bald abschied von der katzen-wg

zu wenig schlaf, mal wieder. um 4 uhr ins bett, noch einige seiten homo faber gelesen, im ohr sigur rós, die aktuelle platte, zum glück hab ich den mp3player mit… dann wieder gedanken an wild thing, dazu die traurigen klavierklänge, der gesang, die gedanken vermsichen sich mit m., wie wir am bahnhof stehen, abschied, er sagt noch, es sei ja nicht das letzte mal, dass er mich besuchen kommt… ich fange an zu weinen, zu schluchzen, abschied, auch bald von der katze… abschied. meine tränen tropfen auf’s kopfkissen, ich muss die ohrstöpsel abmachen, die musik macht mich traurig. ich lese weiter, dann drehe ich mich um und schlafe ein.

um halb sieben weckt mich ein katzenschrei, ein geräusch. ich lausche angestrengt. dann ein plumsen, mikey, der alte kartoffelsack. und sein kater-gesang. an wieder einschlafen ist nicht zu denken, ich wälze mich im bett, von einer seite auf die andere, lieber aufstehen und ins wohnzimmer. erst auf’s klo, wieder hinlegen, hat alles keinen zweck. ich stehe auf, nehme die bettdecke und wandere ins wohnzimmer auf’s sofa. fernseher an, da läuft curly sue. ich nicke ab und zu ein, werde von den stimmen im fernseher aber immer wieder wach. irgendwann ein brummen neben meinem linken ohr. lea schnurrt. ich streichle sie und sie legt sich neben mich, brummt weiter, wird ruhig. ab und zu höre ich das trappeln der pfoten von mikey.

noch zwei stunden, dann kommen dana und rainer. hab saubergemacht, die katzenklos auch, gleich mach ich mir noch eine suppe, gefriergetrocknet. die sonne scheint durch’s fenster, ich glaube es ist warm. mikey hat sich neben wild thing gelegt, die beiden dösen auf der couch. lea liegt auf dem teppich, seitlich, die vorderpfoten eingerollt, die augen zu…

ein bischen wehmut ist immer dabei, wie jedes mal, dass ich die katzen wieder verlassen muss.

fast wie im altersheim

ich liege hier auf dem sofa und gucke mir das haldern-festival auf wdr an. lea löffelt mit der pfote wasser aus einer kleinen schale auf dem couchtisch, mikey liegt auf dem fensterbrett und wild thing zu meinen füssen. ich habe ihr doch noch mal eine infusion gegeben. leider wieder nur die halbe dosis, weil sie wieder nicht stillhalten wollte. ich hab wieder ganz schön gezittert, vielleicht noch mehr als beim ersten mal. jetzt liegt sie hier schon eine weile, lässt sich auch den bauch kraulen und sieht den umständen entsprechend ganz gut aus. bloss ist sie doch sehr schwach, manchmal knickt sie mit den hinterbeinen ein oder wankt kurz beim laufen. hm, ich frage mich natürlich ob das daher kommt, dass sie nicht die vollen 120ml bekommen hat. wäre nicht so schön wenn sie wegen mir noch schlechtere nierenwerte bekommt. ich bin wohl nicht wirklich geeignet, eine kranke katze zu betreuen. ich bin einfach nicht konsequent genug, lasse mich zu schnell verunsichern und gebe zu schnell auf. wie in anderen situationen ja auch… ich bin eine loserin. nicht mal eine infusion kann ich ordentlch verabreichen.

auf’s klo geht sie heute gar nicht so wie gestern, nur einmal kurz, und wieder dieser schmerzlaut… ging wohl nicht viel. gestern nacht hat sie aber ordentlich gestrullt, und zwar vor das klo – in hohem bogen pisst sie einfach auf den lappen, der vor dem katzenklo liegt, schon eine ganze weile. ja, sie ist alt. und das katzenstreu verteilt sich in der ganzen wohnung, weil sie wegen dem lappen, der ja feucht ist, immer ein paar katzenstreukrümel an den pfoten kleben hat. man kann den ganzen tag hinter ihr herwischen.

aber jetzt pennt sie. ob das ein gutes zeichen ist, weiss ich nicht. gestern lief sie ja ständig hin und her, das fand ich noch unheimlicher. schlafen ist doch besser, wenn man nicht mehr viel kraft hat.

