dick: meine mama fragt mich ständig, wie dick ich eigentlich noch werden will. sie tut so als ob mein bauch immer dicker wird. nein, mama, nur mein top ist so klein, dass das so aussieht. und warum muss sie mir immer wieder sagen, ich solle abnehmen? ich bin erwachsen und sollte selbst wissen, ob ich das will oder nicht. meint sie, ich würde es tun, wenn sie mich damit nervt? ich hab als antwort erstmal in die gummibärentüte gegriffen. dann sagte sie, es sei doch ungesund. dabei hielt sie gerade eine zigarette in der hand. und als ich sagte, ok, mama, hör du auf zu rauchen, dann höre ich auf zu essen!, lachte sie. das will sie nicht hören, klar. und mein bruder genauso. nur dass er das weniger sagt, weil es ja ungesund ist, sondern weil es nicht gut aussieht. männer ticken halt anders… tja leute, ich esse halt gerne, und bin dick und rund. aber den einzigen, den das zu stören hat, bin ich. wenn ich nicht in meine klamotten passe, zu schnell schwitze oder in 10 jahren knieprobleme habe. ihr müsst das nicht ertragen, also lasst es doch sein. ich werde durch diese sprüche nur mehr essen, aber nicht weniger. und wenn euch mein hüftgold nicht gefällt, guckt doch woanders hin. gibt genug hungerhaken auf dieser welt, die bei jedem gramm fett auf dem teller innerlich zusammenzucken. das ist doch kein leben. wo bleiben die geniesser?
kaputt: man hat mir heute gesagt, ich würde mich aufgeben und kaputt machen. weil ich m. erwähnt habe. mir ist das nicht bewusst, dass ich so wirke. ich gebe mich nicht auf, jedenfalls nicht wegen m., und ich mache mich auch nicht kaputt, wenn ich an ihn denke. natürlich bin ich mal traurig, niedergeschlagen oder sogar depressiv. aber es gibt genauso viele erinnerungen, die mich aufbauen, weil ich sie mit ihm erleben durfte. nicht alles, was mich an ihm erinnert, zieht mich runter. klar, die gewissheit, dass da nie mehr kontakt sein wird, macht mich schon traurig. aber ich kann ihn nicht aus meinem leben verbannen und so tun, als wenn ich damit abgeschlossen habe. denn das wäre eine lüge. und er wird immer ein teil meines lebens sein, auch wenn er nur eine kurze zeit mit mir verbracht hat. diese zeit war sehr intensiv. und ich weiss zu 200%, er wird nie mehr mit mir reden oder sonst etwas von mir wollen. vielleicht macht mich diese tatsache kaputt. das wissen, dass ich vielen menschen nicht genüge, sie keinen spass mit mir haben oder nicht gerne ihre zeit mit mir verbringen. das zu wissen macht mich wirklich fertig. zu spüren, dass andere sich langweilen in meiner gegenwart. aber dieses gefühl haben mir schon viele menschen gegeben. mit m. allein hat das nichts zu tun. und er hat mir auch viele gute gefühle gegeben. und die will ich auch nicht vergessen, denn sie geben mir andererseits auch wieder ein gutes (selbstwert)gefühl.
es macht mich traurig, dass ich anscheinend anderen wehtue, nur weil ich etwas erzähle. wer will schon seinen freunden wehtun, sie traurig machen? ich will das nicht. aber ihnen das, was mir auf dem herzen liegt, nicht erzählen zu können, ist auch irgendwie traurig. aber es gab ja schon situationen, wo meine blosse anwesenheit trauer auslöste. also ich bin wohl ein mensch, der negative gefühle auslöst. das tut mir weh, und man fängt an zu verstehen, warum die menschen einen meiden. aber ich bin nicht immer so traurig, wie es scheint. ich versuche, das alles mit gelassenheit und humor zu nehmen, und denke doch meist positiv. manchmal bin ich vielleicht ein wenig zu emotional und leidenschaftlich, aber das bringt mich auch nicht um. also macht euch (mach dir) keine sorgen, ich bin nicht unglücklicher als andere, und ich werde mich auch nicht verkriechen. wenn mal wieder jemand kommt, der mich mag und seine zeit mit mir verbringen will, werde ich ihn herzlich in die arme schliessen. bis dahin will ich an meine kuschelzeiten mit m. zurückdenken, auch wenn das manchmal ein bischen schmerzt. liebe tut immer ein bischen weh, ob zusammen oder getrennt…
das ist jetzt länger geworden als geplant.