich dauernd im kreis und habe nicht kapiert, wie man in den ostteil kommt. hätte ich gewusst, dass ich nur über die grosse brücke gehen muss… ich stand quasi schon davor.

war aber nicht schlimm, denn viel zeit hatte ich eh nicht, nach einer strunden wurde es bereits dunkel und ich verliess den park irgendwo, wusste wieder nicht wo ich bin und fragte zwei fussgänger nach der u-bahn-station. eine mir unbekannte strassenbahnhaltestelle war in der nähe. die nahm ich dann.

diesen teil des westparks also kannte ich ja noch gar nicht. und ich war überrascht, was es dort alles gibt. besonders gut gefielen mir die asiatischen anlagen und der tempel. da fühlt man sich fast wie in asien im urlaub. und diese vielfalt an blumen, bäumen, hügeln, wald, seen, da ist irgendwie alles, in diesem park. hier werde ich noch öfter spazierengehen.

witzig fand ich auch die stelle, an der lauter menschen zu lauter musik unter anleitung gymnastik bzw. aerobic machen. ah, jetzt weiss ich endlich, wo der joga-treff ist, das lese ich immer in der IN münchen (kostenloses veranstaltungsmagazin). wollte ich schon immer mal hin. unter lauter musikbeschallung und anleitung einer sportamimatrice machen die leute die übungen. das sieht super lustig aus. find ich cool, und das kostet ja auch nichts. wäre es bei mir in der nähe, würde ich da immer mitmachen.

kostenlose gymnastikstunde im freien

hoch die arme, hoch!

chinesisches eckchen zum verweilen und entspannen

das bayerwaldhaus

bayerwaldhaus (eingang)

chinesischer garten

chinesischer garten II

hörst du die waldgeister?

durchgänge

es leuchtet in allen farben

teich-insel-garten

thai-sala

thai-sala II

sonnenuntergang am see

am seeufer wurde gegrillt, da sassen türkische familien und nutzen die letzten warmen tage aus, auf picknickdecken und an campingtischen.

man kann dort also irgendwie fast alles machen. nur baden geht wohl nicht 😉

einigeln oder: seelenmüll abladen im september

so, jetzt kann ich mich wieder gehenlassen und meine deprischübe ausleben. schön!

diese einsamkeit… ich warte immer auf den zeitpunkt, an dem irgendeine leitung in meinem kopf durchbrennt und ich meinen verstand verliere. wenn das herz schon nicht zerbricht oder platzt, dann muss doch im kopf irgendwann mal was kaputtgehen…

vor ein paar stunden hatte ich wieder diese dankbarkeit, dass ich überhaupt lebe. dass ich mir z.b. den traum erfüllt habe, ans meer zu fahren, ist alleine ein grund, noch am leben zu sein. und nun… denke ich wieder, wie lange soll ich mich eigentlich noch quälen, und warten bis ich schwarz werde? auf jemanden, der mich küsst, der mit mir tanzt, der mich liebt… da kommt doch keiner mehr. wann höre ich auf, von w. zu träumen, wann treffe ich den richtigen, und wo?

wann fange ich an, zu leben? warum ist das so anstrengend? warum schwimme ich ständig gegen den strom? warum will ich mich nicht ändern?

ich will nicht mehr allein sein.

confident

da bin ich wieder. es war alles sch…

nein, es war in ordnung. also gut, glaube ich. hatte wieder umsonst die hosen voll, aber vielleicht brauche ich das auch…

als ich da ankam, hat die band gerade soundcheck gemacht. einer der kanadier kam sogar zu mir sagte hallo, ich nahm an, dass es der tourmanager war. er bedankte sich schon für’s spielen, nett.
ich stand etwas hilflos herum und schnappte mir ein paar zeitschriften, setzte mich neben dem „tourmanager“ und blätterte nervös in den magazinen. puh, die band war echt gut, das hatte ich zwar schon auf myspace gehört, aber live ist es dann nochmal was anderes. ich dachte nur, was soll das bloss werden? ich kann ja GAR nichts gegen die…

nach dem soundcheck kam dann noch die violinistin, stellte sich vor und fragte nach meinem namen, und fragte mich, ob es okay ist, wenn sie das zeug da auf der bühne lassen. ich war ganz froh, dass die dann gingen, weil ich beim soundcheck immer so furchtbar nervös bin, das ist schlimmer als der gig selber. auch nach zig gigs habe ich mich nicht daran gewöhnt.

tja und dann sass ich da und wartete erstmal eine stunde. das warten ist immer doof, wenn man allein ist. man hat niemanden zum reden und starrt löcher in die wände. und die nervösität geht immer wieder rauf und runter. mal wird man wieder entspannter, mal steigt der adrenalinspiegel wieder gewaltig. kurz vor halb neun kam mein bruder. übrigens mal wieder der einzige, der wegen mir kam. ich wusste es.

