endlich kann ich wieder meine therapiestunden hier ablegen. ich wache auf und denke sofort an m., und ich werde ganz unruhig und rege mich auf. heut ist es wieder ganz schlimm, heute hasse ich ihn wieder. ich sehe nur noch das negative, er hat mich verarscht, er ist ein scheisskerl, ein wichser, ein berechnendes schwein… das baut enorm auf (achtung, ironie). ich bin ein wrack wegen ihm. wenn ich in den spiegel blicke, sehe ich nur noch das grauen. ich mag mich nicht mehr. ich meine, überhaupt nicht mehr. und dafür ist er verantwortlich. schon seltsam wie ein einziger mensch es schafft, dass ich mich mag. und dann wiederum, dass ich mich hasse. dass ich mich geliebt fühlte, war ja nur eine verzerrung der realität. ich bin und war immer hässlich und eklig. nett von m, mir mal das gefühl gegeben zu haben, dass ich hübsch bin. und jetzt finde ich mich nur noch hässlich. ich kann meine fratze nicht mehr ertragen. hat er mir eigentlich nach seinem besuch nochmal gesagt, dass er mich hübsch findet? ich hab’s vergessen. er hatte sicher nur mitleid mit mir. hat er ja sogar gesagt. das tut so weh. ich fühle mich minderwertig. weiss er eigentlich, was er bei mir angerichtet hat? nein, ich schätze er kann das gut verdrängen. sein leben geht ja weiter. er scheint da überhaupt keine skrupel zu haben. so sorgenlos möchte ich auch mal durch’s leben gehen können. vielleicht ist das mein fehler. ja, natürlich ist es mein fehler, ich habe alles falsch gemacht. manchmal könnte ich mir vor seinen augen die pulsadern aufschlitzen. nur, damit er sieht, was er in mir auslöst. aber er würde wieder nur denken, ich habe ja probleme und er hat nichts damit zu tun. wie ich solche menschen hasse, die keine verantwortung übernehmen wollen für zwischenmenschliche dinge. er meinte immer, ich solle meine probleme in den griff kriegen. aber mit jeder ablehnung, die mir widerfährt, sinkt der mut und der wille. wozu, für wen bitte soll ich mich denn ändern? ich mag mich so wie ich bin, mit all meinen fehlern und schwächen. ich mag mich nur nicht mehr, seitdem du gegangen bist. weil du mir das gefühl gibst, nichts wert, hässlich, verrückt und langweilig zu sein. ich habe keine lust, mich zu ändern, denn es würde an UNS nichts ändern. du spazierst in anderer leute leben herum und gehst wieder, wann es dir passt. ohne bedenken, dass du anderen damit wehtun kannst. du bist kalt und gewissenlos. du bist hier der egoist, nicht ich.
so, fertig für heute. wie lange dauern therapiesitzungen eigentlich immer so? eine stunde? ich glaube, hätte ich einen therapeuten, der würde mich nie richtig kennenlernen, weil ich erst nach stunden so richtig in fahrt komme.
ok, fazit des therapeuten: selbstmitleid, opferverhalten, kein selbstvertrauen… weiss ich alles selber. da spart man doch bares geld.
hab gestern sogar von ihm geträumt, das war mies. er hatte mir dauernd gesagt er wolle nichts mehr mit mir zu tun haben und drängte sich dann trotzdem auf, also körperlich
das war eklig.
wo ist dr. mirzwiak? ich möchte am liebsten alles wegwerfen, was mich an m. erinnert. seine geschenke, seinen brief, die fotos…alles. aber ich fürchte, ich müsste mich mit auf den müll schmeissen. das bringt doch nichts, dass wäre nur verdrängung. aber es ist ballast. ich hebe fast alles auf, was ich von anderen habe. briefe, geschenke, fotos, egal von wem. vielleicht sollte ich mal meine vergangenheit auslöschen, zumindest die materielle. und diesen ganzen mist in die tonne kloppen. aber würde das wirklich funktionieren? die erinnerungen bleiben im kopf, da hilft kein ausmisten.
warum versuche ich nur ständig, mich an altem festzuhalten? da ist doch gar nichts mehr, ich greife ins leere. deshalb fühlt sich das wohl auch so wacklig an. ich fühle mich so ohnmächtig manchmal. ich bin alleine. diese erkenntnis tut weh, weil ich immer dachte, ich sei ein freier mensch. ich bin total abhängig. von erinnerungen, menschen, erlebnissen…
brauchen menschen eigentlich zwänge?