bin wieder zuhause. habe viel gesehen und viele menschen getroffen, war alles sehr schön, anstrengend, die gigs manchmal sehr spärlich besucht, manchmal war es aber auch überraschend gut. habe in weimar im haus von goethes sekretär übernachtet, in berlin einmal auf dem boden auf der isomatte kein auge zugemacht und einmal im hostel wunderbar geschlafen. im haus von michas mama im hunsrück, einem über 100 jahre alten haus mit 13 zimmern auch geschlafen wie eine stein. und in ochtrup auf einer matratze auf dem billardtisch gelegen
ehe wir mal ins bett kamen, mannomann, bis halb 5 uhr morgens hockten die leute in dem raum, wo wir später übernachtet haben, quasselten, tranken und rauchten ohne ende, ich sass schon die ganze zeit gelangweilt und müde am offenen kamin, starrte in die flammen und wollte, dass die endlich gehen. ein glück dass dort dieser kamin war, denn es war dort arschkalt, in der scheune, wo das konzert stattfand, konnte man sich kaum aufhalten. wir liessen vorm schlafengehen noch das feuer an und hätten uns vielleicht sogar noch eine rauchvergiftung holen können, wenn ich nicht noch wach gewesen wäre, denn da fiel irgendwann ein holzscheit nach vorne auf die metallplatte und qualmte und glühte vor sich hin. ich weckte meinen bruder auf und sagte ihm das, er guckte zum kamin, sprang auf und sagte “boah krass” (LOOOOL), riss erstmal die tür zum lüften auf und rollte das holz wieder in den kamin zurück. ist vielleicht keine so gute idee, bei offenen feuer zu schlafen, aber so war es ja schön warm und wenn das licht dann aus ist und man nur noch das flackern an den wänden tanzen sieht und das knistern wahrnimmt, das hat schon was
habe dann immer mal wieder zum kamin geguckt, ob noch alles da ist wo es sein soll, und bin dann doch irgendwann eingepennt, bis nach etwa 2,5 stunden der postbote klingelte. das feuer war inzwischen aus, aber es knackte noch ab und zu, die glut war also noch da, und mit ein paar fetzen eines pizzakartons und einem letzten stück holz machte ich das feuer wieder an. dann gab’s auch bald frühstück, käsebrötchen für mich. ich weiss nicht, wieviele käsebrötchen ich in dieser woche gegessen habe.
da krähte um 4 uhr morgens echt der hahn, tja bauernhof halt, wir waren ja mitten in der pampa. und gegenüber vom hof, auf der anderen strassenseite, war eine wiese, auf der schafe weideten. ein paar hühner liefen da auch herum. und ein kleines lämmchen lag da in der sonne neben seiner mama, toll
apropos tiere: als wir auf dem rückweg von luxembourg in den hunsrück zum haus in bubach waren (auf der landstrasse war mir übrigens nicht sehr wohl, ich hatte wieder angst, dass was passieren könnte), bremste micha plötzlich ab und hupte, da lief eine wildschweinfamilie über die strasse. weg da! mir ist das herz in die hose gerutscht, ich hab den unfall wohl noch nicht ganz verarbeitet, schätze ich, denn ich sitze nachts immer total angespannt im auto und hoffe und bete, dass ich heile wieder aussteigen kann…
ansonsten war es geil, hab zwar viel gemeckert über kälte, harte fussböden, müdigkeit, verqualmte räume usw., aber im grunde war’s doch cool mit den jungs. und in weimar hatte ich einen super auftritt, der hat super geklappt. in magdeburg hatte ich keinen monitor und war etwas unsicher, hab auch ein paar fehler reingehauen, aber da hatten wir eh nur einen einzigen gast. oder nein, zwei gäste, den hund darf ich nicht vergessen, den der mann dabei hatte, der war putzig. der lief immer vor der bühne hin und her und wedelte unentwegt mit dem schwänzchen. einen hund als zuhörer, sehr schräg.
magdeburg ist übrigens echt übel, wie das da aussieht, puh, das stadtbild ist echt deprimierend, und da laufen ja auch viele rechtsradikale rum, hab ich mir sagen lassen. keine schöne stadt. aber bei berlin bin ich auch noch immer ein wenig zwiegespalten. einerseits finde es dort geil, denn da falle ich gar nicht auf, da leben so kaputte menschen, die stören sich nicht an freaks wie mich. andereseits bin ich noch nicht sicher, wie ich diese coolness deuten soll. und ausserdem stinkt diese stadt, ist viel zu laut und inzwischen auch viel zu modernisiert. die stadt hatte auch schon mal mehr charme. ich könnte mir sogar vorstellen, da zu leben. wenn ich da durch die strassen laufe, fühle ich mich nicht wie ein alien. ausserdem gibt es dort dr. pepper im edeka zu kaufen. das alleine wäre schon ein grund. und curry 36, wo man sich nachts um 4 uhr noch leckere fritten kaufen kann.
übrigens ist mir wieder aufgefallen, in was für einem scheiss stadt ich wohne. selbst in der kleinsten stadt im hunsrück gibt es einen supermarkt, der bis 22 uhr geöffnet hat. fast überall, wo wir wearen, gab es läden, die bis mindestens 21 uhr aufhatten. ausser in luxembourg, da schliessen die geschäfte schon um 18 oder 18:30 uhr. die luxembourger sind komisch, recht reserviert, so hektisch wie die franzosen und lächeln kaum. aber die tauen auch irgendwann auf und sind dann doch sehr nett. die mentalitäten sind eben überall ein wenig anders, das ist schon interessant, jeden tag einem anderen schlag menschen zu begegnen.
hat spass gemacht, und ich werde das touren wie immer vermissen. ist schon schön, wieder in seinem bett zu schlafen und es schön warm zu haben, aber jetzt kehrt erst mal wieder die isolation in mein leben zurück. unterwegs quatschen die leute zwar auch nicht wirklich mit mir (oder ich nicht mit ihnen), aber ich bin ja schon glücklich, wenn mir jemand sagt, wo die toilette ist, oder mich sonst irgendwie wahrnimmt. puh, das klingt ziemlich verzweifelt, oder? aber es ist nun mal so. das merkt auch niemand, wenn ich 3 stunden am stück auf einem stuhl sitze und keinen ton sage. alle um mich herum reden und reden und ich beobachte nur. ist aber auch egal, denn bei vielen unterhaltungen, die ich so höre, möchte ich am liebsten einfach nur aufstehen und gehen. was labern die alle für eine dusselige scheisse, mann.
hier sind noch ein paar bilder, die während der tour entstanden sind.

einmal pommes mit ketchup, bitte

tolle aussicht

wer macht denn sowas?

zum alex isses nicht mehr weit

am hackeschen markt

die taube wollte mit auf's foto

na det kennt ja wohl jeder, wa

det war aber jar nich der 18., det war der 17. jewesen!

ich mach trotzdem mal welche, ich bin ja kein tourist in dem sinne!

stilles plätzchen

postkartenromantik


am checkpoint charlie

schlafgemach mit geschichte

hier ist die zeit stehengeblieben

finde den fehler im bild!

ging da goethe ein und aus?

der frühling naht...

von hier nach dort

da fliesst die mosel

blick auf die kathedrale in luxembourg

schiefe schafe

mäh!

mama schaf mit nachwuchs