ich hoffe ich finde heute genug schlaf, denn jedesmal wenn ich mich hinlege muss ich an wild thing denken und frage mich, was sie gerade macht und ob es ihr gutgeht, ob sie lebt. ja so schlimm sind meine gedanken. und heute kann ich mir keine cocktails reinziehen, um gelassener zu werden. ich muss sagen, ich habe letzte nacht echt gut geschlafen, obwohl die wirkung schon weg war, als ich ins bett ging. eigentlich ist das gar nicht gut, zu merken dass alkohol bei sowas hilft. das sollte auch ohne gehen, sich zu entspannen…

nun gut, in etwa einer stunde lege ich mich hin, werde noch das festival fertiggucken und lesen.

schlaft alle gut.

cocktail gefällig?

so, bin wieder da von meiner kneipentour. einmal in der happy hour einen westend-dream getrunken (der hauscocktail schätze ich, der laden heisst westend) und war sehr lecker. und in der nächsten kneipe einen mai tai, der cocktail des tages. hat mir simon aufgedrängt, schmeckt sehr süss und sehr nach ananas. jetzt bin ich leicht angetrunken und das ist gut so. dann ertrage ich das leiden von wild thing besser. sie kommt auch gerade auf’s sofa gehopst. die restliche infusion habe ich nicht mehr gegeben, weil simon das wohl nicht mitansehen konnte und ausserdem war sie so zickig am abend, dass sie sich nicht mal von mir tragen lassen wollte. sie hat mich durchschaut, sie ist dominanter als ich, ist das fies. ich bin hier die domina, damit das klar ist.

morgen will ich ein bischen in der stadt bummeln gehen, damit ich die katze nicht wieder den ganzen tag sehen muss. das tier macht mich ganz nervös, tigert ständig umher und sitzt im waschbecken, als ob sie eine sarg probeliegen will. auch simon meinte, sie weiss einfach, dass sie nicht mehr allzu lange leben wird, und verhält sich wohl deshalb so. das arme ding, und sie kann nicht in ruhe sterben, weil wir doofen menschen ihr weiterhin futter aufdrängen und ihr irgendwelche flüssigkeiten in den körper spritzen, damit sie nicht austrocknet. und das auf kosten der tiere, nur damit wir nicht so schnell abschied nehmen müssen. ist das nicht pervers…

ich gucke mal wie es ihr morgen geht, wenn es nötig ist, versuche ich ihr noch eine infusion zu geben, aber nur weil es mir aufgetragen wurde. wäre es meine katze, würde ich es lassen. aber ich habe hier nicht zu entscheiden, also mache ich was man von mir verlangt. vielleicht.

sorgen

nun bin ich etwa 24 stunden hier und bemerke natürlich einige dinge, die wild thing betreffen. ich finde ihren zustand nicht gut. sie läuft, wenn sie nicht gerade schläft, unruhig in der wohnung herum, kauert im waschbecken und auf den hinterläufen ist sie schwach, ein wunder, dass sie doch immer die kraft findet, da raufzuspringen. manchmal wankt sie ein bischen beim laufen. das ist doch nicht in ordnung so? für meine begriffe ist sie sehr krank. und dann diese schmerzlaute…

nun hat sie auch gemerkt dass ich zu zaghaft bin, was ihre medizin anbelangt. als ich ihr heute dieses pilzzeug ins maul spritzen wollte, was gestern noch so einfach ging, hat sie sich heute mit krallen und zähnen gewehrt. ich hab kurz zuvor gemerkt dass ihr herz sehr schnell geht, das hat mich sehr beunruhigt. keine ahnung ob sie das schon länger hat, aber ich denke sie hatte herzrasen… so lansam schleicht sich wieder diese panik ein, die ich das letzte mal hatte. ich könnte heulen, aus mitleid und wut darüber, dass ich damit konfrontiert werde und nicht helfen kann. dass menschen alles versuchen, um ihr haustier möglichst lange leben (und leiden) zu lassen. das macht mich wütend. klar will niemand dass ein lebewesen stirbt. aber wenn ein organismus nicht mehr funktioniert, muss man denn mit allen mitteln das leben aufrecht erhalten? ich bin der meinung, wenn es vorbei ist, ist es vorbei. ich bin gegen medikamentöse aufrechterhaltung von leben, das ist doch nicht natürlich. als rainer und ich am mittwoch nochmal mit wild thing unten auf dem hof waren, lief sie zwar kurz in der gegend herum, dann aber kauerte sie sich unter ein gebüsch. und von selber wäre sie wohl nicht mehr mit nach oben gekommen, rainer hat sie getragen. finde ich jetzt nicht gerade lebensfroh, diese anzeichen.

