m.’s geburtstag rückt näher. und ich denke diesmal gar nicht daran, ob ich ihm etwas schicken soll. das ist doch ein fortschritt, oder? scheint, als hätte seine letzte mail doch was bewirkt. ich hab’s wohl aufgegeben. lange hat’s gedauert. und traurig werde ich in bestimmten momenten immer noch. bedaure, dass das alles so gekommen ist. wieder eine bittere erinnerung mehr in meinem leben. ich kann auf die schönen momente kaum noch positiv zurückblicken , das ganze ist einfach nur noch eine blöde “episode aus meinem leben”. die enttäuschung sitzt wohl zu tief. und ich weiss immer noch nicht, wer mich mehr enttäuscht hat. er oder ich? war es eine selbsttäuschung? wenn ich jetzt so darüber nachdenke, frage ich mich, was da noch wehtut. kann es wehtun, wenn man aufhört, jemanden zu mögen? so ungefähr fühlt sich das an. wie der plötzliche ekel vor etwas, was man früher geliebt hat und jetzt nicht mehr sehen kann. ein schokoriegel, den man sich übergegessen hat. irgendwie weiss man, man liebt es, und doch wird einem schlecht davon, wenn man daran denkt.

naja, seltsamer vergleich, aber so ist das. er wird mir immer gleichgültiger. bald habe ich seine stimme, sein gesicht vergeseen, ich muss jetzt schon überlegen oder sogar nachsehen, wie die strasse heisst, in der er wohnt. er verschwindet. langsam, aber stetig. irgendwann werde ich auch überlegen müssen, wann er geburtstag hat. mit dem alter vergisst man immer mehr, man lernt, zu vergessen, man könnte gar nicht alles mit sich herumtragen. an was werde ich mich später noch erinnern können? wahrscheinlich nur die angenehmen dinge. die nimmt man mit. seine neugierigen (oder bewundernden?) blicke, ein zarter handkuss… oder die lustigen momente. wie er meinen grossen zeh gelutscht hat.

wenn man sich ein bischen mühe gibt, kommen die schönen momente doch wieder zurück.

blut. es ist nur das blut zwischen meinen unrasierten beinen.

(und wer das jetzt eklig fand, liest doch mal bitte feuchtgebiete von charlotte roche.)