bin dann auch bald auf die bühne und hab angefangen. lief sogar ganz gut, also kein disaster, paar mal hab ich mich verspielt und bei einem song, den ich lange nicht gespielt hatte, hab ich irgendwann den song verhauen, die akkorde verwechselt und einfach improvisiert, was zwar keine katastrophe war, also harmonisch war es okay, bloss hatte der halt keine struktur mehr. mein bruder meinte hinterher, der song war ein highlight, der war super *lach* ansonsten lief es ganz gut, und wenn ich mal kurz sentimental werden wollte, hab ich das im nächsten moment wieder unterdrückt. hatte mich also unter kontrolle, immerhin. applaudiert wurde auch fleissig, also muss es wohl in ordnung gewesen sein. es waren sogar einige leute da, nicht sehr viele, aber genug.

nach dem auftritt kam einer der band und lobte meinen auftritt. und als ich sagte, dass ich ja ein paar fehler gemacht habe, sagte er, das mache gar nichts, es sei super gewesen. mein bruder fand es auch sehr gut, er hatte wenig auszusetzen.

dann fingen die kanadier an, war sehr sehr schön, klasse band. mit geige, cello, glockenspiel, banjo, trompete (leider nur einmal am ende des sets, ich liebe ja trompeten), und die sängerin hat ’ne tolle stimme, erinnerte mich sehr an tanya donnelly (belly, throwing muses).

danach habe ich nochmal viel lob bekommen, die violonistin hat mich gefragt, wie ich das mache, mit gitarre und gesang gleichzeitig, und sie meinte, ich wirke sehr „confident“ auf der bühne. ich erklärte ihr, wie nervös ich immer sei, und dass ich fast sterbe vor aufregung. das scheint man nicht zu bemerken. gut, heute war ich recht ruhig, die beine haben etwas gezittert, aber sonst fühlte ich mich ganz wohl. sie sagte auch meine stimme ist sehr schön und als ich meinte „i’m not good at the guitar“ meinte sie, nein, ich spiele doch gut… so etwas von so einer guten musikerin zu hören ist natürlich toll. und die anderen fanden es auch alle toll. vom publikum kam niemand auf mich zu, aber der band hat’s gefallen. das macht mich schon ein wenig stolz. vielleicht wohne ich im falschen land, das denke ich mir oft. gibt ja auch so wenig bands die diese art von musik machen hier. und ich wurde sicher mal wieder nur gefragt, ob ich supporten will, weil es in münchen einfach keine passende band gibt. genau wie bei den ghost bees vor ein paar monaten. kein wunder, dass ich keine band habe, denn sowas was ich machen will, will hier niemand machen. ich hätte aber gerne ein paar musiker, das würde meine musik enorm aufpeppen. cellisten, geiger, bläser… irgendsowas wäre genial.

jedenfalls war es ein gelungener abend. und ich bin froh, das alles geklappt hat. vielleicht sollte ich doch noch weiter musik machen. ICH HAB’S GEWUSST!!! *lach*

stimmungsaufheller gesucht

ich brauche heute irgendwas stimmungsaufhellendes, gaub ich… meine nerven! gestern hab ich ja schon geheult, und heute könnte ich auch jederzeit anfangen… jetzt schon??? wie soll das dann erst beim gig sein? und meine magennerven kreisen auch wie die achterbahn auf dem oktoberfest.

apropos magen: gestern hab ich natürlich wieder den fehler gemacht und irgendwann um halb 1 noch einen salat gegessen. ich hatte eben noch hunger und wollte mir nichts anderes machen. und lange hatte ich dieses scheiss magenziehen ja nicht mehr… natürlich musste es gestern wieder losgehen. bis 7 uhr morgens habe ich mich gequält, verdauungstee getrunken, wärmflasche auf’s bauchi, als es nach stunden immer noch nicht besser wurde, habe ich ein paar tropfen heilpflanzenöl in wasser eingenommen, und dann sogar noch baldriantropfen, damit ich endlich mal zur ruhe komme. und zwei butterkekse gegessen, denn der magen war ja wohl eh schon wieder leer, bloss denkt man in dem zustand an alles, nur nicht ans essen, was soll man da noch in den magen tun? komischerweise wurde es auch wirklich besser und ich schlief ein.

tolle nacht, und das vor einem wichtigen tag. dementsprechend gereizt bin ich heute auch.

ich möchte wenigstens meine tränendrüsen heute abschalten können, ich glaube, ich bekomme meine tage, und ihr wisst ja inzwischen, wie ich mich dann fühle…