ich glaube, ich werde nicht mehr auf wild thing aufpassen. für anfang oktober hatte mich dana schon gefragt, aber ich hab sagte ihr schon dass ich ab 3.10. auf tour bin und auch die zwei tage vorher eher ruhe brauche, um mich auf meinen gig zu konzentrieren. ich würde ja keinen klaren gedanken mehr fassen, wenn sie dann noch lebt. ich glaube nicht, dass sie es noch lange macht. vielleicht irre ich mich, denn manchmal wirkt sie wieder ganz fidel und fit. aber wenn man den ganzen tag beobachtet, sieht man, dass es ihr nicht so gut geht wie es manchmal scheint.

ich bin froh wenn endlich sonntag ist und ich die verantwortung wieder den beiden besitzern übertragen kann. das belastet mich zu sehr. heute abend gehe ich mit simon was trinken und bin froh über die ablenkung. vielleicht hab ich auch nur wieder zu wenig geschlafen, 5 stunden und schon bin ich wieder ein nervenwrack… vielleicht übertreibe ich, aber vielleicht auch nicht. ich sehe dieses häufchen haut und knochen und sie will kaum fressen, paar bissen und dann geht sie weg. kein appetit mehr.

sie hat sich schon sehr verändert. war ich letztes mal noch genervt darüber, dass sie sich zu jeder zeit auf meinem schoss legen will, mache ich mir nun gedanken darüber, dass das gar nicht mehr der fall ist. sie legt sich einfach neben mich. sie war immer so anhänglich früher, und das ist jetzt komplett weg.

ich mache es jetzt so wie die katzen und lege mich  noch ein bischen hin, bin müde.

nadeln

heute hab ich es gewagt. zuerst die flüssigkeit ein wenig erwärmen. dann 2 x 60ml spritzen aufziehen, so eine butterflynadel (so heissen die glaub ich) mit schlauch draufsetzen, wild thing irgendwie zwischen die beine klemmen, eine hautfalte am oberschenkel suchen und nadel einführen. ich habe mir das einstechen schlimmer vorgestellt, das ging doch sehr leicht, weil da eh nur noch haut ist und keine muskeln, ist ja ganz weich da, das gewebe. bischen gezittert hab ich aber dennoch, aber sie hat keinen mucks von sich gegeben. und dann drückt man langsam die spritze zu. leider fiel die nadel nach 20 ml wieder raus, weil wild thing nicht stillgehalten hat und immer aufstehen wollte. also nochmal. katze zwischen die schenkel pressen und einstechen. und wieder auf die tube…äh, die spritze drücken. wild thing hat sich wieder umgedreht, aber ich hab ihr wenigstens noch den rest der 60ml geben können. unter der haut bildet sich dann eine wasserbeule, das sieht krass aus, aber das verteilt sich dann. und sie rennt danach immer xmal zur toilette und pinkelt ein paar tröpfchen. leider weint sie auch dabei, ich befürchte stark, dass sie dabei schmerzen hat  😦 ob das normal ist, dass einer nierenkranken katze das pipi machen wehtut, weiss ich ja nun nicht. aber jetzt liegt sie neben mir und lässt sich von mir kraulen, döst ein bischen.

heute abend gebe ich ihr einfach die zweite dosis, das ist dann zwar ein piekser mehr, aber hauptsache sie bekommt ihre 60ml am tag. vielleicht kann ich simon bitten rüberzukommen, damit er sie mit festhält, sonst flutscht sie mir wieder weg.

war also gar nicht schlimm, ich bin erleichtert, dass ich es geschafft habe, naja, zumindest halbwegs, aber immerhin, ich hab zugestochen! und sie hat auch nicht aua geschrien 🙂